Páramos: Wie retten wir Kolumbiens natürliche Wasser-Speicher?

Kolumbien hat viele Gesetze zum Schutz seiner Páramos – aber bei der Umsetzung hapert es, sagt Marcela Galvis Hernández vom Humboldt-Institut in Bogotá.

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Frau, ca. 30,, lange schwarze Haare, langarmiges Shirt, darüber Weste und ein dicker Wollschal. Sie lacht in die Kamera, hinter hier ist eine Páramo-Landschaft mit vielen Frailejones zu sehen.

Páramos erinnern auf den ersten Blick an karge Mondlandschaften. Doch sie sind buchstäblich ein Quell des Lebens. Wie lassen sich diese Ökosysteme der Hochanden wirksam schützen – und die Menschen, die von ihnen und in ihnen leben? Antworten von Politologin Marcela Galvis Hernández vom Humboldt-Institut in Bogotá.

Katharina Wojczenko: Frau Galvis, wie steht es um dieses einzigartige Ökosystem?

Marcela Galvis Hernández: Rechtlichen Schutz und eine Politik für die Páramos gibt es schon seit 2002. Damals begann das „Programm für nachhaltigen Umgang und Renaturierung im Hochgebirge“. Zwei Faktoren brachten Schwung in das Thema: die steigenden Investitionen der Bergbaubranche im Land zu Beginn der 2000er Jahre – und zwischen 2010 und 2011 das La Niña-Phänomen. Wegen der starken Regenfälle starben 386 Menschen, und die Infrastruktur wurde stark beschädigt. In dieser Situation waren sich Regierung und Zivilgesellschaft einig, dass die Páramos besser geschützt werden müssen. Denn sie können den Wasserhaushalt regulieren, was wegen des Klimawandels wichtig ist.

Von Grüntönen dominierte Berglandschaft mit viel Nebel. Pflanzen mit dicken Stämmen und darf einer Blätterkrone, die an eine Rastafrisur erinnert.  Aus diesen „Köpfen“ ragen dünne Stiele, an deren Enden gelbe, pelzige Blüten sitzen.
Diese Frailejones (Espeletia) blühen gerade.
Nahaufnahme von Busch mit leuchtend roter Blüte und weißen Staubgefäßen.
Knallig: Tibouchina grossa (Karminroter Veilchenbaum) blüht leuchtend rot.
Zwischen gelbem Moos wächst ein Pilz. Er erinnert an eine Koralle, besteht aus gewellten Falten.
Ein Pilz im Páramo.
Nahaufnahme einer gelben Blüte. Zwei Finger halten sie in die Kamera.
Eine Frailejón-Blüte. Genau genommen besteht das, was wie eine Blüte aussieht, aus vielen Einzelblüten. Frailejones gehören zur selben Familie wie die Sonnenblume: Korbblütler.
Weite Ebene im Gebirge, deren Hintergrund im Nebel verschwindet. Wiesen, Büsche und ein Bach, der sich quer durchs Bild schlängelt.
Landschaft im Páramo de Sumapaz. An der Kante verläuft die Straße, die mit einem Armeeposten gesichert ist. In der Mitte sind entlang des Bächleins ehemalige Weiden zu erkennen. Im rechten Teil wurde der Bach einst umgeleitet, um Forellen zu züchten. Die jetzige Besitzerfamilie möchte die Fläche jedoch mit einheimischen Spezies renaturieren und sich dem Ökotourismus widmen.
Ein offenbar noch junger, weil struppiger Bär läuft durchs Bild. In dem schwarzen Fell sind seine Augen kaum zu erkennen. Er trägt ein Band um den Hals.
Der Andenbär ist eine endemische Art der tropischen Anden. Die Bären sind vom Aussterben bedroht, weil sie gejagt wurden und ihr Lebensraum immer mehr zerstückelt. Mit dem Andenbär sind auch die Bäume im Páramo verschwunden: Die Bären verbreiteten ihre Samen.
Vier junge Menschen in dicken Jacken, eine Person davon mit kleinem Rücksack, gehen durch eine moorartige Berglandschaft. Die Gipfel verhüllt Nebel.
Eine Wandergruppe im Páramo Sumapaz. Das Ökosystem ist fragil. Ökotourismus könnte eine Einkommensmöglichkeit für die Bauernfamilien werden.

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