Mega-Dürre auf fünf Kontinenten: Die Welt sitzt auf dem Trockenen

Wassermangel in den USA, Ernteausfälle in den Alpen, Hungersnot in Ostafrika: Klimakrise und Missmanagement führen weltweit zu extremer Trockenheit. Selbst hinter den niederländischen Deichen sinkt der Pegel.

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Zwei Radfahrerinnen touren durch die trockene Landschaft des niederländischen Naturschutzparks Velouwe.

Jahrhundertelang haben die Niederlande gegen zu viel Wasser gekämpft, haben Kanäle angelegt und Deiche gebaut. Nun macht auch der alten Seefahrernation die Dürre zu schaffen: Hausboote liegen auf dem Trockenen, Häuserfassaden bekommen Risse und Türen klemmen, da mit dem Grundwasserspiegel auch Böden und Fundamente sinken. Der historisch niedrige Pegelstand der Flüsse behindert die Binnenschifffahrt – und weil das Süßwasser von Rhein, Maas und Schelde dem hereindringenden Seewasser nicht mehr genug Widerstand bieten kann, drohen ganze Landstriche zu versalzen. Seit August herrscht offiziell Wassermangel.

Die Regierung hat daher einen Wassernotfallplan in Gang gesetzt. Nicht ausgeschlossen, dass gegen das Verschwenden von Wasser im nächsten Sommer eine spezielle Wassersteuer eingeführt wird, die fällig werden soll, sobald Haushalte eine bestimmte Höchstmenge überschreiten – etwa, um die zahllosen Pools und aufblasbaren Planschbecken in den Gärten zu füllen.

Panorama des Stausees Pantà de Sau in Katalonien, die hellen Ränder machen den historischen Tiefstand des Wasserpegels sichtbar.
Auch der Stausee Pantà de Sau in Katalonien ist auf einem historischen Tiefstand.
Die Hirtin Adung Longolam Ikoel steht vor den getrockneten Häuten ihrer verhungerten Ziegen.
Nur die getrockneten Häute sind übrig: Die Ziegen von Adung Longolam Ikoel sind aufgrund der Dürre im Nordwesten Kenias alle verhungert.
Satellitenaufnahmen des Lake Powell und Colorado Rivers vom August 2022 (links) und August 2017
Satellitenaufnahmen des Lake Powell und Colorado Rivers vom August 2022 (links) und August 2017

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