Brennpunkt Westafrika: Was Europa mit den Ursachen der Migration zu tun hat

Der Soziologe und Aktivist Olaf Bernau schreibt über die Fluchtursachen aus Westafrika. Dabei thematisiert er auch das koloniale Erbe. Europa habe Afrika unterentwickelt.

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Junge Männer sitzen auf Matratzen auf dem Boden in einem Zimmer. Da es keine Möbel gibt, haben sie ihre Kleidung über die offenen Fenster gehängt.

Fluchtursachenbekämpfung ist in den vergangenen Jahren zu einem zentralen politischen Schlagwort geworden. Oft wird es mit einer Selbstverständlichkeit verwendet, als wären diese Ursachen bekannt. Dass sie viel komplexer sind, als in den üblichen Debatten dargestellt, zeigt der Soziologe Olaf Bernau in seinem Buch „Brennpunkt Westafrika. Die Fluchtursachen und was Europa tun sollte.“ Das Buch ist kenntnisreich und lebt von eigener Anschauung, denn Bernau verbringt viel Zeit in Westafrika, er ist Mitgründer der zivilgesellschaftlichen Organisation Afrique-Europe-Interact und berät für diese Organisation bäuerliche Gemeinschaften. Er ist also häufig in den Regionen unterwegs, aus denen die Menschen aufbrechen. Zweitens hat er ein tiefes historisches, ökonomisches und politisches Wissen über Westafrika, das er in seine Darstellung einfließen lässt.

Ein Porträt von Olaf Bernau, einem Mann um die 40. Er blickt in die Kamera, das Haar gescheitelt, nach links gekämmt. Trägt einen türkisfarbenen Fleecepullover.
Olaf Bernau, Buchautor, Soziologe und Aktivist

Ihn beschäftigt vor allem das Verhältnis zwischen Afrika und Europa, dabei besonders die Frage: Wie hat Europa auf dem afrikanischen Kontinent eingegriffen? Was wirkt davon bis heute nach? In einem späteren Teil des Buches geht er auf die afrikanische Mitverantwortung für die heutige „Vielfachkrise“, wie Bernau die aktuelle Lage nennt, ein.

Das Licht zeigt an, dass es später Nachmittag ist. Der Niger ist über die Ufer getreten, hat Land überschwemmt, vermutlich Reisfelder. Inmitten der großen Fläche ist eine einzige Piroge zu sehen, also ein traditionelles schmales Holzboot.
Der Niger-Fluss bei Gao im Norden Malis.
Blick von oben auf die Marktstände, das dichte Treiben den Kundinnen und Händerlinnen.
Blick auf den Markt von Gao im Norden Malis.
Ein Esel zieht einen hölzernen Karren, darauf ein Mann mit traditionellem, breitem Hut und langem Gewand.
Eine Straße in Gao im Norden Malis.

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Bettina Rühl

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