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Die Rückkehr der Schuppentiere

Wie Pangolins aus den Händen illegaler Händler befreit und wieder ausgewildert werden

von
21.08.2020
13 Minuten
Ein Schuppentier, auch Pangolin genannt, geht durch das Phinda-Schutzgebiet, in dem es ausgewildert werden soll.

Auf der Suche nach dem Ursprung der Corona-Pandemie gerieten Pangolins in den internationalen Fokus. Asiatische Staaten wie China, in denen die Schuppen der Tiere für traditionelle Medizin genutzt werden, verhängten daraufhin ein weitgehendes Handelsverbot. Artenschützer hoffen, dass sich dies auch positiv auf die bedrohten Populationen auf dem afrikanischen Kontinent auswirkt. Mit aufwändigen Auswilderungsprojekten sollen die Tiere vor dem Aussterben bewahrt werden.

Das dürre, kniehohe Gras bewegt sich leicht im Licht der untergehenden Sonne, ein leises, rhythmisches Klackern ist zu hören – das Geräusch, das die harten Hornschuppen verursachen, während das nach ihnen benannte Schuppentier durch die weite Buschlandschaft streift. Ansonsten weist nichts darauf hin, dass hier ein Pangolin unterwegs ist, ein seltenes, scheues und nachtaktives Säugetier, das aufgrund seines Aussehens auch als Tannenzapfentier bezeichnet wird.

Simon Naylor wird bei diesem Anblick ganz warm ums Herz. Denn eigentlich gälten Pangolins in dieser Gegend seit Anfang der 1980er Jahre als ausgestorben, erzählt der Conservation Manager des ‚&Beyond Phinda Private Game Reserve‘ im Südosten Südafrikas. Neben der Wilderei ist der Verlust ihres natürlichen Lebensraums einer der Hauptgründe dafür. Wildnis wurde zu Farmland, Pestizide, elektrische Zäune und die wachsende Bevölkerung verdrängten die Tiere.

In Phinda werden Pangolins wieder angesiedelt

Auch dort, wo sich heute das Schutzgebiet befindet, grasten früher Kühe, wurden Ananas und Sisal angebaut. Mittlerweile ist das unvorstellbar, die 28.000 Hektar umfassende Savannen- und Buschlandschaft wirkt unberührt, Elefanten, Nashörner, Löwen und viele andere Wildtiere wurden hier wieder angesiedelt. Phinda bedeutet aus der Sprache der Zulu übersetzt so viel wie Rückkehr und macht diesem Namen alle Ehre.

Ein Pangolin schaut aus dem langen Gras in Phinda, wo es ausgewildert werden soll
Pangolins werden in Phinda wieder angesiedelt
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Die Rückkehr der Pangolins sei jedoch etwas ganz Besonderes, betont Simon Naylor. „Die meisten Wildtiere, von Antilopen über Löwen bis zu Elefanten können wir hier in Südafrika etwa bei Wildtier-Auktionen kaufen. Pangolins nicht.“ Privat- und Nationalparks halten durch diese Verkäufe ihre Bestände unter Kontrolle, aber niemand möchte ein seltenes Schuppentier loswerden.

„Deshalb sind wir besonders froh, dass uns diese Tiere im Rahmen eines Artenschutz-Projektes anvertraut wurden.“ Denn Phinda gehört zu den Schutzgebieten, die die panafrikanische ‚African Pangolin Working Group‘ ausgewählt hat, um Schuppentiere, die aus dem illegalen Handel befreit wurden, wieder auszuwildern.

Ray Jansen setzt sich für den Schutz der Pangolins ein

Ray Jansen, Zoologe und Professor für Umweltwissenschaften an der Tshwane University of Technology, hat die Non-Profit-Organisation 2011 gegründet. Sie ist die erste und einzige, die sich auf den Schutz, die Erforschung und Rehabilitation der vier afrikanischen Pangolin-Arten spezialisiert hat.

„Es klingt bizarr, aber bis 2009 hatte ich selbst noch nie ein Pangolin gesehen“, erzählt er. Ein ehemaliger Student sei damals mit der Idee einer Doktorarbeit über Pangolins in der Kalahari herangetreten. „Erst da wurde mir der weltweit zunehmende illegale Handel mit diesen Tieren und die Tatsache, dass fast nichts dagegen unternommen wird, schmerzlich bewusst.“

Professor Ray Jansen, der Gründer der African Pangolin hat ein Pangolin auf dem Arm
Professor Ray Jansen, Chairman African Pangolin Working Group
Simon Naylor, der Conservation Manager des Phinda Private Game Reserve, steht in der weiten Buschlandschaft
Simon Naylor, Phinda Private Game Reserve
Pangolin Giya schaut aus seiner Holzkiste, zu sehen sind nur der Kopf, Nase und Augen
Pangolin Giya schaut aus seiner Holzkiste
Charli de Vos, die Koordinatorin des Pangolin-Projekts in Phinda geht mit der Autorin durch das lange Gras in Phinda, auf der Spur von Giya, dem Pangolin
Charli de Vos (re) und Leonie March folgen Giya, dem Pangolin
Pangolin Giya hat die Nase am Boden, auf der Suche nach Ameisen
Pangolin Giya sucht nach Ameisen
Ein Steppenschuppentier von vorne, es schaut in die Kamera, seine Schuppen glänzen
Ein Steppenschuppentier, Timminck's Ground Pangolin
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Leonie March

Leonie March

Leonie March lebt und arbeitet seit 2009 als freie Auslandskorrespondentin in Südafrika.


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