Kampf gegen die Ernährungskrise in Ostafrika: Biologische Landwirte steigern Ertrag ihrer Felder

Eine schwere Dürre und der Krieg in der Ukraine haben in Ostafrika zu einer schweren Ernährungskrise geführt. Millionen Menschen hungern bereits. Langfristig muss Afrika von Getreideimporten aus Europa unabhängiger werden. Dazu gibt es Ansätze, die trotz der Klimakrise vielversprechend sind.

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Zu sehen ist eine stämmige, nicht mehr ganz junge Frau in ihrem Feld, die Landschaft ist hügelig, der Himmel wolkenverhangen.

Die 63jährige Lucy Muigai fegt sorgfältig den Dung zusammen, den ihre drei Milchziegen in ihrem geräumigen hölzernen Stall hinterlassen haben. Während sie sich zwischen den Tieren bewegt und arbeitet, ist viel Fürsorge für ihre Ziegen zu spüren, eine Nähe geradezu. Nach dem Fegen sammelt Muigai die Reste des Grünfutters zusammen, das in den Trögen verblieben ist, und füllt die Tröge aus einem großen Sack mit frischem Grün auf. „Die Hinterlassenschaften meiner Ziegen kann ich gut für meinen Kompost gebrauchen“, erklärt Muigai, die schon seit vielen Jahren Biobäuerin ist. Dann geht sie die Treppe hoch in den Hühnerstall. Fast respektvoll bewegt sie sich zwischen dem Federvieh, fegt auch hier den Kot zusammen, schüttet Futter nach, wechselt das Wasser in den Tränken gegen frisches.

Anschließend geht sie voraus zu ihrem Feld, das sie mit einer Hecke eingegrenzt und mit einem Tor samt Schloss gesichert hat. Dort stehen die Maispflanzen hoch und sind kräftig, ebenso ihre Gemüsepflanzen. Muigai isst schon seit vielen Jahren vor allem das, was sie selbst anbaut: Mais, Gemüse, Bananen, Koriander und andere Gewürze. Außerdem zieht sie Tee als „cash crop“.

„Nachdem ich auf biologische Landwirtschaft umgestellt habe, ist der Ertrag meiner Felder deutlich gestiegen“, sagt die überzeugte Bio-Bäuerin. Zwar habe das eine Weile gedauert, aber nach ein paar Jahren zahlte sich die Fürsorge um den Boden und seine Fruchtbarkeit vielfach aus. Weil sie weitgehend autark ist, spürt sie die gegenwärtigen Preissteigerungen auf dem Weltmarkt infolge des Kriegs in der Ukraine deutlich weniger, als die meisten ihrer Nachbarn.

Aus dem hölzernen Stall guckt eine Ziege.
Lucy Muigai ernährt auch ihre Ziegen 200 Prozent biologisch.
Zu sehen sind die hölzernen Ställe von Lucy Muigai, sie sind zwei Etagen hoch, ihr Grundstück ist eher klein. Die Ställe haben also keinen großen Grundriss.  zwei ETagan h
Die Ställe der Bio-Landwirtin Lucy Muigai bestehen aus Holz.
Frauen und Männer sitzen auf dem Boden, inmitten von trockenen Maisstängeln, die sie mit Buschmessern zerhacken.
Angestellte des Forschungsprojekts SysCom zerkleinern Maisstängel für den Kompost.
Die Maispflanzen stehen sehr kräftig. Ein Schild vor dem Feld erklärt, dass sie biologisch behandelt werden.
Auf diesem Abschnitt der Versuchsfelder von SysCom werden die Pflanzen biologisch behandelt.
Ein Portrait der Bäuerin Lucy Muigai. Sie guckt freundlich in die Kamera, im Hintergrund ihre kräftig stehenden Maispflanzen.
Lucy Muigai ist auf Bio-Landwirtschaft umgestiegen, weil ihre konventionell arbeitenden Kollegïnnen ihrer Beobachtung nach sehr viele Pestizide einsetzen.

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Bettina Rühl

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