Pandemie im Blindflug?

Warum afrikanische Länder dringend Covid-Impfstoffe und Tests benötigen

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Zwei Männer und eine Frau sitzen nebeneinander, sie tragen Gesichtsmasken

Ein globales Problem erfordert eine globale Lösung. Darauf weisen vor allem Vertreter ärmerer Länder seit Beginn der Pandemie hin. Doch die Realität ist eine andere. Trotz Initiativen der Weltgesundheitsorganisation, wie Covax oder C-Tap, die einen gerechten Zugang zu Impfstoffen und Technologien sichern sollen. Einer Prognose zufolge werden 2021 im Rahmen von Covax ein Viertel weniger Impfdosen bereitgestellt, als ursprünglich erwartet.

Auch das Versprechen wohlhabender Staaten, rund eine Milliarde Impfstoffe an ärmere Länder zu spenden, wurde nicht eingehalten. Weniger als 15 Prozent seien tatsächlich geliefert worden, betonte WHO-Generaldirektor Tedros Ghebreyesus Anfang September bei einer Pressekonferenz. Einen Monat zuvor hatte er bereits ein globales Moratorium gefordert – Industriestaaten sollten vorerst auf Booster-Impfungen verzichten, zugunsten von Menschen in anderen Regionen, die zu Risikogruppen gehören, aber noch immer auf ihre Erstimpfung warten.

Die G20 spielen eine Schlüsselrolle für Impfgerechtigkeit

Die 20 führenden Wirtschaftsnationen, die an diesem Wochenende in Rom zum G20-Gipfel zusammenkommen, spielten die Schlüsselrolle für Impfgerechtigkeit und ein Ende der Pandemie, so Ghebreyesus. Statt „leerer Versprechen“ sei es nun höchste Zeit, die Führung zu übernehmen. Ziel sei es, jedes Land der Welt in die Lage zu versetzen, bis zum Ende des Jahres mindestens 40 Prozent seiner Bevölkerung impfen zu lassen. Doch dieses Ziel scheint kaum mehr erreichbar.

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