Spanien: Warum ich als Feministin gern im „Macho-Land“ lebe

Spanien ist Vorreiter in feministischer Politik – nicht nur beim Thema Gewalt gegen Frauen. Auch die Balance zwischen Kind und Beruf ist einfacher als in Deutschland

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Junge Frauen demonstrieren in Barcelona beim Weltfrauentag 2019

Als ich 2004 nach Spanien kam, lief ich als erstes in die Klischeefalle. Die Zeitungen waren damals voll mit Berichten über Frauen, die von ihrem Partner oder Ex-Partner misshandelt oder gar ermordet worden waren. Kein Tag verging, an dem nicht über „violencia de género“, über geschlechtsspezifische Gewalt, berichtet wurde. Spanien ist aus gutem Grund als Macho-Land verschrien, dachte ich mir. Womöglich werden in keinem Land Europas mehr Frauen ermordet als hier, südlich der Pyrenäen. Ich recherchierte Zahlen und staunte: Spanien stach damals in der Statistik gar nicht besonders heraus. Es war sogar eines der wenigen Länder, das überhaupt systematisch Daten erhob beziehungsweise damit begann.

Eine Frau im roten Kleid steht in einer Bibliothek und blickt in die Kamera.
Lucía Avilés ist Richterin und Expertin für Frauenrechte.
Drei junge Frauen in Barcelona protestieren mit kämpferischen Botschaften für Gleichberechtigung
Der Protest gegen das Urteil im Vergewaltigungsfall „La Manada“ brachte junge Frauen auf die Straße – auch zum Weltfrauentag.

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