Weltbodentag am 5. Dezember: Warum die lebende Haut der Erde Klimastress hat

Biologische Bodenkrusten sind eher unscheinbare, aber ungemein wertvolle Ökosysteme. Sie überziehen den Boden in Wüsten und Trockengebieten, schützen ihn, liefern Wasser und Nährstoffe. Jetzt allerdings sind sie bedroht.

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Auf einer historischen Aufnahme aus dem Jahr 1935 sind Häuser der texanischen Stadt Stratford zu sehen, die im Hintergrund von einer herannahenden Staubwolke überragt werden.

Der 5. Dezember eines jeden Jahres ist der „Weltbodentag“. Zu Recht, denn dieser lebenswichtige Lebensraum wird viel zu wenig gewürdigt. Mehr Prominenz verdienen hier auch die Biologischen Bodenkrusten, ein eher unscheinbares Ökosystem mit Mikroben, Moosen und kleinen Tieren – und die wohl älteste Lebensgemeinschaft an Land. In Wüsten und anderen Trockengebieten überziehen Biokrusten den Boden und schützen ihn, indem sie Erosion verhindern, aber auch Wasser speichern und Nährstoffe liefern. Sie sind die lebende Haut der Erde. Wie aktuelle Publikationen zeigen, reißen die Klimakrise und andere Umweltkatastrophen nun aber tiefe Wunden in diese zarte Hülle, die sich teils nur über Jahrzehnte erholen kann.

Auf dieser historischen Aufnahme aus dem Jahr 1936 sind Maschinen einer Farm zu sehen, die Staubstürme fast ganz begraben haben.
„Den ganzen Tag lang rieselte der Staub vom Himmel, und auch am nächsten Tag noch rieselte er herab. Eine gleichmäßige Decke breitete sich über die Erde“, schreibt John Steinbeck in „Früchte des Zorns“.
Weltkarte mit farbig unterschiedlich markierten Trockengebieten. Verschiedene Biokrustentypen sind ebenfalls angezeigt und nach Kontinent sowie Art der Region aufgeschlüsselt.
Wo finden sich Biokrusten auf der Welt? Sie treten in allen Trockengebieten (grün, gelb und orange markiert) auf, aber zum Teil auch in anderen Regionen – wenn das Mikroklima passt. Der Anteil verschiedener Biokrustentypen ist blau oder lila markiert und nach Kontinent und Region aufgeschlüsselt. Die Punkte zeigen Studienstellen an.
Zusammenstellung mehrere Fotos, die unterschiedlich ausgebildete Bodenkrusten zeigen, die wie schwarze Krusten oder extrem niedriger Bewuchs in karger Landschaft wirken.
Spektakulär sehen Biokrusten selten aus, aber sie variieren in ihrer Form und Funktion. Das hängt unter anderem von der Klimazone und vom Lebensraum ab. Biokrusten finden sich unter anderem in der Polarregion (A), in den Bergen Islands (B), in Wüsten Mexikos und Spaniens (C,D), in Grönland (E), auf Trockenrasen (F), auf offenem Kalkstein (G) – und nach Waldbränden (H).
Historische Collage von Sporen und anderen organischen Flugobjekten, die das Ehepaar Lindbergh in der Luft gesammelt hatten.
Einige der auffälligeren Objekte seien dies, die das Ehepaar Lindbergh in der Luft einfingen. Abbildung aus der zugehörigen Publikation aus dem Jahr 1935 von Charles Lindbergh und Fred C. Meier.
Aufnahme von zwei Fluginsekten, die zu den Fransenflüglern gehören. Manche flügellosen Arten lassen sich ganz vom Wind treiben.
Fransenflügler gehören zumLuftplankton und manche flügellosen Arten können sich hunderte Kilometer im Wind treiben lassen.
 Alton N. Sparks, Jr., University of Georgia, Bugwood.org
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Thrips_tabaci, _Frankliniella_occidentalis.jpg
Fransenflügler gehören zumLuftplankton und manche flügellosen Arten können sich hunderte Kilometer im Wind treiben lassen.

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