Warum gibt es homöopathische Mittel nur in der Apotheke?

Zucker und Alkohol dürfen im Supermarkt verkauft werden, homöopathische Globuli und Tinkturen aber nicht. Das diene der Patientensicherheit, sagt die Bundesapothekerkammer. Ist das wirklich so?

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Im Schaufenster einer Apotheke sind homöopathische Mittel gegen Fersensporn ausgestellt

Die einen lehnen sie als esoterischen Humbug ab, die anderen schwören auf ihre Heilkraft – seit über 200 Jahren schlagen die Wellen hoch, wenn es um Homöopathie geht. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Diskussion um die alte Heilslehre kürzlich neu angefacht, als er ankündigte, Krankenkassen die freiwillige Erstattung homöopathischer Behandlungen zu verbieten.

Er betritt damit vermintes Terrain, nicht nur, weil weite Teile der Bevölkerung die sanften Kügelchen schätzen. Der Schritt ist auch politisch heikel, denn bislang hat sich der Gesetzgeber auf die Seite der Homöopathie geschlagen. Das zeigt sich unter anderem daran, dass nur Apotheken Homöopathika verkaufen dürfen. Damit stehen sie auf einer Stufe mit Kopfschmerztabletten und Magensäurehemmern.

Das ist insofern erstaunlich, als die meisten homöopathischen Mittel, anders als Medikamente, gar keine Wirksubstanzen enthalten oder wenn doch, dann in pharmakologisch irrelevanten Mengen. Bei homöopathischen Mitteln handelt sich also weitestgehend um reinen Zucker oder reinen, hochprozentigen Alkohol. Zucker und Alkohol sind jedoch in jedem Supermarkt zu bekommen. Warum also nicht auch Homöopathika?

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Christian Weymayr

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Lektorat: Silke Jäger