„Einen verständlichen Text schreiben, das kann KI jetzt schon besser als viele Wissenschaftler“

Künstliche Intelligenz wird die Forschungsförderung nachhaltig verändern. Erste Anträge werden bereits mithilfe generativer KI erstellt. Was bedeutet das für die Zukunft der Forschungsfinanzierung?

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Man sieht ein Bild eines Gehirns über einer Computertastatur schweben. Im Hintergrund ist eine Frau zu sehen.

Forschungsanträge sind aufwändig, nehmen meist mehrere Wochen oder gar Monate in Anspruch und können einige hundert Seiten umfassen. Künstliche Intelligenz wird das ändern und die Forschungsfinanzierung auf den Kopf stellen. Davon jedenfalls ist Bela Gipp, Professor für Scientific Information Analytics an der Universität Göttingen, überzeugt. KI werde die Beantragung von Forschungsfinanzierung immens beschleunigen und qualitativ verbessern. Die Bedeutung des schriftlichen Forschungsantrags werde dadurch abnehmen.

„KI wird sehr bald jedem erlauben, einen exzellent strukturierten und verständlich geschriebenen Forschungsantrag zu verfassen“, sagt Gipp. Das bedeutet auch, dass der Betrug mit Forschungsgeldern zunehmen könnte. Die Herausforderung für die Forschungsförderung werde sein, diesen Veränderungen inhaltlich und organisatorisch Rechnung zu tragen. Die Beurteilung von Forschungsanträgen müsse geändert werden. „Das gesamte wissenschaftliche System ist gut damit beraten, sich schnellstmöglich mit dem Thema zu befassen und die Weichen entsprechend zu stellen“, sagt Gipp.

Erste Forschungsanträge werden mit KI erstellt

Doch wie gehen Mittelgeber mit der Thematik um? „Wir gehen derzeit davon aus, dass bereits heute Forschungsanträge mit Unterstützung generativer KI erstellt werden“, sagt eine Sprecherin des Bundesforschungsministeriums (BMBF). Als problematisch stuft das BMBF das allerdings nicht ein. Verlässlich könne man den Einsatz von KI zudem noch nicht nachweisen. Eine entsprechende Erkennungssoftware werde nicht eingesetzt.

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Redaktion: Christine Prussky