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Fremde Welten: KELT-9b

Immer nur nach der zweiten Erde zu suchen, ist doch langweilig. In der Reihe „Fremde Welten“ präsentieren wir deshalb die erdunähnlichsten Exoplaneten, die unsere Galaxie zu bieten hat. Die Premiere macht KELT-9b – ein Exoplanet mit einer Atmosphäre aus Eisen.

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01.04.2021
5 Minuten
Die künstlerische Darstellung zeigt den Planeten Kelt-9b mit seinem Stern Kelt-9. Der Stern befindet sich links im Bild und leuchtet weiß bis bläulich, der Planet Kelt-9b befindet sich rechts im Bild, ist kleiner als der Stern und leuchtet selbst rötlich.

Der Exoplaneten-Katalog der US-Weltraumbehörde NASA listet mit Stand 31. März 2021 4367 Exoplaneten, deren Existenz sich Forscher sicher sind. Auch der Exoplanet KELT-9b ist darin aufgeführt. 2017 wurde er entdeckt, er ist ein Gasriese. „So außergewöhnlich groß ist dieser Planet eigentlich nicht, sein Radius ist nur fast zweimal so groß wie der von Jupiter“, erzählt Megan Mansfield von der University of Chicago. Rund 670 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Schwan umrundet er dort den Stern KELT-9, auch HD 195689 genannt. Eine Ahnung davon, dass mit diesem Exoplaneten irgendetwas nicht ganz stimmen kann, bekommt man, wenn man die Astronomin Mansfield nach den Eigenschaften von KELT-9b fragt. „Er würde wahrscheinlich glühen wie ein Stern“, antwortet sie.

KELT-9b: Eine geschundene Welt

„Wenn wir Exoplaneten nach irgendwelchen Charakteristiken auf Diagrammen eintragen, lässt sich KELT-9b darin meistens gar nicht unterbringen“, sagt Scott Gaudi von der Ohio State University. Denn seine Eigenschaften sind so extrem, dass sie außerhalb des vorgesehenen Parameterbereichs liegen. Gaudi hat KELT-9b im Rahmen der KELT-Kollaboration mit entdeckt und klingt gar nicht traurig darüber, dass „sein“ Exoplanet jenseits von Gut und Böse ist, was seine Eigenwilligkeit bezüglich astronomischer Diagramme angeht. Danach gefragt, wie er diesen Exoplaneten beschreiben würde, antwortet er recht vergnügt: „Es ist eine geschundene Welt.“

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Franziska Konitzer

Franziska Konitzer

Franziska Konitzer ist als freie Wissenschaftsjournalistin in München tätig.


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