Ich bin mit Corona infiziert – was nun?

Nie haben sich in Deutschland so viele Menschen in so kurzer Zeit mit dem Coronavirus angesteckt wie in diesem Jahr. Welche Regeln muss man befolgen, wenn man mit Covid-19 infiziert ist und wo bekommt man Hilfe?

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In Nahaufnahme ist ein positiver Corona-Schnelltest zu sehen. Was tun, wenn der Schnelltest positiv ausfällt? Zuhause bleiben, die Hausarztpraxis telefonisch kontaktieren und einen Termin für einen PCR-Test ausmachen.

Was muss ich tun, wenn ich mich mit dem Coronavirus infiziert habe? Wir haben in 10 Fragen und Antworten zusammengefasst, was jede/r darüber wissen sollte.

Ich glaube, ich habe mich mit Covid-19 angesteckt – was muss ich tun?

Drei Dinge sind entscheidend: Zuhause bleiben, die Hausarztpraxis anrufen und einen Termin für einen PCR-Test ausmachen. Wer bereits einen positiven Schnelltest hat oder Kontakt mit einer infizierten Person hatte, sollte diese Information an den Arzt / die Ärztin weitergeben.

„Es ist unbedingt erforderlich, bei Symptomen wie z.B. Schnupfen, Halsschmerzen oder Husten (unabhängig vom Impfstatus) zuhause zu bleiben, die Hausarztpraxis zu kontaktieren und einen PCR-Test durchführen zu lassen“, rät das RKI.

Wichtig ist, mit Symptomen nicht einfach zum Arzt / zur Ärztin oder zum Bereitschaftsdienst zu gehen, sondern sich vorher anzumelden. Der Arzt / die Ärztin teilt dann mit, wann und wo der Test erfolgt. Wer seine Hausarztpraxis nicht erreicht, sollte den ärztlichen Bereitschaftsdienst kontaktieren. Die Telefonnummer lautet 116 117 und gilt ohne Vorwahl für ganz Deutschland.

Menschen mit Symptomen oder bereits positivem Schnelltest sollten übrigens jeglichen Kontakt zu anderen Menschen meiden. Soweit möglich gilt das auch im eigenen Haus – und unabhängig davon, ob jemand ungeimpft, geimpft oder genesen ist.

Warum muss ich einen PCR-Test machen?

Zwar kann ein Schnelltest zu Hause einen ersten Hinweis auf eine Ansteckung mit dem Coronavirus liefern. Doch wenn man nur eine geringe Virusmenge in sich trägt, sind diese Tests nicht immer zuverlässig. Etwa die Hälfte der Fälle werde übersehen, sagte der Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Laborärzte, Andreas Bobrowski, der Deutschen Presse-Agentur.

Den zuverlässigen Beweis für eine Corona-Infektion liefert ausschließlich ein PCR-Test. Dieser ist für symptomatische Personen kostenlos. Ein Anspruch auf eine PCR-Testung besteht bei Kontaktpersonen nicht automatisch.

Meist liegt das Testergebnis innerhalb von 24–48 Stunden vor. In der Zwischenzeit muss man sich so verhalten, als ob der Test positiv wäre – sich also in Selbstisolation begeben, um nicht weitere Menschen anzustecken.

Welche Krankheitssymptome deuten auf eine Corona-Infektion hin?

Als häufige Krankheitssymptome gelten laut RKI Husten, Fieber, Schnupfen sowie Geruchs- und /oder Geschmacksverlust. Weitere mögliche Anzeichen einer Coronavirus-Infektion sind Halsschmerzen, Atemnot, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall, eine Entzündung der Augenbindehaut (Konjunktivitis), Hautausschlag, Lymphknotenschwellung, Teilnahmslosigkeit und Schläfrigkeit.

Die Symptome einer Corona-Erkrankung sind vielfältig und unterscheiden sich in der Ausprägung.

Was für ein Verlauf erwartet mich bei einer Omikron-Infektion?

Das ist sehr unterschiedlich. Geimpfte und Genesene durchlaufen meist nur eine sogenannte „milde“ Corona-Erkrankung. Die Bezeichnung „mild“ kann jedoch in die Irre führen: Das bedeutet, dass sie mehrere der oben genannten Symptome entwickeln und sich dann tagelang krank fühlen. Selbst Lungenentzündungen fallen in die Kategorie „mild“, sofern der Sauerstoffgehalt im Blut nicht unter 95 Prozent sinkt. Auch eine moderate Erkrankung kann also schmerzhaft und unangenehm sein. Andererseits ist selbst eine asymptomatische Omikron-Infektion möglich: Obwohl der PCR-Test positiv ist, bleiben Symptome aus.

Die meisten Infektionen mit Covid-19 (rund 80 Prozent, Stand 21.12.2021) verlaufen mild bis mittelschwer, schreibt das Bundesministerium für Gesundheit auf seiner Website. Das Ministerium empfiehlt, dass Betroffene „ihr Immunsystem nach Möglichkeit mit viel Ruhe und Schlaf sowie einer ausgewogenen Ernährung unterstützen“. Hilfreich sei auch, viel zu trinken, da der Körper bei Infektionen mehr Flüssigkeit benötige.

Krankheitssymptome können Infizierte in Abstimmung mit der Hausarztpraxis zuhause auskurieren. Abhängig von den Symptomen können Ärzte / Ärztinnen beispielsweise fiebersenkende Mittel, Medikamente gegen Schnupfen oder auch Schmerzmittel verschreiben.

Bei den meisten Infizierten klingen die Symptome innerhalb von zehn Tagen ab. Doch bei einigen Erkrankten können Müdigkeit, Kopfschmerzen, kognitive Defizite über Monate bestehen bleiben – sogar bei Kindern. Diese Beeinträchtigungen werden unter dem Begriff Post Covid oder auch Long Covid zusammengefasst. Noch ist nicht abzuschätzen, ob und in welcher Schwere auch Omikron-Infizierte davon betroffen sein werden.

Zwar diskutieren Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aktuell, dass Omikron weniger krank mache. Doch die Klinikdaten zeigen bisher nur ein unscharfes Bild.

Wann soll ich einen Arzt / eine Ärztin rufen?

Nicht jede/r mit Covid-19 Infizierte benötigt sofort ärztliche Hilfe. Doch wenn Atemprobleme, Druck oder Schmerzen auf der Brust andauern, man sich nur schwer wachhalten kann oder sich gar Lippen oder Nagelbett blau verfärben, sollte man unbedingt sofort den Rettungsdienst rufen (Telefon 112) oder sich direkt ins Krankenhaus begeben. Denn dies sind Anzeichen einer Lungenentzündung und einer Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff.

Welche Regeln muss ich als Infizierte/r befolgen?

Ist die Infektion durch einen PCR-Test bestätigt, muss man sich isolieren. Die Isolation wird eigentlich vom zuständigen Gesundheitsamt angeordnet. Weil die Gesundheitsämter überlastet sind, kann so eine Benachrichtigung schon mal auf sich warten lassen. Dennoch sollten Infizierte nachfolgende Verhaltens- und Hygieneregeln einhalten.

Am wichtigsten ist: Zuhause bleiben und keinen Besuch empfangen. Man sollte andere für sich einkaufen lassen. (Möglichkeiten zur Lebensmittelbeschaffung stehen unten im Abschnitt „Was ist, wenn ich zuhause auf mich allein gestellt bin?“) – Auch der Kontakt an der Haustüre mit Briefträgern, Lieferdiensten oder Nachbarn sollte gänzlich unterbleiben.

Eine Frau in Quarantäne betrachtet die für sie abgestellten Einkäufe vor der Haustür.
Wer sich mit dem Coronavirus angesteckt hat, darf nicht mehr selbst einkaufen gehen. Besser ist es, Freunde und Familie um Hilfe zu bitten oder Lieferdienste zu nutzen.

Laut RKI sollten sich infizierte Personen unabhängig vom Impfstatus der Haushaltsangehörigen möglichst getrennt von anderen zum Beispiel in einem Einzelzimmer aufhalten. Sie sollten die üblichen Hygieneempfehlungen strikt befolgen. Außerdem sollten sie Gemeinschaftsräume wie Küche oder Bad nur benutzen, wenn unbedingt nötig und diese Räume regelmäßig lüften. In den Gemeinschaftsräumen empfiehlt das RKI, eine FFP2-Maske zu tragen.

Ist Kontakt zu Haushaltsangehörigen unbedingt nötig, empfiehlt das RKI einen Mindestabstand von 1,5 Metern und das beiderseitige Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. FFP2-Masken bieten den besten Schutz vor der Weitergabe des Virus.

Was gilt für Personen, die in Familien oder Wohngemeinschaften zusammenleben? Zunächst einmal zählen ungeimpfte Haushaltsangehörige als enge Kontaktpersonen und stehen unter häuslicher Quarantäne.

Für Geimpfte und Genesene gelten laut aktuellen Beschlüssen des Bundesgesundheitsministeriums dagegen Ausnahmen (mehr dazu im letzten Abschnitt „Für wen entfällt die Quarantänepflicht?“).

Was ist, wenn ich zuhause auf mich allein gestellt bin?

Für Familien mit kleinen Kindern, für Alleinerziehende, Senioren / Seniorinnen und beeinträchtigte Personengruppen kann auch ein „milder“ Krankheitsverlauf von mehreren Tagen oder gar Wochen sehr belastend sein, zumal nicht jede/r Freunde oder Familienmitglieder in der Nähe weiß. Umso wichtiger ist es also, sich bereits bei den ersten Symptomen um Unterstützung zu kümmern.

1. Zeitnah Lebensmittel für mindestens die nächsten 7 Tage bestellen, etwa über Lieferdienste von Supermärkten auch Gemüse- und Obstkisten. Es lohnt sich darüber hinaus, in lokalen Gärtnereien, Hofläden und Märkten nachzufragen, ob eine kontaktlose Lieferung möglich ist. Oder Nachbarn bitten, die Einkäufe vor die Tür zu stellen.

2. Sofern Erwachsene schwerer an Covid-19 erkrankt sind, halten sogenannte Familienpflegerinnen, Dorfhelferinnen oder Mütterpflegerinnen den Alltag der Familien aufrecht – und zwar inklusive Kinderbetreuung. Die Kosten dieser Leistung übernimmt die gesetzliche Krankenkasse (GKV). Normalerweise gilt dies beispielsweise für Eltern, die zeitgleich erkrankt sind, oder wenn einer der Partner nachweislich den Haushalt und die Betreuung nicht übernehmen kann. Anspruch auf eine Haushaltshilfe haben Familien, in denen Kinder unter zwölf Jahren leben. Bei einigen Krankenkassen liegt die Altersgrenze der Kinder sogar höher. Dagegen gehören Haushaltshilfen nicht grundsätzlich zum Leistungsumfang einer privaten Krankenversicherung, eine Nachfrage kann sich jedoch lohnen.

3. Eine Liste mit den wichtigsten Ansprechpartnern und Telefonnummern notieren. Dazu gehören Hausarzt, Krankenhaus, das lokale Gesundheitsamt, ggf. Pflegedienst.

Muss ich während einer Corona-Isolation oder -Quarantäne arbeiten?

Grundsätzlich gilt: Wer während der Isolation Symptome einer Corona-Erkrankung hat und deshalb auch arbeitsunfähig gemeldet ist, braucht nicht zu arbeiten. Auch gesunde Sorgeberechtigte, die für ihre infizierten Kinder zuhause bleiben, müssen nicht arbeiten. Für Kinder, die jünger als 12 Jahre oder aufgrund einer Beeinträchtigung auf Betreuung angewiesen sind, bietet in dieser Zeit das erweiterte Kinderkrankengeld der gesetzlichen Krankenkasse Eltern eine finanzielle Absicherung.

Wer sich als gesunde Kontaktperson in Quarantäne befindet, muss mit seinem Arbeitgeber klären, ob er von zu Hause arbeiten kann oder sogar muss. Das Arbeitsrecht gibt darauf keine allgemeingültige Antwort: Es kommt auf den jeweiligen Fall an.

Wie unterscheiden sich Quarantäne und Isolation?

Isolation ist nicht gleichzusetzen mit Quarantäne. Eine Isolation ist eine behördlich angeordnete Maßnahme für infizierte Personen – bei leichterem Krankheitsverlauf zu Hause, bei schwerem Krankheitsverlauf im Krankenhaus. Die Isolation endet erst, wenn die zuständige Behörde sie wieder aufhebt. Die Quarantäne ist eine zeitlich begrenzte Absonderung von Personen, bei denen der Verdacht auf eine Infektion besteht. Dabei handelt es sich meist um Kontaktpersonen von Erkrankten sowie um Menschen, die aus Hochrisikogebieten bzw. Virusvariantengebieten einreisen. Die Quarantäne kann sowohl behördlich angeordnet sein aber auch freiwillig erfolgen.

Eine Infografik zeigt die aktuell geltenden Regeln für Quarantäne und Isolation.
Auf diese Regeln für Quarantäne und Isolation haben sich Bund und Länder verständigt.

Nach 7 Tagen kann man die Quarantäne vorzeitig beenden – sofern ein PCR-Test oder ein zertifizierter Antigenschnelltest negativ ist. Ein Selbsttest ist generell ausgeschlossen. Voraussetzung fürs Freitesten ist grundsätzlich, dass man seit 48 Stunden symptomfrei ist beziehungsweise als enge Kontaktpersonen gar keine Symptome hatte.

Kinder und Jugendliche, die in der Schule, im Hort oder in der Kita Kontaktpersonen waren, dürfen die Quarantäne bereits nach fünf Tagen verlassen, wenn ein negativer PCR- oder Schnelltest vorliegt.

Für immunsupprimierte Personen, medizinisches Personal und Bewohner von Altenpflegeeinrichtungen können andere Kriterien gelten.


Für wen entfällt die Quarantänepflicht?

Enge Kontaktpersonen von Menschen, die mit Covid-19 infiziert sind, müssen in der Regel aufgrund eines erhöhten Ansteckungsrisikos in häusliche Quarantäne. Gemäß Bund-Länder-Beschluss vom 7. Januar 2022 sind folgende Personen von dieser Quarantänepflicht befreit:

  • Kontaktpersonen mit einer Auffrischimpfung („Booster“) sind von der Quarantäne ausgenommen. Dazu sind insgesamt drei Impfungen erforderlich – auch bei jeglicher Kombination mit COVID-19 Vaccine Janssen (Johnson & Johnson).
  • Geimpfte Genesene: Geimpfte mit einer Durchbruchsinfektion oder Genesene, die sich nach einer Erkrankung haben impfen lassen.
  • Personen mit einer zweimaligen Impfung, ab dem 15. Tag bis zum 90. Tag nach der zweiten Impfdosis.
  • Genesene: vom 28. Tag bis zum 90. Tag ab dem Datum, an dem sie die Probe für den positiven Corona-Test abgegeben haben.

Dieser Text erschien zuerst am 19. Januar 2022. Er wurde am 12. März 2022 aktualisiert.

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