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Welche Nebenwirkungen kann die Corona-Impfung auslösen?

Nebenwirkungen sind möglich, aber sehr selten

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13.03.2021
3 Minuten
Eine Frau wird in einem Impfzentrum gegen das Corona-Virus geimpft.

Bei den Nebenwirkungen, die nach einer Impfung auftreten können, handelt es sich meistens um lokale Reaktionen an der Einstichstelle oder um grippeähnliche Symptome, die den ganzen Körper betreffen können. Sie sind ein Zeichen dafür, dass die erwünschte schützende Immunreaktion gegen das Eiweiß des gefährlichen Virus SARS-CoV-2 in Gang gekommen ist. Meistens tauchen diese Beschwerden am Tag der Impfung oder einen Tag danach auf. Sie sind in der Regel nach weiteren ein bis zwei Tagen wieder verschwunden.

Nebenwirkungen sind möglich, aber sehr selten

Weitere Nebenwirkungen sind bei der Corona-Impfung wie bei fast allen Impfungen möglich, aber extrem selten. Zu beachten ist, dass manche Menschen selbst bei Impfungen mit einem Placebomittel Nebenwirkungen verspüren. Zudem werden Menschen ständig krank. Wenn dies kurz nach einer Impfung passiert, muss das nicht heißen, dass diese daran Schuld ist. Gleichwohl ist es wichtig, Nebenwirkungen zu erfassen und ihr Risiko fortlaufend neu einzuschätzen. Bei etwa 1 von 100.000 Covid-19-Impfungen treten schwere allergische Reaktionen auf. Das entspricht einer Häufigkeit, die auch von anderen Impfstoffen bekannt ist. Die Ursache ist eine allergische Reaktion auf einen der Inhaltsstoffe. Um darauf reagieren zu können, müssen Geimpfte nach dem Verabreichen des Impfstoffs eine Weile vor Ort warten.

In den Zulassungsstudien beider mRNA-Impfstoffe wurden bei einigen wenigen Teilnehmerïnnen (beispielsweise bei drei Teilnehmern von 15.185 , die den Moderna-Impfstoff erhalten hatten und einem von 15.166 in der Placebogruppe) vorübergehende Gesichtslähmungen beobachtet. Ein Zusammenhang mit der Covid-19-Impfung kann laut Robert-Koch-Institut nicht ausgeschlossen werden, ist aber laut Paul-Ehrlich-Institut unwahrscheinlich.

Debatte um AstraZeneca-Impfstoff

Im März 2021 setzten mehrere Länder Impfungen mit dem AstraZeneca-Vakzin vorübergehend aus. Hintergrund waren wenige Fälle, bei denen in zeitlicher Nähe zur Impfung bei Menschen sogenannte Sinusvenenthrombosen aufgetreten waren. Expertïnnen der EU-Arzneimittelagentur haben inzwischen mitgeteilt, dass sie den Corona-Impfstoff von AstraZeneca weiter als sicher einstufen. Die Zahl sogenannter thromboembolischer Ereignisse sei bei Geimpften insgesamt nicht höher als in der Allgemeinbevölkerung, teilte die Behörde am 15. März 2021 mit.

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Registrierte Nebenwirkungen

Nebenwirkungen der Impfung, die gut dokumentiert sind, bestehen in mitunter unangenehmen, aber meist harmlosen grippeähnlichen Symptomen, die dafür sprechen, dass das Immunsystem in der gewünschten Weise reagiert. Die Deutsche Gesellschaft für Immunologie fasst in einer Mitteilung die bisher bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) gemeldeten Nebenwirkungen zusammen. Die Symptome bei den beiden RNA-Impfstoffen würden danach häufiger nach der zweiten, diejenigen beim AstraZeneca-Impfstoff vermehrt nach der ersten Impfung auftreten.

Etwa zwei Drittel der Personen, die mit einem der RNA-Vakzinen geimpft wurden leiden unter Schmerzen an der Einstichstelle, gut die Hälfte an Abgeschlagenheit, Muskel- oder Kopfschmerzen, bis zu einem Drittel bekommt Schüttelfrost. Von Fieber sind (vor allem bei der zweiten Impfung) bis 15 Prozent betroffen. Bei den bisher mit der AstraZeneca-Vakzine geimpften Personen fällt die Impfreaktion im Durchschnitt etwas milder aus. Aber auch hier sind gut die Hälfte von Schmerzen an der Einstichstelle, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen betroffen. Über Muskelschmerzen und Schüttelfrost klagt (vor allem bei der ersten Impfung) gut ein Drittel. Rund jeder Zehnte bekommt nach dem ersten Piks Fieber, bei der zweiten Impfung ist es weniger als einer je Hundert Geimpfte.

Bei den Zahlen zu beachten ist, dass jüngere Menschen meist eine stärkere Impfreaktion zeigen als Betagte. In Vorstudien litten etwa weniger Menschen in der Altersgruppe 65 bis 85 Jahre an zum Beispiel Schüttelfrost und Fieber als die 18 bis 55-Jährigen. Ebenfalls wichtig in diesem Zusammenhang: Bei den Zulassungsstudien der Vakzinen waren auch im Placebo-Arm Nebenwirkungen aufgetreten. So klagten etwa gut ein Viertel dieser Studienteilnehmer über Abgeschlagenheit sowie Kopfschmerz, obwohl in der Injektion, die sie bekommen hatten, kein Impfstoff enthalten war.

Die milden bis moderaten Nebenwirkungen der Impfungen verschwinden in der Regel innerhalb weniger Tage. Sie stehen in keinem Verhältnis zu den schwerwiegenden Folgen, die eine Covid-19-Erkrankung für einen Menschen haben kann.

(Dr. Ulrike Gebhardt, Stand 24.3.2021)

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