Corona-Impfung kann Menstruation kurzzeitig beeinflussen – die Infektion auch

Bei der Entwicklung von Impfstoffen gegen Covid-19 wurde wie sonst häufig in der medizinischen Forschung die Frauengesundheit vernachlässigt. Aktuelle Studien geben endlich Entwarnung: Eine mögliche Zyklusstörung bleibt ohne Folgen.

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Zwei Tampons vor rosa Hintergrund.

Seit Beginn der Impfkampagne berichten Frauen vor allem in den sozialen Netzwerken über Menstruationsstörungen nach der Corona-Impfung. Erste medizinische Studien zum Thema geben jetzt Entwarnung. Das ist gut. Nicht gut ist, dass diese Entwarnung erst jetzt kommt. Frauengesundheit und Fruchtbarkeit wurden in der medizinischen Forschung und bei der Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen schon immer völlig vernachlässigt. Das muss sich ändern.

Frauen beobachten Zyklusveränderungen nach der Impfung gegen Covid-19

„Ich erspare mir die Details. Aber mein Zyklus wurde nach meiner ersten Pfizer-Impfung Ende Mai aus der Bahn geworfen“, schreibt die Journalistin Lara Prendergast im britischen Magazin „The Spectator“. Prendergast überlegt, ob sie ihre Beobachtung bei der Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHRA) melden soll, entscheidet sich dann aber dagegen. Was sei schon eine Zyklusstörung gegenüber anderen Nebenwirkungen wie Blutgerinnseln und Herzklabastern. Auch nach der zweiten Spritze gerät ihr Zyklus durcheinander. „Ist es normal, dass Impfungen die Menstruation so beeinflussen?“, fragt die Journalistin eine Ärztin, die sich mit Frauengesundheit auskennt. „Eher nicht“, antwortet diese. Vor diesem Hintergrund wundert es Prendergast nicht, dass es unter Frauen zwischen 16 und 29 Jahren verhältnismäßig viele gebe, die die Corona-Impfung ablehnten. Schließlich verknüpften Frauen ihre Periode mit ihrer Fruchtbarkeit.

Kathryn Clancy, Anthropologin an der Universität Illinois, hörte von Kolleginnen, dass ihre Monatsblutungen nach der Corona-Impfung stärker ausfielen. Auf Twitter berichtete Clancy über eigene Beobachtungen: „Meine erste Impfung mit Moderna ist anderthalb Wochen her. Ich habe meine Periode etwa einen Tag später bekommen und sprudele, als wäre ich wieder in meinen 20ern.“ Clancy startete im vergangenen Jahr eigene Projekte, um den Zusammenhang zwischen der Immunisierung und Zyklusstörungen zu erforschen.

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