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Mit Kompass und Karte: Wie finden Zugvögel ihr Ziel?

Selbst wenn Zugvögel über tausende von Kilometern verfrachtet werden, können sie sich orientieren und ihr ursprüngliches Ziel erreichen. Wie sie das schaffen, hat ein internationales Forschungsteam entschlüsselt.

von
17.02.2021
4 Minuten
Eine Hand hält einen Teichrohrsänger.

Stellen Sie sich vor, jemand verbindet Ihnen die Augen, transportiert sie mehrere tausend Kilometer weit weg an einen unbekannten Ort und setzt sie dort in der Wildnis aus. Würden Sie nach Hause finden? Wir Menschen hätten keine Chance, zumindest nicht ohne technische Hilfsmittel. „Vögel jedoch schaffen es auch in dieser Situation ihr ursprüngliches Ziel zu erreichen“, erzählt Florian Packmor von der Bangor-Universität in Wales, einer der beiden Hauptautoren einer Studie, die jetzt im Magazin „Current Biology“ erschienen ist. Verantwortlich dafür ist der Magnetkompass der Vögel – ihr sechster Sinn.

Eine Grafik zeigt vier verschiedene Stadien des Versuchs.
So läuft der Feldversuch ab: Abbildung A zeigt einen Vogel im Orientierungskäfig, B die Kratzspuren an der Trichterwand, Unter C ist der Versuchsaufbau mit vier Orientierungskäfigen und den magnetischen Spulen schematisch dargestellt. Abbildung D zeigt ein Foto des Versuchsaufbaus in der Abenddämmerung.
Eine Karte zeigt das Verbreitungsgebiet der Teichrohrsänger und die Zugwege von Mitteleuropa nach Afrika. Rote und blaue Pfeile markieren die Magnetfeldinformationen.
Die Karte zeigt das Gebiet, in dem sich die Teichrohrsänger üblicherweise bewegen – mit Brut- und Winterquartier (B, W) sowie den Zugwegen im Herbst (F) und Frühjahr (S). Das Fragezeichen „?“markiert den unbekannten Ort, an den die Vögel virtuell verfrachtet wurden. In rot und blau sind die Magnetfeldgradienten dargestellt, die sich von Süden nach Norden sowie von Westen nach Osten verändern. Aus diesen Informationen kann der Vogel schließen, dass er sich sowohl nördlich als auch östlich von seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet befindet. Er muss also nach Südwesten fliegen, um sein Revier zu erreichen ®.

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Das Bild zeigt den Versuchsaufbau: mehrere Käfige in der Abenddämmerung.
Die Orientierungskäfige sind mit Netzen abgedeckt, so dass die Vögel den Sternenhimmel erkennen können.
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Claudia Ruby

Claudia Ruby

Die Radio- und Fernsehjournalistin Claudia Ruby, Mitglied im Vorstand von „WPK – Die Wissenschaftsjournalisten“, hat ihre Biologie-Diplomarbeit über die „Diversität der Avifauna verschiedener Waldhabitate in Kolumbien“ geschrieben. Seit ihrem Volontariat beim WDR in Köln arbeitet sie als freie Autorin und Regisseurin für öffentlich-rechtliche Sender.


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