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Der Mekong in Kambodscha – ein ökologischer Reisebericht

Noch ist der Mekong eines der arten- und fischreichsten Flusssysteme der Erde, aber wie lange noch?

von
05.09.2021
26 Minuten

πάντα ῥεῖ

Alles fließt.

(Dem griechischen Philosophen Heraklit zugeschriebenes Sprichwort)

Fangen wir mit den Einsichten an: Wenn Sie diesen Bericht gelesen haben, werden Sie wissen, dass in der Natur nachhaltig gefangener Fisch zur Herstellung weder Wasser noch Land verbraucht; dass ein brauner Fluss an sich nichts Schlechtes ist; und, dass es besser ist, Flüsse einfach frei fließen zu lassen.

Aber der Reihe nach: Im März 2020 war ich in Kambodscha. Ich reiste zu vier Orten dort: Einem See, einem überfluteten Dorf, einer Insel im Mekong, und der Hauptstadt Phnom Penh. Alle vier Orte verbindet das Wasser des Mekong, denn um den Wasserhaushalt des Mekong in Kambodscha und seine Probleme geht es in diesem Projekt.

Die Reise fand zur Trockenzeit statt; eine zweite Reise zur Regenzeit war wegen der Pandemie nicht möglich. Daher wurden alle zusätzlichen Interviews dieses Jahr online über Zoom geführt. Das Ergebnis ist dieser Bericht.

Das Wasserherz Kambodschas

Auf der National Route 52 in Kambodscha geht es in Chnok Tru nicht mehr weiter, dort beginnt der 120 Kilometer lange Tonle-Sap-See mit seinem lauwarmen, schlammig-braunen Wasser. Der Ort ist einer der Hauptumschlagplätze für Fisch und Gemüse aus der Gegend. Überall sind Boote mit Menschen, die große Plastikkörbe mit Fischen an Land tragen; andere bilden Menschenketten, um Kürbisse aus den Booten zu befördern, indem sie sich diese einander zuwerfen; Frauen und Kinder sitzen auf dem Boden und zerlegen Fische für den späteren Verkauf.

Es ist wolkenlos und gefühlt 40 Grad im Schatten heiß. Das ist ganz normal hier im März, denn wir befinden uns mitten in der Trockenzeit. Ein Betonpfahl am Rande der Straße lässt erahnen, wie anders es hier nur wenige Monate später, zur Regenzeit, aussehen wird: In etwa vier Metern Höhe wird der Pfahl blasser, so hoch steht dann das Wasser.

Das Wasser kommt dann über den Tonle-Sap-Fluss aus dem Mekong, denn dieser steigt in der Regenzeit so stark an, dass sein Wasser in Phnom Penh in den Tonle-Sap-Fluss hineindrängt; in der Trockenzeit dagegen entleert der Tonle-Sap-Fluss den See, fließt also in umgekehrter Richtung, in den Mekong hinein.

Diese weltweit einzigartige Fließumkehr lässt den Tonle-Sap-See jedes Jahr auf die fünf- bis sechsfache Fläche anschwellen, von etwa der Fläche des Saarlandes (2.500 Quadratkilometer) zu der Schleswig-Holsteins (15.000 Quadratkilometer). Die Länge des Sees nimmt dann von 120 auf 220 Kilometer zu, die Tiefe von durchschnittlich etwa einem auf mehr als neun Meter.

Schaut man sich das Ganze im Zeitraffer aus der Satellitenperspektive an, erinnert der See an ein schlagendes Wasserherz, verbunden mit dem Mekong als einer über 4.000 Kilometer langen Hauptschlagader, die im Hochland von Tibet entspringt und dann durch oder entlang der Grenze von fünf Ländern fließt, China, Myanmar, Laos, Thailand und Kambodscha, bevor sie in Vietnam ins Südchinesische Meer mündet.


Animation der Wassermengen in der Trocken- bzw. Regenzeit von 1990 bis 2020
Auf einem Zeitraffer aus der Satellitenperspektive ähnelt der Tonle-Sap-See (links oben) einem Wasserherz, das sich jedes Jahr zur Regenzeit auffüllt mit Wasser aus dem Mekong (rechts oben). Die Bilder wurden in der Trocken- bzw. Regenzeit des jeweiligen Jahres aufgenommen.
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Seit tausenden von Jahren schlägt das Wasserherz bereits, mit einer Regelmäßigkeit, die es den Menschen erlaubte, sich mit dem Wasser zu arrangieren. Viele haben ihre Häuser am See auf Stelzen gebaut oder sogar schwimmend.

Für die Menschen hier sind die regelmäßigen schlammigen Fluten ein Segen: Sie bringen Fischlarven und Nährstoffe für die Pflanzen, von denen sich die heranwachsenden Fische im See ernähren, und Nährstoffe, die den Bauern am Rande des Mekong den Dünger ersparen.

„Der Mekong braucht diese Höhen und Tiefen, viel Wasser zur Regenzeit und wenig Wasser zur Trockenzeit", sagt Brian Eyler, ein Südostasienexperte des Stimson Center, einer Denkfabrik in Washington, DC. „Das gesamte Ökosystem ist darauf eingestellt. Wenn das Wasser hoch steht im Mekong und seinen Zuflüssen, dann nimmt es alle möglichen Dinge auf wie Holz und Sediment und Gras und verwesendes organisches Material. All dies ernährt dann den Fisch und die Landwirtschaft in der Region."

Und es macht den Tonle-Sap-See zu einem der artenreichsten und produktivsten der Welt. Über 200 Fischarten gibt es dort, und mindestens 300.000 Tonnen Fisch werden hier pro Jahr gefangen, schätzt Eyler — etwa doppelt so viel wie die Süßwasserfänge von Kanada, Mexiko und den USA zusammengenommen. „Kambodscha hat den produktivsten Fischfang der Länder des unteren Mekong, und der Tonle-Sap-See ist der Grund für den Großteil dieser Produktivität", sagt auch Zeb Hogan, ein Fischexperte der Universität von Nevada in Reno, USA, der das Forschungsprojekt „Wonders of the Mekong" leitet. „Das System ist unglaublich wichtig."

Wichtig deshalb, weil Kambodscha, auf Fläche und Zahl der Menschen bezogen, eines der von Süßwasserfisch abhängigsten Länder der Welt ist, sagt Marc Goichot, der bei der Natur- und Umweltschutzorganisation WWF den Bereich Süßwasser in Asien und dem Pazifischen Raum leitet. Fisch ist hier mit mindestens 60 Prozent die Hauptquelle an tierischem Eiweiß. Pro Kopf und Jahr essen die Kambodschaner etwa 75 Kilogramm, sechsmal mehr als in Deutschland. Ganze drei Viertel dieses Fisches kommen aus dem Tonle Sap See. „Die Kambodschaner essen jeden Tag Fisch", sagt Thies Geertz, der für die in Radolfzell ansässige Nichtregierungsorganisation (NGO) Global Nature Fund (GNF) ein Projekt am Tonle-Sap-See betreut. „Morgens gibt’s Fisch, mittags gibt’s Fisch und abends gibt’s Fisch. Also es gibt eigentlich immer Fisch.“

Hinzu kommt, dass wild heranwachsender Fisch weder Wasser noch Land noch Düngemittel oder Pestizide verbraucht, ganz im Gegensatz zu herkömmlicher landwirtschaftlicher Produktion. „Wildfischerei ist wahrscheinlich die nachhaltigste Art, Protein zu produzieren", sagt WWF-Experte Goichot.

Dem Herzinfarkt nahe?

Allerdings ist die Fischerei zunehmend in Gefahr, denn dem Wasserherz Tonle-Sap-See scheint das Wasser auszugehen. Der über das Jahr gemittelte Wasserstand im See sank seit den 1980er Jahren von ungefähr 4,2 auf 3,9 Meter, sagt Edward Park, ein Geograph von der Nanyang Technological University in Singapur. Das klingt nicht nach viel, hat aber zur Folge, dass der See zur Regenzeit allein in den letzten 20 Jahren um durchschnittlich 100 Quadratkilometer geschrumpft ist.

Auch werden die Hochwasserperioden kürzer. Besonders schlimm war es 2019 und 2020. Denn zum einen kamen die Monsunregenfälle mehrere Wochen zu spät. Außerdem waren stromaufwärts von Kambodscha sechs der mittlerweile 13 Staudämme im Hauptstrom des Mekong in China und Laos gerade in Betrieb gegangen. Vor allem einige der Dämme in China hielten die sowieso schon ungewöhnlich geringen Wassermengen im Mekong noch weiter zurück, obwohl die Regenfälle in China normal waren, sagt Eyler, der ein Projekt leitet, das Satellitenbilder und soziale Medien auswertet, um die Auswirkungen der größten Staudämme im Mekong fast in Echtzeit zu verfolgen.

Die Folge: Der Tonle-Sap-See füllte sich nicht wie in normalen Jahren sechs Monate lang auf, sondern nur drei bis vier Monate lang.

Aber damit nicht genug: Die Staudämme im Mekong halten nicht nur das Wasser, sondern auch das für Fischfang und Landwirtschaft so wichtige nährstoffreiche Sediment hinter ihren Staumauern zurück. So fand eine 2016 veröffentlichte Studie nur halb so viel Sediment im Mekongwasser für 2005 wie in den 1970er Jahren, sagt einer der Autoren der Studie, der Geograph Chris Hackney von der englischen Universität Newcastle. Neben Staudämmen im Mekong sei dafür auch der Klimawandel verantwortlich, sagt Hackney, denn der führe zu einer Abnahme von tropischen Wirbelstürmen, die Sedimente von den Bergen in Vietnam in den Fluss schwemmen. Inzwischen, schätzt Eyler vom Stimson Center, halten allein die elf Hauptstromdämme in China 60 Prozent des Sediments zurück.

All dies wirkt sich auf den Fischfang aus: Weniger Wasser und Sediment bedeutet weniger Eintrag von Fischlarven und Nährstoffen in den See und das Ausbleiben oder Verspäten der hohen Wasserstände, die die Fische brauchen, um im See zu laichen oder um zu ihren Laichgründen im Oberlauf des Mekong oder seinen Zuflüssen zu wandern.

Wie stark der Fischfang betroffen ist, ist unklar, genaue Zahlen seien schwer zu bekommen, sagt Fischexperte Hogan aus Reno. Allerdings habe er Schätzungen gehört von 20 bis 30 Prozent Abnahme. Fischer im See sagten uns im März 2020, dass sie statt der bisher gewohnten 30 Kilogramm am Tag nur 15 fangen; Eyler hörte sogar von bis zu 80 Prozent geringeren Fängen 2020 im Vergleich zum Vorjahr.

„Jedes Jahr wird das Wasser niedriger, aber dieses Jahr mehr als je zuvor", sagte uns auch die Fischerin Sreang Hay, als wir sie im März 2020 in ihrem Haus im schwimmenden Dorf der Gemeinde Phat Sanday am Südrand des Sees besuchten. „Bei niedrigem Wasserstand wird es den Fischen zu warm. Sie suchen dann Schutz unter Sträuchern. Wir wissen nicht, wie wir in Zukunft unseren Lebensunterhalt verdienen können. Ich mache mir Sorgen, was ich in Zukunft machen soll.“

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Hays Zukunftssorgen scheinen leider berechtigt zu sein. Denn Experten befürchten, dass Jahre wie 2019 und 2020 bald die Regel werden könnten. Verspätete Monsunregenfälle etwa werden aufgrund des Klimawandels immer wahrscheinlicher, sagt Eyler: „Klimawissenschaftler sagen voraus, dass der Beginn und das Ende der Regenfälle näher aneinanderrücken werden."

Auch der Dammbau geht weiter. Am Mekong-Hauptstrom baut China gerade den 12. Damm, einer mehr ist geplant. Laos hat bereits zwei Dämme und plant den Bau von sieben weiteren, denn das Land will zur „Batterie Südostasiens“ werden und den Strom seiner Staudämme an die Nachbarländer Vietnam, Laos und Kambodscha verkaufen, erläutert Brian Eyler.

Hinzu kommen zahlreiche Dämme an den Seitenflüssen, von denen viele nicht der Stromerzeugung, sondern der Bewässerung dienen, sagt Eyler, der mit seinem Team mit Hilfe von Satellitenaufnahmen versucht, alle Dämme der Region zu katalogisieren. 400 dieser Bauwerke haben Eyler und Kollegen gezählt, vor allem in Thailand, aber auch in China, Laos und Vietnam; fast 400 weitere, sagt er, seien im Bau oder geplant, vor allem in Laos.

Sollten alle geplanten Dämme gebaut werden, würden nur noch vier Prozent der nährstoffreichen Sedimente im Wasser des Mekong übrigbleiben, warnt der Experte. Auch das alljährliche Auffüllen des Tonle-Sap-Sees könnte dann ganz ausbleiben. Theoretisch würde dafür das Halbieren der maximalen Durchflussmenge des Mekongs bei Hochwasser ausreichen, etwa durch einen Megadamm in der Gegend um Sambor in Kambodscha, hieß es in einer 2018 veröffentlichten Modellstudie von Yadu Pokhrel von der Michigan State Universität in den USA und seinen Kollegen.

China baut gerade den 12. Staudamm im Hauptstrom des Mekong, einer mehr ist geplant; Laos hat dort 2 Dämme und plant den Bau von sieben weiteren. Kambodscha hat den Bau der ersten beiden Hauptstromdämme in Stung Treng und Sambor bis 2030 aufgeschoben.

Die Insel im Mekong: Fürs erste verschont

Dass Pokhrel und Kollegen die Gegend um Sambor als Standort ihres theoretischen Megadammes wählten, war kein Zufall. Denn noch hat Kambodscha zwar keine Dämme am Hauptstrom des Mekong, aber bis vor kurzem war genau hier der Bau eines der ersten solchen Bauwerke geplant: Der 18 Kilometer lange, 2.600 Megawatt starke Sambor-Staudamm.

Sein Bau hätte den vorzeitigen Todesstoß für die Fischerei im Tonle-Sap-See bedeutet, warnten Experten, nicht nur wegen seiner Größe, sondern auch wegen seiner Lage in der Mitte eines der wichtigsten Fischwanderwege des gesamten Mekongbeckens: Etwa 50 Fischarten wandern hier vom Tonle-Sap-See und dem Unterlauf des Mekong in den Oberlauf zum Laichen. Der Damm hätte diese Wanderung blockiert. Außerdem hätte der zugehörige Stausee den Lebensraum von fast 20.000 Menschen überflutet.

Daher war die Erleichterung der Menschen dort groß, als die kambodschanische Regierung im März 2020 ankündigte, den Bau aller Dämme im Mekong für erste bis 2030 zu verschieben. „Wenn wir umgesiedelt würden, wären wir nicht glücklich", sagte uns eine von ihnen, Phloak Sareth, die auf der Tnaut-Insel im Mekong bei Sambor von Gemüseanbau und Viehzucht lebt. Seit 2007 lastet die Sorge auf ihr, dass sie mit ihrer Familie wegziehen müsste, sollte der Damm gebaut werden.

Das wäre nicht leicht, sagt sie, insbesondere, wenn sie an einen Ort ziehen müsste, der weit vom Fluss entfernt liegt. Auf der Insel nämlich habe sie immer genug Fisch, fruchtbaren Boden und Wasser, um auch in der Trockenzeit das Gemüse zu bewässern. Am neuen Standort wäre das alles wohl kaum der Fall. „Was, wenn wir kein Wasser bekommen oder nicht duschen können, besonders während der Trockenzeit?“

Doch auch die bereits bestehenden Dämme im Mekong dämpfen den so wichtigen Hochwasserzyklus, auf den Menschen wie Phloak Sareth ihren Gemüseanbau eingestellt haben. Die so veränderten Wasserstände, sagt sie, überfluten bisweilen schon jetzt ihre Felder zu früh im Jahr. „Der Wasserfluss ist nicht mehr so gleichmäßig wie früher", sagt sie. „Normalerweise sinkt der Fluss im Februar und März und steigt im Mai und Juni. Aber wegen der Staudämme steigt das Wasser und überschwemmt unsere Ernten schon im Februar und März." Auch Fisch gäbe es weniger, wohl wegen der Dämme, sagt sie: „Am meisten sorge ich mich wegen der abnehmenden Zahl der Fische. Wegen der Dämme werden die Fische aussterben."

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Das überflutete Dorf und der Damm

Der von Phloak Sareth beklagte verminderte Fischfang im Mekong könnte zumindest zum Teil Folge des 2018 fertiggestellten Lower Sesan II Dammes sein. Zwar liegt der 400 Megawatt starke Damm nicht am Hauptstrom des Mekong, aber selbst an Nebenflüssen sind Dämme wie dieser nicht immer harmlos.

Denn der 75 Meter hohe, sechs Kilometer lange Damm staut das Wasser des Sesan und Srepok, zwei der wichtigsten und größten Seitenflüsse des Mekong in Kambodscha, in denen wichtige Laichgründe für Fische aus dem Mekong und dem Tonle-Sap-See liegen. Die Fische können ihre Laichplätze nun wegen des Dammes nicht mehr erreichen. Das hat ernste Folgen für den Fischertrag: Bereits 2012 warnten Wissenschaftler in einer Studie, dass allein der Lower Sesan II Damm den Fischertrag im Mekongbecken um fast zehn Prozent verringern könnte.

Außerdem überflutete der etwa 300 Quadratkilometer große Stausee mehrere Dörfer, etwa 860 Familien waren betroffen. Als Entschädigung bot man ihnen ein kleines Haus mit Feld an, in einer Ersatzsiedlung, mehrere Kilometer vom Fluss entfernt (zu weit vom Fluss weg, um noch regelmäßig fischen zu können), oder 6.000 US Dollar, um dort selbst ein Haus zu bauen. Hinzu kamen ein paar hundert Dollar für entgangenes Einkommen. Etwa 800 Familien nahmen das Angebot an.

Diese Satellitenbilder zeigen den Sesan und Srepok Fluss (rechts) mit der Staumauer des Lower Sesan II Staudammes (links) vor der Füllung des Reservoirs am 14. Februar 2017 und danach, am 1. Februar 2018.
Diese Satellitenbilder zeigen den Sesan und Srepok Fluss (rechts) mit der Staumauer des Lower Sesan II Staudammes (links) vor der Füllung des Reservoirs am 14. Februar 2017 und danach, am 1. Februar 2018.

Etwa 60 Familien aber weigerten sich, wegzuziehen; nur rund einen Kilometer vom ursprünglichen Ort entfernt bauten sie neue Häuser auf einer vom Stauwasser verschonten Landzunge. „Wir wollen nicht weit weg leben von den überfluteten Gräbern unserer Vorfahren", sagte uns einer von ihnen, der 41-jährige Fut Kheun, als wir ihn im März 2020 besuchten. „Die Idee für das neue Dorf ist, dass es wie das alte werden soll."

Kheun hat nicht nur sein altes Haus, sondern auch die Felder verloren, auf denen er Gemüse anbaute. Sein neues Haus sei zwar schon fast fertig, sagt er; allerdings fehle es am neuen Standort an anderen Dingen wie etwa sauberem Wasser. Auch Lehrkräfte für die Kinder gibt es keine, so dass die Kinder seit mehreren Jahren nicht zur Schule gehen können. Die Regierung, sagt Kheun, sollte künftig andere Wege nutzen, um Energie zu gewinnen: „Ich bitte darum, den Bau dieser Wasserkraftwerke nicht fortzusetzen."

Auch sind die Fischfänge stromaufwärts des Dammes wegen der blockierten Fischwanderung dramatisch zurückgegangen, heißt es 2021 in einem Bericht der NGO Human Rights Watch, der auf Interviews mit Dutzenden der betroffenen Menschen am Stausee beruht. Zwar sei ein Kanal gebaut worden, der den Fischen die Wanderung um den Damm herum doch noch ermöglichen soll; dieser führe aber oft wenig Wasser und sei bei weitem kein ausreichender Ersatz. Der fehlende Fisch, heißt es in dem Bericht, habe für viele Menschen der Gegend Einnahmeausfälle von 100 oder 200 US-Dollar im Monat zur Folge; hinzu kommen Zusatzkosten für Wasser oder Nahrungsmittel, die die Menschen jetzt oft nicht mehr anbauen können, sondern kaufen müssen.

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Die Hauptstadt und der Sand

Geht man in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh am Wasser des Mekong spazieren, sticht eine Stelle heraus: Die sogenannte Chaktomuk junction, die Verbindung zwischen Tonle-Sap-Fluss und Mekong. Hier findet die berühmte Fließumkehr statt, wenn der Mekong zur Regenzeit so hoch ansteigt, dass sein Wasser in den Tonle-Sap-See hinein- statt herausfließt und den See zum Anschwellen bringt.

Oft sieht man hier noch etwas anderes: Schiffe, die scheinbar nirgendwohin fahren, sondern Stunden oder tagelang an Ort und Stelle verharren.

Die Schiffe bauen im Flussbett des Mekong Sand ab, sagt Geograph Hackney aus Newcastle. Er muss es wissen, denn er hat sie mit Hilfe von Satellitenaufnahmen gezählt, mit alarmierenden Ergebnissen: Allein am südlichsten 100 Kilometer langen Abschnitt des Mekong in Kambodscha, der die Hauptstadt Phnom Penh einschließt, zählte er noch 2016 etwa 50 Schiffe pro Tag; 2020 waren es im Durchschnitt bereits 120.

Pro Jahr werden so alleine in Kambodscha etwa 50 Millionen Tonnen an Sand gefördert — fast zehnmal mehr als die sechs Millionen Tonnen, die der Mekong trotz Staudämmen noch immer pro Jahr an Sand anschwemmt. Da der Fluss den Sand also nicht ersetzen kann, gräbt sich das Flussbett mit der Zeit tiefer und tiefer ein. Zwischen dem kambodschanischen Kratie und der Mündung des Mekong in Vietnam sind das im Durchschnitt um zehn Zentimeter pro Jahr. Seit den 1990er Jahren könnte sich das Flussbett dort um insgesamt einen Meter oder mehr gesenkt haben.

Entsprechend sinkt auch der Pegel des Mekong in der Regenzeit, wenn das Wasser hoch genug ansteigen muss, um die so wichtige Fliessumkehr des Tonle-Sap-Flusses zu bewirken. Geht der Sandabbau weiter, könnte der Mekong irgendwann zur Regenzeit nicht mehr hoch genug ansteigen; die jährliche Ausdehnung des Tonle-Sap-Sees wäre dann gefährdet.

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Schiff, das Sand abbaut in Phnom Penh, Kambodscha im Februar 2018.

Das macht Sandabbau neben Klimawandel und Staudämmen zum dritten wichtigen Faktor, der zum Stillstand des Wasserherzens von Kambodscha beitragen könnte, erklärt Hackney.

Niedrigere Wasserstände im Mekong und Tonle-Sap-See wiederum könnten sich auf den Grundwasserspiegel des Umlandes auswirken, auch dies bereits jetzt mancherorts ein Problem, sagt Geograph Park aus Singapur: In der berühmten Tempelanlage Angkor Wat etwa im am Tonle-Sap-See gelegenen Siem Riep zeigte eine Studie 2019 ein Absenken des Bodens in Folge von übermäßigem Abpumpen von Grundwasser, angetrieben durch Bevölkerungswachstum, Tourismus und die Bautätigkeit dort. Hinzu kommt die Verschmutzung vieler Grundwasserquellen mit dem giftigen Arsen, das zwar natürlichen Ursprungs ist, sich aber weiter anreichern könnte, wenn die Grundwasservorräte weiter sinken.

Auch das Flussdelta des Mekong in Vietnam senkt sich infolge des fehlenden Eintrags von Sand und Sediment fortwährend ab, etwa fünfmal schneller als der Meeresspiegel in Folge des Klimawandels ansteigt, sagt WWF-Mekongspezialist Goichot. Die Folgen sind zunehmende Versalzung des Wassers und die Gefahr, dass eine Fläche von der Größe der Niederlande bald im Meer versinken könnte.

Es sieht nicht danach aus, dass in Zukunft weniger Sand abgebaut wird. Denn wenn man sich von der Chaktomuk junction zur Skyline Phnom Penhs umdreht, sieht man, wo der Sand hingeht: auf zahlreiche Baustellen, oft von Hochhäusern. Deren Zahl nahm in den letzten Jahren dramatisch zu: Noch 2010 gab es in Phnom Penh kein einziges Haus mit mehr als sechs Stockwerken, erinnert sich Eyler. Inzwischen weist eine inoffizielle Liste über 50 Gebäude mit mindestens 100 Metern Höhe auf; etwa 50 weitere sind im Bau.

Schiffe transportieren Sand zur künstlichen Koh Norea Insel in Phnom Penh am 25. November 2020.

Außerdem geht der Sand in den Bau künstlicher Inseln und das Auffüllen von Feuchtgebieten, so dass man auch dort bauen kann. So wird es den Großteil des im Süden der Stadt gelegenen Tompoun/Cheung-Ek-Feuchtgebietes wohl bald nicht mehr geben. Mit fatalen Folgen, denn das etwa 15 Quadratkilometer große Gebiet filtert rund die Hälfte des Abwassers der Stadt. Zwar ist eine Kläranlage dort geplant; diese könnte allerdings nur ein Fünfzigstel des täglich ins Feuchtgebiet gelangenden Abwassers verarbeiten, hob eine Gruppe kambodschanischer NGOs 2020 in einem Bericht hervor: Ohne das Feuchtgebiet, warnen die NGOs, werde das meiste Abwasser daher ungereinigt in die Flüsse Mekong und Bassac gelangen. Große Teile der Stadt wären dann einer weit höheren Überflutungsgefahr zur Regenzeit ausgesetzt.

Satellitenaufnahmen zwischen Februar 2020 und Juni 2021 zeigen, wie die neue Sandinsel Koh Norea langsam wächst.

Die hohen Wasserkosten der Landwirtschaft

Sollten Klimawandel, Staudammbau und Sandabbau die nährstoffreichen Fluten und damit den Fischfang im Mekong und Tonle-Sap-See weiter verringern, müsste das dann für die menschliche Ernährung fehlende Eiweiß von der Landwirtschaft ersetzt werden. Die allerdings benötigt im Gegensatz zum Fischfang Wasser: Für ein Kilogramm Soja sind es etwa 1.000 Liter, für ein Kilogramm Rindfleisch mindestens 15.000, sagt Marc Goichot vom WWF.

Außerdem muss man für Landwirtschaft Wald roden, was das verfügbare Wasser weiter verringern dürfte. Denn ohne Wald kann der Boden weniger Wasser speichern, was weniger Grundwasser zur Trockenzeit zur Folge hat; ohne Wald wird oft auch das Mikroklima trockener; längere Trockenperioden könnten die Folge sein.

Schon jetzt ist die Entwaldungsrate Kambodschas eine der höchsten der Welt und beschleunigt sich sogar, sagt Thomas Dilts, ein Landschaftsökologe der Universität von Nevada in Reno, USA, der mit Zeb Hogan, Sapana Lohani und Kollegen die Entwaldung in Kambodscha mit Hilfe von Satellitenaufnahmen untersucht hat: Zwischen 1993 und 2017 verlor das Land etwa ein Fünftel des Waldes. Am Tonle-Sap-See war es sogar ein Drittel, meist in den dortigen Auwäldern, die den heranwachsenden Fischen als Unterschlupf dienen — ein weiteres Problem für die Fischerei, denn weniger Bäume bedeuten wärmeres Wasser, weniger Nährstoffeintrag und fehlenden Unterschlupf für die heranwachsenden Fische.

Hauptursache für die Rodungen, erläutert Dilts, sei bereits jetzt die Landwirtschaft, etwa mit dem Anbau von Kautschuk oder Maniok (Manihot esculenta), aber auch Waldbrände, besonders in trockenen Jahren: So vernichteten allein 2016 Brände 13 Prozent oder 80 Quadratkilometer der Auwälder am See.

Schon jetzt leidet auch die Wasserqualität in Teilen des Tonle-Sap-Sees und des Mekong in Folge von Entwaldung, zunehmender Landwirtschaft und Verstädterung, sagt Sarah Null von der Utah State University in den USA, die dies 2021 in einer Studie untersuchte.

Animierte Karte der Waldbedeckung in Kambodscha im Jahre 1993 und 2017.
Zwischen 1993 und 2017 verlor Kambodscha etwa ein Fünftel seines Waldes. Dies ist ein Durchschnittswert für Regenwald („evergreen“), Wälder, in denen die Bäume einen Teil des Jahres ihre Blätter verlieren („deciduous“) und einer Mischung aus beidem („gemischt“). Am Tonle-Sap-See betrug der Baumverlust sogar ein Drittel, vor allem in den Auwäldern („mixed“), die auch als Unterschlupf für heranwachsende Fische dienen.

Was tun?

Noch debattieren Experten, ob Klimawandel, Staudämme oder Sandabbau die größere Gefahr für Tonle-Sap-See und Mekong darstellen. Für Goichot ist diese eher akademische Diskussion aber Zeitverschwendung: „Wir müssen pragmatisch sein und sagen OK, wir haben eine Krise, lasst uns all diese Ursachen angehen."

Die Frage ist, wie? Denn einfache Lösungen gebe es keine, sagt Forscherin Null aus Utah, da so viele Probleme zusammenwirken: „Es ist wie der 'Tod durch tausend Schnitte’. Alle zusammen verursachen deutliche Veränderungen in Wasserqualität und -menge. Das macht es schwerer, Lösungen zu finden." Da der Lower Sesan II Staudamm die Fischwanderung in die Flüsse Sesan und Srepok bereits blockiert, sei es umso wichtiger, sagt Null, zumindest den dritten großen Nebenfluss des Mekong in Kambodscha, den Sekong, von Dämmen freizuhalten. Denn Dämme im unteren Sekong würden die Wanderwege von mindestens 64 Fischarten zwischen Laich- und Aufzuchthabitaten blockieren, sagt sie.

Mekong-Experte Eyler zumindest hofft darauf, dass Staudämme ihre Attraktivität zur Energieproduktion in Zeiten immer häufigerer Trockenheit in Folge von Klimawandel verlieren werden. So konnte selbst der Lower Sesan II Staudamm zahlreiche Stromausfälle in Kambodscha während der Trockenzeit im Jahre 2019 nicht verhindern. „Das war ein Signal für die kambodschanische Regierung", sagt Eyler. Er hofft, dass Kambodscha 2030 die bis dahin aufgeschobenen Dämme im Mekong nicht bauen wird, da dann klarer sei, dass alternative Energiequellen wie etwa Solarstrom ein großes Potential in Kambodscha haben.

Auch Laos findet kaum Abnehmer für den Strom, den seine neuen Dämme produzieren. Das ist Grund zur Hoffnung für Eyler, dass das Land nicht alle geplanten Dämme bauen wird. Eine alternative Einkommensquelle dort wäre Ökotourismus, den auch Länder wie Costa Rica zur Haupteinkommensquelle gemacht hätten. „Das könnte ein großer wirtschaftlicher Treiber für Laos sein", sagt er.

Auch den Fischern am Tonle-Sap-See könnte Ökotourismus zusätzliches Einkommen ermöglichen, sagt GNF-Experte Thies Geertz. Sie wären so weniger vom Fischfang abhängig, sollte der wie zu erwarten weiter zurückgehen.

Zusammen mit der kambodschanischen NGO Fisheries Action Coalition Team (FACT) will der GNF daher das schwimmende Dorf Phat Sanday im Tonle-Sap-See für internationale Touristen attraktiver machen. Dazu gehört eine Wasseraufbereitungsanlage für 1.000 Menschen. Bislang fließen alle Abwässer, auch Fäkalien, ungeklärt in den See. Manche Menschen leiden daher an Hautausschlägen, andere an Durchfall. Nicht jeder kann sich die Plastikflaschen mit Trinkwasser leisten, die vom Festland angeliefert werden, sagt Geertz.

Ein Problem ist auch der überall herumliegende Müll; hier soll eine Mülltrennungs- und aufbereitungsanlage für zunächst 150 Haushalte helfen. Organischer Müll wird zu Dünger umgewandelt und verkauft, Plastikmüll gepresst, etwa zu Behältern für die Aufbewahrung von Fischen.

In Workshops schließlich lernen die Menschen, die überall wachsenden Wasserhyazinthen zu Souvenirs zu verarbeiten, etwa für Handtaschen.

Bezahlt wird das Ganze mit 400.000 Euro vom Entwicklungshilfeministerium (BMZ) und der Wilo Foundation in Deutschland. In Zukunft aber soll sich das Projekt von den Einnahmen aus dem Tourismus finanzieren, sagt Geertz. „Wir wollen natürlich, dass das ein Modell wird für eine nachhaltige Entwicklung eines Fischerdorfes, dass andere sich das abgucken“, betont er. „Und es interessieren sich auch schon andere Gemeinden [am See] dafür.“

Aber nicht nur den Fischern, auch den Fischen soll geholfen werden. Gegen die stetig sinkenden Wasserstände kann man im See zwar wenig tun. Aber um die Fischbestände dort wenigstens vor Überfischung zu schützen, sichern GNF und FACT im schwimmenden Dorf Phat Sanday ein fast zehn Quadratkilometer großes Schutzgebiet, in dem Fischerei verboten ist, so dass dort Fische durchwandern und Jungfische heranwachsen können.

Kein Boot weit und breit: Das Fischschutzgebiet der Gemeinde Phat Sanday im Tonle-Sap-See, Kambodscha, im März 2020.

Es sei das größte Fischschutzgebiet im See, sagt Senglong Youk von FACT. Zwar bestehe es schon länger, allerdings war es lange Zeit zu wenig gesichert; immer wieder ignorierten Fischer das Fangverbot. Erst seit FACT und der GNF Anfang 2020 eine Absperrung und regelmäßige Patrouillen einrichteten, wage sich fast niemand mehr in das Gebiet, sagt Youk.

Nicht alle Fischer waren damit einverstanden; so beschwerte sich Fischerin Sreang Hay bei uns im März 2020 über die durch die Absperrung verlorenen Einkünfte. Aber vielleicht hat sie ja inzwischen ihre Meinung geändert. Denn der Fischfang scheint sich durch die Absperrung deutlich erholt zu haben: Der durchschnittliche Fischfang pro Tag und Fischer war Ende 2020 vor den Toren des Reservats 28 Kilogramm, deutlich mehr als die 9 Kilogramm Anfang 2019. „Der Erfolg“, sagt Geertz, „ist überragend.“

Das Auffüllen des Tonle-Sap-Sees allerdings wird sich wohl auch dieses Jahr sehr verzögern. Denn das Wasser im Tonle-Sap-Fluss, der den See zu dieser Zeit normalerweise mit Wasser aus dem Mekong speist, stand Ende August 2021 ganze 80 Zentimeter niedriger als vor einem Jahr. Für diese Zeit des Jahres sei das, sagt Eyler, niedriger als jemals zuvor.

Im Projekt Countdown Natur" berichtet ein Team von 25 Journalistinnen und Journalisten mit Blick auf den UN-Naturschutzgipfel Ende 2021 über die Gefahren für die biologische Vielfalt und Lösungen zu ihrem Schutz. Die Recherchen wurden vom European Journalism Centre durch das Programm „European Development Journalism Grants“ gefördert. Dieser Fonds wird von der Bill & Melinda Gates Foundation unterstützt.

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Andreas von Bubnoff

Andreas von Bubnoff

Andreas von Bubnoff ist freier Wissenschaftsjournalist und Multimedia Producer sowie Professor für internationale Wissenschaftskommunikation und crossmedialen Journalismus an der englischsprachigen Hochschule Rhein-Waal in Kleve. Ausserdem Mitbegründer des Pandemic Silence Project. Seine Veröffentlichungen sind erschienen in zahlreichen englisch- und deutschsprachigen Publikationen wie Washington Post, The Guardian, Los Angeles Times, Chicago Tribune, WIRED, The Atlantic, Nautilus, Quanta, Prevention, Science News, Nature, Frankfurter Allgemeine Zeitung, DIE ZEIT, und SonntagsZeitung. Für seine Arbeit wurde er mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Grimme Online Award.


Countdown Natur

Der Reichtum des Lebens auf der Erde ist in Gefahr. Es geht um die Zukunft unzähliger Tier- und Pflanzenarten und Lebensräume. Das betrifft uns Menschen existenziell. Es geht auch um sauberes Trinkwasser, unsere Nahrung und ein lebensfreundliches Klima. Ein Team von 25 Journalistïnnen von RiffReporter berichtet bei "Countdown Natur" über den Wettlauf gegen die Zeit und über Lösungsansätze. Wissenschaftlerïnnen sagen: Bisher hat der globale Naturschutz fast alle Ziele verfehlt. Kommt nun die Wende zum Besseren?

2021 entscheiden die Staaten der Erde bei zwei UN-Umweltgipfeln darüber, ob und wie sie gemeinsam die weitere Zerstörung der Lebensvielfalt aufhalten wollen. Dazu braucht es vertiefte Recherchen, ausführliche Berichterstattung und eine große Öffentlichkeit. Die Recherchen werden von der Hering-Stiftung Natur und Mensch, dem European Journalism Centre, der Andrea von Braun Stiftung und dem Hofschneider-Preis gefördert. Auch Sie können uns unterstützen!

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Andreas von Bubnoff

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Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Redaktion: Rainer B. Langen
Faktencheck: Andreas von Bubnoff
Übersetzung: Andreas von Bubnoff, Singhuo Hor
Schnitt: Andreas von Bubnoff, Dirk Gilson
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