Lebensadern der Erde

Flüsse sind Biotop und Psychotop gleichermaßen

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mäandrierender Fluss in Wald aus der Luft

Wasser ist die Grundlage des Lebens. Flüsse sind die Adern, die das Wasser zu allen Zellen bringen. Es wundert also nicht, dass die ersten Hochkulturen an bedeutenden Flüssen der Erde entstanden sind, aber auch nicht, dass Flüsse zum Dreh- und Angelpunkt vieler Konflikte werden.

„Flüsse sind Lebensadern“, sagte der Schweizer Forstingenieur und Ökologe Mario Broggi im Sommer 2017 im Interview für die Sendung „Wilde Wasser“ von Radio Ö1. Im Sommer 2018 sollte sich das auf schmerzliche Weise bestätigen, als in weiten Teilen Europas extreme Trockenheit herrschte, der Rhein deshalb so wenig Wasser führte, dass Schiffe nicht mehr passieren konnten, und aus manchen Bächen Fische gerettet werden mussten.

Flüsse sind Lebensadern, weil es ohne Wasser kein Leben gibt. Sie sind ein wichtiger Teil des Wasserkreislaufs auf der Erde. Wasser dient Mensch und Tier zum Trinken, in und am Wasser eines Flusses gedeiht reichhaltiges Leben.

„Flüsse sind aber nicht nur Biotop, also Lebensraum für Tiere und Pflanzen“, sagt Mario Broggi, „sie sind auch Psychotop für das Wohlbefinden des Menschen und seine Lebensqualität.“ Broggi sieht dabei aber nicht die großteils regulierten Flüsse Europas vor seinem geistigen Auge, sondern Flüsse, die frei fließen dürfen, die Mäander bilden, Schotterbänke aufhäufen und wieder abtragen, Auwälder fluten, Nebenarme bilden und so vielfältig und dynamisch sind, wie die Moldau in Bedřich (Friedrich) Smetanas gleichnamiger sinfonischer Dichtung.

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