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Die Sponsoren des IUCN Congress: streichzartes Greenwashing?

Erst lässt sich die Weltnaturschutzunion ihren Kongress von Umweltsündern wie Nutella finanzieren. Und dann verpasst sie auch noch die reale Chance auf ein nachhaltigeres Miteinander. Ein Kommentar.

24.09.2021
4 Minuten
200-Euro-Scheine hängen zum Trocknen an einer Wäscheleine

„Wenn man Sie alle so sprechen sieht, bekommt man den Eindruck vermittelt, alle hätten verstanden, was zu tun ist“, sagte Iris Ziegler. „Und ich hoffe sehr, dass das wahr ist.“ Die Vertreterin der Tierschutzorganisation „Shark Conservation“ war eine der wenigen, die während einer Pressekonferenz kritische Worte für die Diskussionen auf dem Weltnaturschutzkongress der International Union for Conservation of Nature (IUCN) fand.

Anfang September versammelten sich NGOs, Regierungen, Unternehmen, Wissenschaftlerïnnen, indigene Gruppen und Jugendbewegungen in Marseille, um über eine nachhaltigere Zukunft zu sprechen. Bei den täglichen Pressekonferenzen und Diskussionen wärmte man aber lieber facettenreich bereits bekannte Probleme auf, anstatt über konkrete Lösungsvorschläge zu debattieren. Das Leitmotiv „nature based solutions“ hätte genug Potential für ein einwöchiges Brainstorming hergegeben, doch man war zu beschäftigt damit, ausgiebig sich selbst oder anderen auf die Schulter zu klopfen, den vorbereiteten Text aufzusagen und unangenehmen Fragen auszuweichen. Auch die anwesenden Journalistïnnen machten ihrem Berufsstand wenig Ehre und schluckten, was man ihnen in aufgebauschter diplomatischer Spreche vorkaute und als nichtssagende Häppchen servierte.

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Nahaufnahme von Nuss-Nougat-Creme auf einem Löffel
Nutella wurde in der Vergangenheit immer wieder mit dem Vorwurf des Greenwashing konfrontiert, verweist aber jedes Mal auf fragwürdige Label, die auf ein angeblich nachhaltiges Konzept setzen.

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Weißes Plakat des IUCN Congress mit den Symbolen aller Sponsoren und Partner – bis auf Nutella.
Nutella, Hauptsponsor des IUCN-Kongress, fehlte als einzige Geldquelle auf dem Plakat, das überall auf dem Kongressgelände zu sehen war.
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Giorgia Grimaldi

Giorgia Grimaldi

Giorgia Grimaldi ist eine italodeutsche Journalistin in Frankreich. Aus ihrer aktuellen Wahlheimatstadt Marseille berichtet sie für deutschsprachige Medien über politisches Geschehen, Umwelt und Feminismus. Dabei fokussiert sie sich gerne auf den Süden Frankreichs und die Überseegebiete (DOM-TOM), Regionen, die gerne von der allgemeinen Berichterstattung vergessen werden.


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Redaktion: Daniela Becker