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Lichtverschmutzung schadet vielen Lebewesen – was können wir im Alltag dagegen tun?

Der Verbraucherïnnentipp von „Countdown Natur“

von
03.03.2021
eine Minute
Abstrakte Lichtmuster, die Lichtverschmutzung symbolisieren sollen

Dass wir Menschen mit künstlicher Beleuchtung die Nacht zum Tag machen, schadet vielen Tieren, etwa Insekten, Fischen und Vögeln. Das Leuchten und Blinken stört die natürlichen Rhythmen vieler Tiere. Lichtverschmutzung gilt als eine zentrale Ursache für das Artensterben. In den Verbrauchertipps von „Countdown Natur" erfahren Sie, was wir dagegen tun können – ohne im Dunkeln sitzen zu müssen.

Tipp 1: Problem bewusst machen

Sich bewusst machen, dass wir meist mehr Licht benutzen als wir brauchen – und unnötig leuchtende Lampen ausschalten. Nachts muss das Licht in Haus und Garten nicht brennen. Dass bei Beleuchtung weniger Straftaten passieren, ist durch wissenschaftliche Studien nicht belegt. Wer nicht auf Beleuchtung verzichten möchte, kann nach oben abgeschirmte Leuchten mit Bewegungsmelder nutzen, die aber möglichst nur das benötigte Areal erhellen.

Tipp 2: Beleuchtung umstellen

Tagsüber ist helles Licht im Haus kein Problem, abends kann man es auf indirekte Beleuchtung umschalten. Wenn statt üblicher Glühlampen LEDs verwendet werden, sollten dies dimmbare LEDs mit warm-weißem Licht (und geringerem Blaulichtanteil) sein, die weniger Insekten anziehen. Sie sind deshalb beim Kauf erste Wahl, wenn man mithelfen will, die Lichtverschmutzung zu vermindern.

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Tipp 3: Mit anderen reden

Man kann auch mit Nachbarïnnen sprechen, ob sie mitmachen wollen, die Lichtverschmutzung zu vermindern. Wer neben einem Bürogebäude wohnt, das nachts beleuchtet ist, kann anfragen, ob die Lampen zum Beispiel zwischen Mitternacht und vier oder fünf Uhr morgens komplett abgestellt werden könnten. Das alleine macht die Nacht nicht schwarz, aber wenn viele mitmachen, wenigstens ein bisschen dunkler.

Tipp 4: Kommune sensibilisieren

Jede Bürgerïn kann zudem das Thema Lichtverschmutzung auf einer Dorf- oder Stadtteilinitiative oder gegenüber den kommunalen Parlamenten zur Sprache bringen. Manche Kommunen gehen bereits voran und reduzieren aktiv die Lichtverschmutzung, um zum Schutz der Artenvielfalt beizutragen – und einen freien Blick in den Nachthimmel zu ermöglichen.

Weitere Tipps bietet die „Initiative gegen Lichtverschmutzung“.

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Im Projekt Countdown Natur" berichtet ein Team von 25 Journalistinnen und Journalisten mit Blick auf den UN-Naturschutzgipfel Ende 2021 über die Gefahren für die biologische Vielfalt und Lösungen zu ihrem Schutz. Unser Newsletter informiert über neue Beiträge, Recherchen und Veranstaltungen. Die Recherchen für diesen Beitrag wurden von der Hering Stiftung Natur und Mensch gefördert.

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Dr. Ulrike Gebhardt

Dr. Ulrike Gebhardt

Ulrike Gebhardt ist Biologin, freie Journalistin und Buchautorin. Sie arbeitet unter anderem für die „Neue Zürcher Zeitung“ und „spektrum.de“. Anfang 2019 erschien ihr Buch „Gesundheit zwischen Fasten und Fülle“.


Countdown Natur

Die Reichtum des Lebens auf der Erde ist in Gefahr. Es geht um die Zukunft unzähliger Tier- und Pflanzenarten und Lebensräume. Das betrifft uns Menschen existenziell. Es geht auch um sauberes Trinkwasser, unsere Nahrung und ein lebensfreundliches Klima. Ein Team von 25 Journalistïnnen von RiffReporter berichtet bei "Countdown Natur" über den Wettlauf gegen die Zeit und über Lösungsansätze. Wissenschaftlerïnnen sagen: Bisher hat der globale Naturschutz fast alle Ziele verfehlt. Kommt nun die Wende zum Besseren?

2021 entscheiden die Staaten der Erde bei zwei UN-Umweltgipfeln darüber, ob und wie sie gemeinsam die weitere Zerstörung der Lebensvielfalt aufhalten wollen. Dazu braucht es vertiefte Recherchen, ausführliche Berichterstattung und eine große Öffentlichkeit. Die Recherchen werden von der Hering-Stiftung Natur und Mensch, dem European Journalism Centre, der Andrea von Braun Stiftung und dem Hofschneider-Preis gefördert. Auch Sie können uns unterstützen!

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