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An smaragdgrünen Flüssen

Ein Buch über Entdeckungsreisen in Friaul-Julisch Venetien.

23.05.2019
4 Minuten
Stausee des Flusses Meduna, dahinter schroffe Berge mit Wald, vorne eine alte Steinbrücke

Rechtzeitig zur Urlaubssaison ist Werner Freudenbergers neues Buch über die italienische Region nördlich der Adria erschienen, das Flussfans freuen wird: „An smaragdgrünen Flüssen. Entdeckungsreisen durch Friaul-Julisch-Venetien.“

Für die Region Friaul-Julisch-Venetien gibt es zahlreiche Reiseführer, die sich vor allem der Kultur, der Architektur, dem Wein und dem Essen widmen. Was bisher gefehlt hat, war ein Reisebegleiter, der die vielfältigen Bäche und Flüsse dieser Region in den Mittelpunkt stellt. Der Autor und Journalist Werner Freudenberger, der für den ORF zahlreiche Dokumentationen über interessante Regionen in Österreich und den Alpen-Adria-Raum gestaltet hat, hat diese Lücke nun geschlossen.

Werner Freudenberger ist seit vielen Jahren mit seiner Frau Rosemarie im Friaul unterwegs und hat die Landschaft bisher als Naturschauspiel genossen: „Das sind alles sehr eigenartige, schöne Flüsse“, sagt er. „Jeder Fluss ein Abenteuer“, schreibt er passend dazu in der Einleitung. Für das Buch hat er sie noch einmal und noch genauer erkundet und viele Details notiert, auf dass der Leser und die Leserin die 14 verschiedenen Touren nachfahren und nachwandern kann, ohne irgendwo verloren zu gehen oder hungern zu müssen.

Fluss mit Bäumen, kleines Boot, darin Fischer, im Hintergrund eine Holzbrücke
Fischer an der Livenza.
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Da gibt es zum Beispiel den Timavo, der zwischen Monfalcone und Duino sanft blubbernd aus vier Karstquellen aufsteigt, sich zu einem Fluss gewaltiger Dimension sammelt und nach 2 Kilometern in den Golfo di Panzano, eine Bucht des Golfs von Triest mündet. Der Timavo gilt als einer der kürzesten Flüsse der Welt.

Oder der berühmte Isonzo oder Soča, wie er in Slowenien heißt, der in spektakulären Farben durch wilde Schluchten fließt, bei Kajakfahrern sehr beliebt ist, und im Ersten Weltkrieg Schauplatz fürchterlicher Gemetzel wurde.

eher ruhiger Fluss, Steine in der Mitte, ein kleiner Baum, im Hintergrund viele Bäume
Der Isonzo bei Savogna.

Oder die Meduna, die aus den Friulanischen Dolomiten kommt, smaragdgrün durch natürlich entstandene Becken fließt und in der Ebene plötzlich im wahrsten Sinne vom Erdboden verschluckt wird, nämlich von einem mächtigen Schotterkörper, aus dem sie später wieder auftaucht.

Kurve eines smaragdgrünen Flusses, rundum viel Wald, im Wasser und am Kiestrand Menschen in Badekleidung.
Badeplätze an der Meduna.

Diese Flüsse und Flusslandschaften mit so unterschiedlichen Charakteren in teils einsamen Gegenden haben den Autor sehr bewegt, erzählt er: „Den Natisone habe ich jetzt für das Buch erst richtig kennengelernt.“ Eine Wanderung ist ihm besonders in Erinnerung geblieben, weil er und seine Frau dabei in einer steilen Schlucht in einen Wolkenbruch geraten sind und bis auf die Haut nass wurden. Den rutschigen Weg haben die beiden heil überstanden, das Mobiltelefon und die Kamera leider nicht. Zum Glück konnte die Speicherkarte mit den Fotos gerettet werden, denn klarerweise braucht so ein Buch auch viele Bilder, die Lust auf die beschriebenen Reisen machen.

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Mächtige alte Brücke aus Stein, darunter ein ganz klarer grüner Fluss, links oben an der Brücke ein altes italienisches Haus.
Der Natisone an der „Teufelsbrücke“ in Cividale.

Neben Fotos, Tourbeschreibungen und Skizzen gibt es auch viele Informationen zur Geschichte der Flüsse und Orte, zu Geologie, Ökologie und Morphologie, Beschreibungen der Straßen und Wege, Parkmöglichkeiten, Sehenswürdigkeiten und ausgesuchte Restaurants und Unterkünfte samt Kontaktdaten. Naturkundlich beraten wurde Werner Freudenberger vom Kärntner Biologen Helmut Zwander, der immer wieder Exkursionen an Flüsse der Region macht. Für die historischen Fakten hatte er Unterstützung von Paul Gleirscher, der die Abteilung für Ur- und Frühgeschichte am Kärntner Landesmuseum leitet.

Einer, der in diesem Buch über die Flüsse von Friaul-Julisch-Venetien selbstverständlich nicht fehlen darf, ist der Tagliamento, der „König der Alpenflüsse“. Drei Touren an diesem außergewöhnlichen Fluss, den viele von Autofahrten an die Adria aus der Ferne kennen, beschreibt der Autor. Über ihn hat Werner Freudenberger 2017 aber auch schon ein ganzes Buch vorgelegt, das ebenfalls sehr zu empfehlen ist. Zusammen ist das viel Stoff zum Entdecken der Schönheit des fließenden Wassers – von Quellen und Schluchten über Schotterbänke und Sümpfe bis ans Meer.

Mann mit weißem Haar und Vollbart steht an Fluss mit viel Schotter und türkisfarbenem Wasser.
Der Autor Werner Freudenberger am Tagliamento.

Die Bücher von Werner Freudenberger:

An smaragdgrünen Flüssen. Entdeckungsreisen durch Friaul-Julisch-Venetien. Styria Verlag 2019.

Am Tagliamento. Entdeckungen zwischen Alpen und Adria. Styria Verlag 2017.

Nächste Buchpräsentationen:

5. Juni 2019, 19.30 Uhr: Community der KHG an der Universität Klagenfurt, Nautilusweg 11, 9020 Klagenfurt

12. September 2019, 20 Uhr: Dinzlschloss, Schloßgasse 11, 9500 Villach

Buchcover eines smaragdgrünen Flusses
Buchcover An smaragdgrünen Flüssen
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Sonja Bettel

Sonja Bettel

Sonja Bettel ist freie Wissenschaftsjournalistin und interessiert sich für große und kleine Vorgänge in der Natur.


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