Enttäuscht, wütend, ernüchtert

Aus Sicht der Zivilgesellschaft bringt das WTO-Abkommen zur Aussetzung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe keine Verbesserung für die globale Gesundheit.

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Von dem Wissenschaftler sind nur die Hände in medizinischen Handschuhen zu sehen, eine Pipette und Teströhrchen.

Durchbruch oder fauler Kompromiss? Die Bilanz nach der Marathonsitzung der 164 Mitgliedsländer der Welthandelsorganisation (WTO) könnte nicht unterschiedlicher ausfallen. Die Verhandlungen, in denen es um mehrere Abkommen ging, waren um fünf Uhr morgens, nach zweitägiger Verlängerung beendet worden. Aus Sicht der WTO-Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala, die zu Beginn der Konferenz eindringlich vor einem Scheitern gewarnt hatte, habe die WTO demonstriert, dass sie „in der Lage ist, auf die Herausforderungen unserer Zeit zu reagieren."

Doch nur die Vertreter der Regierungen, nicht aber jene der Zivilgesellschaft applaudierten. Sie kritisieren unter anderem die Einigung auf eine extrem abgespeckte Version des sogenannten TRIPS-Waivers zur zeitweiligen Aussetzung des Patentschutzes für Covid-19-Impfstoffe. Kernforderungen wurden nicht erfüllt. Wieder einmal hätten Unternehmensgewinne Vorrang vor der Rettung von Menschenleben, so der Tenor. Diese Kritik kommt auch aus Südafrika – dem Land, das bereits im Oktober 2020 gemeinsam mit Indien eine umfassende Aussetzung gefordert hatte, ausdrücklich auch für Covid-Medikamente und Diagnostika.

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