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Der Fluss der Träume

Der Los Angeles River ist vieles: Betonkanal, Filmkulisse, Obdachlosen-Zuflucht. Jetzt wollen ihn Aktivistïnnen in ein Freizeitparadies verwandeln.

von
04.05.2021
7 Minuten
Ein Fluss fließt in einem Betonkanal

Ein Industriegebiet im Norden von Los Angeles: Metallzäune, Strommasten, am Horizont eine Fabrik, die Teppiche recycelt.

„Hier sind wir richtig“, ruft Erik Hines, wenngleich man ihn kaum versteht, weil im Hintergrund die Autos über den Highway donnern. „Hier geht’s runter zum Fluss“, sagt er und zeigt auf ein vergittertes Tor, an dem ein Schild die Sperrung des Weges verkündet. „Ist nicht so gemeint“, sagt er, steigt vom Fahrrad und schiebt es durch eine Lücke im Zaun.

"Bester Ort, um in L.A. Fahrrad zu fahren.“

Hines ist leidenschaftlicher Radler – mutig in einer Stadt, in der seit Jahrzehnten das Auto regiert. Doch allmählich verändere sich etwas, sagt der 41-Jährige, und dafür sei der soeben befahrene Radweg das beste Beispiel. „Willkommen am besten Ort, um in L.A. Fahrrad zu fahren.“

Frisch asphaltiert ist die Strecke, und sogar mit einer Mittellinie bemalt, wie eine richtige Straße. Auch sonst dominiert der Beton: rechts der ohrenbetäubende Interstate-Highway, links ein Regenüberlauf-Kanal, in dem ein dunkelgraues Rinnsal vor sich hinplätschert. Der Geruch der Flüssigkeit: wie Weichspüler.

„Lass dich nicht von der Optik täuschen“, sagt Hines, denn in genau dieser Industriekulisse entstehe gerade etwas ganz Großes.

Ein Radfahrer radelt hinter einem Zaun am Fluss entlang.
Zäune, Beton und ein bisschen Wasser: Für Erik Hines bietet der Radweg am LA River viel Potenzial.
Ein Radfahrer fährt über einen Radweg
Schon heute ist der Los Angeles River zum Radfahren beliebt. In Zukunft soll er deutlich grüner werden.
Ein Schild weist auf einen Radweg hin. Es ist mit Graffiti besprüht.
Großstadt-Flair oder Tristesse? Vielleicht ein bisschen von beidem.
Fahrrad-Guide Erik Hines zeigt Besucherïnnen die schönen Seiten des Flusses.
Ein Radweg führt an einem Fluss entlang.
Clevere Geschäftsidee: Im Spoke Bicycle Café kann einkehren oder gleich ein Fahrrad ausleihen.

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Müll türmt sich an einem Fluss-Ufer.
Auch so sieht der Fluss an einigen Stellen immer noch aus.
Eine junge Frau zeichnet mit Buntstiften.
Die neuen Cafés ziehen auch eine hippe Zielgruppe an – hier eine Besucherin im Fahrradcafé.
Eine klapprige Holzbrücke führt über einen Fluss.
Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Jedenfalls wird noch viel Zeit vergehen, bis das Flussufer komplett renaturiert ist.
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Steve Przybilla

Steve Przybilla

Steve Przybilla (Jg. 1985) ist freier Journalist. Zu seinen Schwerpunkten gehören USA-Reportagen sowie Mobilitäts- und Datenschutz-Themen. Seine Texte erscheinen u.a. in der Süddeutschen Zeitung, der NZZ und bei FAZ Quarterly.


USA-Reporter

"Amerika ist wunderschön -- wenn nur die Amerikaner nicht wären." Als Steve Przybilla seinen ersten USA-Flug buchte, fasste ein Reisebüro-Mitarbeiter das Land mit genau diesem Satz zusammen.

Das Erlebnis ist lange her, das Reisebüro längst geschlossen. Was geblieben ist, ist Steves unstillbare Neugier auf dieses verrückte, unbekannte, uns Europäern oft fremde und gerade deswegen so faszinierende Land. Seit 15 Jahren bereist Steve für verschiedene Medien (u.a Süddeutsche Zeitung, Neue Zürcher Zeitung, Spiegel online) als Reporter die USA.

In seinem Online-Magazin nimmt Sie Steve mit auf seine Recherchen. In unregelmäßigen Abständen erscheinen hier Reportagen, die eine Perspektive jenseits der üblichen Klischees bieten. Wir entdecken Amerika, indem wir Washington hinter uns lassen. Indem wir Kifferïnnen interviewen, Separatistïnnen besuchen, einem Botox-Doktor aufs Skalpell schauen und "Black Lives Matter"-Aktivistïnnen auch dann noch begleiten, wenn ihre Demo längst vorbei ist. Waffenrecht, Todesstrafe und Abtreibungsstreit? Auch das ist Amerika. Aber eben nicht nur.

Durch dieses Eintauchen ins pralle Leben entsteht ein mehrdimensionaler und trotzdem kritischer Blick auf ein Land, das sich ständig wandelt. Und Sie sind dabei.

Willkommen im Magazin für USA-Reportagen. Welcome to USA Reporter!

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