USA: Eine Sechsjährige stört den Unterricht—prompt kommt die Polizei.

Das Justizsystem in den USA kennt keine Gnade. Selbst Grundschul-Kinder werden verhaftet, vor allem, wenn sie schwarz sind. Nur langsam regt sich Widerstand gegen diese Praxis.

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Kaia Rolle im Polizeiauto

Das kleine Mädchen mit den roten Haargummis schluchzt, Tränen kullern ihr übers Gesicht: „Bitte geben Sie mir eine zweite Chance! Bitte, bitte, bitte!“

Doch der Schulpolizist kennt keine Gnade. Weil Handschellen zu groß für die kleinen Kinderarme sind, fixiert er sie mit Kabelbindern. Dann muss das Mädchen im Streifenwagen Platz nehmen, hinter Gittern, wie eine Schwerverbrecherin.

Das Mädchen heißt Kaia Rolle. Sie ist sechs Jahre alt. Ihr Vergehen: ein Wutanfall im Klassenraum.

Kinder-Verhaftungen sind kein Einzelfall

Der Vorfall ereignet sich am 19. September 2019 an einer Grundschule in Orlando. Bodycam-Videos dokumentieren, wie ein Polizist Kaia abführt und ins Polizeiauto bugsiert.

Als die Aufnahmen veröffentlicht werden, ist die Empörung groß. In den USA, aber auch weltweit diskutieren Medien das rabiate Vorgehen der Polizei.

Dabei ist der Vorfall in Orlando kein Einzelfall. Bis heute werden in den USA jeden Tag Kinder verhaftet, oft wegen Lappalien. Doch auch der Widerstand gegen diese Praxis wächst.

Anwalt Daryl Smith sitzt am Schreibtisch und tippt am Computer
Anwalt Darryl Smith vertritt Kaias Familie. Er kämpft für eine Entschädigung.
Ein Polizist führt die sechsjährige Kaia ab
Bodycam-Aufnahmen zeigen, wie die damals sechsjährige Kaia Rolle in ihrer Schule verhaftet und von Polizisten abgeführt wird.
Kaia auf dem Rücksitz im Polizeiauto
Ihr Flehen hat nichts genützt: Kaia sitzt im Polizeiwagen hinter Gittern, wie eine Schwerverbrecherin.

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