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Ermutigung für Afrikas Islamisten

Die Rückeroberung Afghanistans durch die Taliban wird gefeiert

von
03.09.2021
6 Minuten
Eine Kalashnikov auf dem Boden.

Afrika hat sich laut dem jüngsten UN-Expertenbericht im ersten Halbjahr 2021 zu der Region entwickelt, die weltweit am meisten unter dem Terror islamistischer Gruppen leidet. Der jüngste Erfolg der Taliban in Afghanistan könnte ihnen weiteren Auftrieb geben.

Auf dem afrikanischen Kontinent gibt es etliche islamistische Gruppen. Viele von ihnen haben Verbindungen zum Al-Qaida-Netzwerk oder dem so genannten Islamischen Staat. Vor allem im westafrikanischen Sahel mit den Ländern Burkina Faso, Mali, Niger, Nigeria und dem Tschad nimmt deren Einfluss seit einigen Jahren drastisch zu. In Nordafrika mit den Ländern Algerien, Marokko, Tunesien und Libyen reicht die Präsenz extremistischer Gruppen noch länger zurück. Somalia im Osten des Kontinents ist ein weiterer Schwerpunkt, das benachbarte Kenia Rückzugsraum und Rekrutierungsgebiet. Seit einigen Jahren leidet auch die Bevölkerung in Mosambik im südlichen Afrika zunehmend unter der Gewalt islamistischer Terrorgruppen.

Westliche Truppen ziehen ab

In etlichen der Staaten, vor allem im Sahel und in Somalia, sind westliche Truppen präsent, um die jeweiligen Armeen und Regierungen im „Kampf gegen den Terror“ zu unterstützen. Aber angesichts militärischer Rückschläge und ausbleibender politischer und militärischer Erfolge ziehen westliche Staaten auch dort ihre Truppen ab.

Einem Bericht der BBC zufolge feierten islamistische Gruppen schon kurz nach der Rückeroberung Afghanistans durch die Taliban. „Gott ist groß“, schrieb ein mit der somalischen Al-Shabaab verbundenes Medienorgan als Reaktion auf die Machtübernahme. Und Iyad Ag Ghaly, Führer der malischen Koalition Al-Qaida-naher Gruppen Jamaat Nusrat al-Islam wal-Muslimin (JNIM) gratulierte den Anführern der Taliban in seiner ersten öffentlichen Botschaft seit 2019: „Wir gewinnen“, gab er sich sicher.

Brody McDonald vom „Global Network on Extremism and Terrorism“ (GNET) twitterte wegen dieser und ähnlicher Reaktionen schon am 17. August, wenige Tage nach dem Einmarsch der Taliban in Kabul: „Der Sieg der Taliban ist ein riesiger Propagandaerfolg für Gruppen wie #HayatTahrirAlSham #AlQaiea #ISIS #ISIL #BokoHaram #AlShabaab“.

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Bettina Rühl

Bettina Rühl

Bettina Rühl lebt seit 2011 als freie Korrespondentin in Nairobi. Ihre Radio-Dokumentationen und Features wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem 2020 mit dem deutschen Bundesverdienstkreuz. Sie ist Vorsitzende des Korrespondentennetzwerkes weltreporter.net.


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