1. RiffReporter /
  2. Wissen /
  3. Der Sternenhimmel im Februar 2021

Der Sternenhimmel im Februar 2021

Monatsthema: Planetenentstehung

von
31.01.2021
3 Minuten
Um den als kleiner heller Punkt dargestellten Stern HD163296 ist eine ovale, rot eingefärbte Ringstuktur zu sehen, die in ihrer Ausbuchtung oben rechts deutlich heller, das beduetet in dem Fall heißer, ist.

Eigentlich sind Planeten nichts weiter als ein Abfallprodukt der Sternentstehung. Überreste der Materiewolke, aus der ein Stern entsteht, sammeln sich um den jungen Stern in seiner Rotationsebene als sogenannte protoplanetare Scheibe an. Und in dieser Materiescheib aus Gas und Staub bilden sich, mit etwas Glück, schließlich Planeten wie Merkur, Erde oder Jupiter – oder auch völlig fremde Welten, wie wir sie uns nur schwer vorstellen können. Mehr als 4000 extrasolare Planeten haben Astronomen seit 1995 entdeckt, und wir wissen inzwischen, dass Planeten bei fremden Sternen eher die Regel als die Ausnahme sind. Doch wie aus den winzigen Staubteilchen in protoplantaren Scheiben erdähnliche Planeten oder die Kerne gasartiger Planeten in einer begrenzen Zeitspanne werden, ist noch nicht endgültig verstanden. Denn die Lebensdauer derartiger turbulenter Gasscheiben ist begrenzt; durch innere Reibung lösen sie sich mit der Zeit auf und können nicht länger als wenige Millionen Jahre existieren.

Nach dem einfachsten Szenario wachsen die Staubteilchen nach und nach zu größeren Bausteinen von Planeten, sogenannten Planetesimalen und schließlich zu Planeten heran, indem sie gelegentlich zusammenstoßen und aneinander haften bleiben. Doch dieser Prozess ist für die Lebensdauer einer Materiescheibe eigentlich zu langsam.

Um den als kleiner heller Punkt dargestellten Stern HD163296 ist eine ovale, rot eingefärbte Ringstuktur zu sehen, die in ihrer Ausbuchtung oben rechts deutlich heller, das beduetet in dem Fall heißer, ist.
In der Staubscheibe um den Stern HD163296 hat sich vermutlich Staub in einem Wirbel verdichtet (hellgelbe Region) und kann nun rascher zu einem Planeten heranwachsen. Die eingefärbten Infrarotaufnahmen zeigen die Temperaturverteilung in der Staubscheibe. Heller bedeutet wärmer.

Kostenfreier Newsletter: Weltraumreport

Tragen Sie sich hier ein – dann erhalten Sie regelmäßig Hinweise auf unsere besten Artikel und Infos zu den Weltraumreportern.

Die Materiescheibe um den Stern AB Aurigae ist in dieser Aufnahme mit dem VLT der ESO als rot-gelber Wirbel abgebildet.
Astronomen vermuten, dass in der Materiescheibe um den Stern AB Aurigae gerade ein Planet entsteht.
Himmelskarte mit Sternpositionen für den 1. Februar um 22:00 Uhr MEZ über Frankfurt am Main.
Der Sternenhimmel Anfang Februar 2021 gegen 22:00 Uhr MEZ über Frankfurt am Main.
Kaufen Sie diesen Artikel.
Dr. Felicitas Mokler

Dr. Felicitas Mokler

Felicitas Mokler ist Astrophysikerin und Wissenschaftsjournalistin. Sie schreibt für Medien wie die Neue Zürcher Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Die Zeit, Spektrum der Wissenschaft und Sterne und Weltraum.


Die Weltraumreporter

Liebe Leserin, lieber Leser,

Sie haben ein Herz für Pluto – oder sorgen sich um den Erhalt eines dunklen Nachthimmels? Wir sind erfahrene Wissenschaftsjournalisten und beobachten und ordnen ein, was von unserem kosmischen Vorgarten bis zur fernsten Galaxie passiert. Und wir fragen für Sie nach: Welche Trends zeichnen sich in der Raumfahrt ab? Und welche Probleme ergeben sich daraus? Wenn Ihnen unsere Arbeit gefällt, abonnieren Sie uns für 3,49 Euro im Monat.

Es grüßen Sie Ihre Korrespondenten aus dem All: Felicitas Mokler, Yvonne Maier, Stefan Oldenburg und Karl Urban

Kostenloser NewsletterÜber unsLeseprobenPodcastInstagramTwitter

Verantwortlich im Sinne des Presserechts

Dr. Felicitas Mokler

Konrad-Adenauer-Straße 15
69221 Dossenheim

E-Mail: fm@weltraumreporter.de

Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter