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Hilft die Impfung auch gegen mutierte Corona-Viren?

von
02.02.2021
2 Minuten
Eine Gesundheitsarbeiterin hält eine Ampulle mit dem Coronavirus-Impfstoff Oxford-AstraZeneca hoch, um ihn in einem Krankenhaus in Kathmandu, Nepal, den Gesundheitsarbeiter an vorderster Front zu verabreichen.

Was bedeuten die Corona-Mutanten für die Impfungen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Jeder Impfstoff muss für jede neue Variante des Coronavirus einzeln getestet werden. Neue Virus-Varianten haben mehrere genetische Mutationen. Die RNA eines mutierten Virus unterscheidet sich also an mehreren Stellen von der RNA des Sars-Cov-2. Britische Forschende schätzen die Zahl der Virus-Varianten auf etwa 4000.

Ein wichtiger Teil des Impfschutzes gegen SARS-CoV-2 beruht darauf, dass Antikörper gebildet werden, die die Stellen auf der Virushülle blockieren, mit denen sich Sars-CoV-2 an menschliche Zellen bindet. Mutationen der Viren-RNA können die Oberfläche der Virushülle verändern und damit die Schutzwirkung der Antikörper verringern.

Die Impfstoffhersteller können die Folgen der Mutationen im Labor testen. Sie verwenden künstlich hergestellte sogenannte Pseudoviren, die einige der Mutationen aufweisen, und versetzen sie mit Blutseren von geimpften Personen. Dann verfolgen sie, ob die Viren von den Antikörpern neutralisiert werden. Diese Labortests können nur die Reaktion der Antikörper prüfen, nicht aber die Rolle von T-Zell-vermitteltem Impfschutz. Deshalb müssen zusätzliche klinische Studien durchgeführt werden.

Manche Corona-Impfstoffe müssen angepasst werden

Derzeit werden vor allem die britische Variante B.1.1.7 und die südafrikanische Variante B.1.351 überprüft. Die bisher veröffentlichten Ergebnisse: Der Impfstoff von Moderna wirkt im Labor gegen beide Mutationen, allerdings schwächt die Variante B.1.351 den Schutz deutlich ab. Der Hersteller will deshalb seinen Impfstoff mRNA-1273 anpassen.

Für den Impfstoff BNT162b2 von Biontech/Pfizer sind nach den bisherigen Laborergebnissen dagegen keine Veränderungen nötig. Bei dem von AstraZeneca und der Universität Oxford entwickelten Impfstoff AZD1222 fehlen noch offizielle Ergebnisse. Aber die Uni Oxford hat dem Telegraph bestätigt, dass sie gerade die Durchführbarkeit einer Anpassung an die britische, die südafrikanische und die brasilianische Mutation P1 prüft. Der deutsche Impfstoffentwickler CureVac hat angekündigt, gemeinsam mit dem britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline eine neue Generation von Impfstoffen zu entwickeln, die vor den ansteckenderen Varianten des Coronavirus schützen sollen.

(Rainer Kurlemann, aktualisierte Fassung, Stand 4.2.2021)

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