Der Sternenhimmel im September 2017

Nebelringe

3 Minuten
Ringnebel im Sternbild M57.

Das Weltall ist stets in ewigem Wandel. Sterne entstehen und vergehen. Unsere Sonne wird sich in rund viereinhalb Milliarden Jahren zu einem Roten Riesenstern aufblähen und anschließend ihre äußere Hülle ins All abstoßen – und es damit Milliarden und Abermilliarden Sternen mittlerer Masse gleichtun.

Durch die Teleskope des 18. Jahrhunderts betrachtet ähnelten diese Hüllen sterbender Sterne als verwaschenes rundes Fleckchen dem Abbild eines fernen Gasplaneten wie Uranus. So kamen sie zu ihrem Namen «planetarischer Nebel». Obwohl die Astronomen längst herausgefunden haben, dass diese leuchtenden Gasnebel rein physikalisch nichts mit Planeten gemein haben, heißen sie noch heute so.

Das berühmteste dieser Objekte ist der Ringnebel M 57 im Sternbild Leier (siehe Einstiegsbild). Er erscheint im Feldstecher als unscharfes «Sternchen», in einem besseren Amateurteleskop bereits als flächige, nebelartige Ringstruktur. Nicht weit von M 57 entfernt befindet sich im Sternbild Füchschen der sogenannte Hantelnebel M 27, der eine bipolare Struktur aufweist. Und weiter östlich des Schwans, zwischen Eidechse und Andromeda, wartet der «blaue Schneeball», NGC 7662, mit einem noch komplexeren Ringmuster auf.

In der Mitte all dieser planetarischen Nebel leuchtet der heiße Kern des ursprünglichen Sterns weiter. Als sogenannter Weißer Zwerg strahlt er bei Temperaturen von 25 000 bis 30 000 Grad vor allem blaues und ultraviolettes Licht ab. Diese energiereiche Strahlung verleiht den Atomen in der abgegebenen Gashülle einen Energiekick und versetzt sie in einen energetisch angeregten Zustand. Nach einiger Zeit fallen die Atome nach und nach in niedrigere Energieniveaus oder gar den Grundzustand zurück und emittieren dabei je nach chemischem Element und Übergangsniveau Photonen bei einer ganz bestimmten Wellenlänge, also Farbe.

Die wahre Farbpracht der planetarischen Nebel offenbart sich allerdings erst in fotografischen Aufnahmen. Das menschliche Auge nimmt die lichtschwachen Objekte nur in Grautönen wahr. Besonders beeindruckend sind die Aufnahmen des Hubble Space Telescope.


ein Blick auf den Nachthimmel durch ein Teleskop [AI]
Der Sternenhimmel im September über Frankfurt am Main gegen 23:00 Uhr MESZ.

Verantwortlich im Sinne des Presserechts

Dr. Felicitas Mokler


Konrad-Adenauer-Straße 15
69221 Dossenheim
Deutschland

E-Mail: fm@weltraumreporter.de

Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Lektorat: Jan Hattenbach