100 Jahre Gummibärchen – die zarteste Versuchung, seit es Gelatine gibt?

Weltweit bekannt und beliebt: Die Goldbären haben vor einem Jahrhundert ihren Siegeszug angetreten. Aber auch andere Kulturen kennen wabbelige Desserts mit langer Tradition.

4 Minuten
Eine große Menge bunt gemischter Goldbären auf einem Haufen

Zucker, ein paar Küchengeräte und ein Herd genügten Hans Riegel, um kurz nach dem Ersten Weltkrieg seine eigene Firma zu gründen: Haribo, kurz für „Hans Riegel Bonn“. Wenig später, vor genau 100 Jahren, brachte er dann einen Verkaufsschlager auf den Markt. Inspiriert von Vorführungen auf dem Jahrmarkt schuf Riegel aus Zucker, Fruchtsaft und Gummi die „Tanzbären“, von denen zwei Stück für einen Pfennig verkauft wurden. Im Lauf der Jahrzehnte schrumpften die Tierchen, wurden rundlicher und schließlich auf „Goldbären“ umgetauft. Ein patentierter Markenname, der Haribo allerdings kein Monopol auf wabbelige Süßspeisen sichern konnte. Ein paar Kostproben aus der langen und globalen Geschichte süßer Gallerte.

Gummibären oder gummy bears kennt nun wirklich die ganze Welt, obwohl sich in der Evolution der tanzenden Goldbären die Zutaten änderten – und Gummi durch Gelatine ersetzt wurde. Sie ist ein prominenter Vertreter der Geliermittel, die Wasser binden und damit Lebensmittel wie Gelees, Joghurts, Marmeladen, Speiseeis oder sogar Fleisch, Gemüse und Fisch in Konserven andicken und versteifen können. Sie werden wie das Agar-Agar aus Algen, wie das Pektin aus Pflanzen oder aber aus Tiermaterial gewonnen – so auch die Gelatine aus Schlachtabfällen von Rindern und Schweinen. Sie besteht überwiegend aus Kollagen, dem Hauptbestandteil von Bindegewebe, das auch unseren Körper als schleimartiger Gewebekleber zusammenhält.

Ausschnitt einer Goldbären-Packung, die englisch beschriftet ist.
Haribo gelang mit den mittlerweile patentierten Goldbären ein internationalen Verkaufsschlager. Die bunten „gummy bears“ sind auf der ganzen Welt bekannt und beliebt.
Dessert aus Südostasien, ein Klotz aus unterschiedlich farbigen Schichten.
Traditionell oder nicht? Dieses „Regenbogen-Kueh“ stammt aus Singapur, hat aber mehr als die neun Schichten, die ein langes Leben versprechen.

Verantwortlich im Sinne des Presserechts

Susanne Wedlich

Erphostr. 50
48145 Münster

www: http://www.susanne-wedlich.com

E-Mail: schleimwelten@yahoo.com

Tel: +49 251 39477478

Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Lektorat: Giorgia Grimaldi