Der Wolf kehrt zurück – mit der AfD im Schlepptau

Erstmals haben Wissenschaftler den Einfluss des Wolfs auf das Wahlverhalten in seinen Hochburgen modelliert. Dort, wo es Wolfsattacken auf Nutztiere gab, verbucht die AfD bei Wahlen deutliche Stimmgewinne

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Ein Wolf im Freiland

Der Wolf erobert auf leisen Sohlen immer neue Regionen seiner früheren Verbreitung in Deutschland zurück. Die Zahl der Rudel könnte sich Analysen zufolge gegenüber dem heutigen Stand in den kommenden Jahrzehnten verzehnfachen. Doch die Erfolgsgeschichte des Artenschutzes könnte eine überraschende Schattenseite haben. Eine soeben veröffentlichte Studie zeigt: Die Wiederbesiedlung Deutschlands durch den Wolf geht mit Wahlgewinnen für die rechtspopulistische AfD einher.

Forscher der Universität Amsterdam untersuchten die Zusammenhänge zwischen Wolfsangriffen auf Nutztiere und dem Wahlverhalten in Deutschland seit der Wiedervereinigung. Sie fanden heraus, dass in Gemeinden, in denen es zu Wolfsangriffen kam, häufiger die AfD gewählt wird. Der „Wolfs-Bonus“ könnte bis zu fünf Prozentpunkte ausmachen. Studienleiter Bernhard Clemm erläutert die Hintergründe:

Porträtfoto Bernhard Clemm vor neutralem Hintergrund
Bernhard Clemm forscht an der Amsterdam School of Communication Research der Universität Amsterdam und hat das Wahlverhalten in Gebieten untersucht, in denen Wölfe Weidetiere attackiert haben.
Ein Wahlplakat der AfD mit einem jungen Greifvogel und einem Windrad als HIntergrund
Auch beim Thema Windenergie setzt die AfD auf Emotionen
Ein Drohnenfoto eines wiedervernässten Waldes
Auch die geplante großflächige Renaturierung entwässerter Moore – hier der Anklamer Stadtbruch in Mecklenburg-Vorpommern – birgt Konfliktpotenzial, warnt Clemm.

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