Per Anhalter nach Süden: Vögel nutzen auf dem Zug Schiffe als Mitfahrgelegenheit

Der Weg für Zugvögel in den Süden ist lang und beschwerlich. Viele nutzen Schiffe für eine Pause. Ein in seinem Ausmaß übersehenes Phänomen oder eine neuere Anpassung des Vogelzugs an die Zunahme des Schiffsverkehrs auf dem Meer?

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Ein Containerschiff auf dem weiten Meer

Der Weg für Zugvögel in den Süden ist lang und beschwerlich. Mehr Gefiederte als bisher angenommen nutzen den dichten Schiffsverkehr als Gelegenheit für eine Pause. Ein übersehenes Phänomen oder eine Anpassung des jahrtausendealten Vogelzugs an die Zunahme des Seeverkehrs?

Während viele Menschen noch die Sommerferien genießen, heißt es für einige Vögel bereits wieder Abschied zu nehmen. Ab August verlassen uns die ersten Arten, um ihren langen Flug in die afrikanischen Überwinterungsgebiete anzutreten. Die Mauersegler sind als erstes schon seit einigen Tagen am Himmel über Städten und Dörfern verschwunden. In den kommenden Wochen brechen dann immer weitere Vogelarten zu ihrer anstrengenden Reise auf, während derer sie tausende Kilometer auf eigenen Schwingen zurücklegen.

Vor allem die Passagen über sogenannte ökologische Barrieren – Berge, Wüsten und Meere – sind dabei eine enorme Kraftanstrengung. Wissenschaftler haben ermittelt, dass der Zug die energieaufwändigste Phase im Leben eines Vogels ist und ihn bis zur Hälfte des gesamten Energieverbrauchs des Jahres kostet.

Eine Gruppe aus vier Wüstenregenpfeifern fliegt niedrig über das Meer
Viele Vögel überqueren das Meer, obwohl sie nicht schwimmen können. Diese Wüstenregenpfeifer legen große Strecken nonstop zurück. Ein Schiff bietet eine willkommene Rastmöglichkeit auf dem Meer
Eine Flussseeschwalbe fliegt niedrig über das Meer
Seeschwalben, hier eine Flussseeschwalbe, brauchen keine Schiffe zur Rast auf dem Meer.
Ein FItis sitzt auf der Reeling einer Fähre
Diesen Fitis fotografierte Flugbegleiter-Leser Darius Stiels auf der Überfahrt von Hoek van Holland nach Harwich.

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