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Smart City Reporting

Was vernetzte Städe über unser urbanes Leben erzählen können

von
28.02.2019
11 Minuten
Probe von Stickstoffdioxid mit der geforscht wird.

Die Städte, in denen wir leben, sind für Journalisten schwer zu fassen. Sie sind lebendige Gebilde, in die der Reporter eintaucht, mitgerissen wird. Sie sind widersprüchlich und uneinheitlich. Aus der Reporter-Perspektive des Flaneurs ist es sehr schwierig, größere Strukturen zu erkennen. Dazu kommt die Mischung aus privatem und öffentlichem Grund, aus einsehbaren und verborgenen Räumen. Daten, etwa das Wahlverhalten von Anwohnern, lassen sich mittlerweile granular bis auf einzelne Straßenzüge herunterbrechen. Aber was ist mit dem Wasserverbrauch oder dem Fahrverhalten? Und wie verändern Live-Daten den Blick? Was könnten uns vernetzte Autos und Busse erzählen, was die Summe der Smartphone-Sensoren? Könnten uns Smarthome-Daten aggregiert etwas über die privaten Räume der Stadt berichten? Welche Geschichten stecken in Abwasserdaten und Supermarktschlangen, in Staus, den Füllständen von Mülltonnen und Bestellungen in Cafés, den Routen der Lieferdienstfahrer und der Briefträger? Sie erzählen Geschichten über den Rhythmus der Stadt. Das Internet der Dinge erhebt viele dieser Daten. Eine Ebene aus Daten macht die Stadt neu lesbar.

Ein Fahrrad mit einem kleinen schwarzen Kasten befestigt, der Daten sammelt.
Ein kleiner schwarzer Kasten am Oberrohr sammelt Abstandsdaten
„Die Radfahrer schwärmten in alle [zwölf] Bezirke der Stadt aus und legten bis zum 11. November eine Gesamtstrecke von 13.300 Kilometern zurück. Durchschnittlich war also jeder Radfahrer 130 Kilometer in Berlin unterwegs. Auf der Strecke wurden 16.700 Überholmanöver von Autos, Lastern, Bussen, Motorrädern und Rollern dokumentiert. Überholvorgänge mit einem Abstand von weniger als 1,5 Metern wurden als, eng‘ bewertet. 9402-mal wurde zu eng überholt, das heißt, dass weit mehr als jeder zweite Überholer den Sicherheitsabstand nicht einhält. 3019-mal wurde sogar mit weniger als einem Meter Abstand überholt, und 192 Autofahrer überholten mit einem Abstand von unter 50 Zentimetern.“ – Ergebnisse des Projekts
Ein Screenshot eines Radmessers. Man sieht zwei Autos auf einem Parkplatz.
Radmesser: Den Überholabstand zwischen Fahrrad und Auto ist für die Sicherheit von Radfahrern entscheidend
Feinstaubsensor
Nicht schön, aber effektiv: Der Feinstaubsensor im Rohrgehäuse
Jan Georg Plavec vor Laptop
Redakteur Jan Georg Plavec hat den Feinstaubradar miterfunden

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Stickstoffröhrchen
Nicht immer braucht Sensorjournalismus elektonische Sensoren: Stickstoffröhrchen
“Yes, it takes almost 550,000 gallons of water in L.A. to keep a half-acre lawn healthy each year. And that’s assuming that your irrigation system is 100 percent efficient, which it never is.”
How we found the Wet Prince of Bel Air
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Dr. Jakob Vicari

Dr. Jakob Vicari

Jakob Vicari ist Wissenschaftsjournalist und Lead Creative Technologist bei tactile.news. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt im Journalismus der Dinge: Für den WDR produzierte er das Sensorjournalismus-Projekt Superkühe. Er hat die Nachrichtentasse Newsmug erfunden und den Storytrolley, einen vernetzten Einkaufswagen für Verbraucherjournalismus vor dem Kühlregal. Mit Unterstützung von Google Digital News Initiative hat er den Prototypen eines smarten Nachrichtenmöbels gebaut. Mit dem Start-up tactile.news entwickelt er journalistische Formate im Internet der Dinge. Das WDR-Projekt #bienenlive wurde mit dem Deutschen Reporterpreis 2019 ausgezeichnet. (Foto: Heinrich Holtgreve, Styling Ines Könitz)


Jakob Vicaris Journalismus der Dinge

Wir leben in einer Welt der vernetzten Dinge. Was heißt das für den Journalismus? In meiner Riff-Reporter-Koralle mache ich mich auf die Suche nach neuen Geschichten, Strategien und Prototypen für den Journalismus von Morgen. Als erster Aussichtspunkt in diese Zukunft hat sich hier die Koralle für den “Journalismus der Dinge” (Journalism of things, JoT) festgesetzt. Schön, dass Sie da sind!

In dieser Koralle werde ich Reporterinnen, Leserinnen und Redaktionen das Basiswissen für den Journalismus der Dinge liefern. Vom kostengünstigen Projekt für die Lokalredaktion bis zum Großprojekt fürs Fernsehen: Wie können vernetzte Gegenstände den Journalismus bereichern? Wie sehen Formate, Dramaturgien und Stories von und mit Gegenständen aus? Wie kann Journalismus für das Nachrichtenmobiliar von Morgen funktionieren? Hier ist jede Woche ein neuer Beitrag aus der Welt der vernetzten Dinge geplant.


Kontakt: / @jot_labsKostenlose Leseprobe / Journalismus der Dinge jetzt abonnieren / Newsletter Sensorenpost / Probleme beim Bezahlen?

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