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Revolutionäre mit Drohnen und Headsets

Eine junge, energiegeladene Generation will Afrika verändern – mittels modernster Technologie: So könnten Drohnen, Künstliche Intelligenz und Virtuelle Realität die Landwirtschaft revolutionieren.

von
18.06.2019
11 Minuten
Eine Drohne schwebt im Vordergrund in der Luft. Im Hintergrund ist unscharf eine größere Gruppe afrikanischer Kinder zu sehen.

Ein Mann dreht einem Huhn mit der bloßen Hand den Hals um, ein anderer schürt ein Lagerfeuer an, Kinder spielen Fußball mit Dosen – und über allem fliegt eine Drohne, DJI Phantom 4 Pro, 1-Zoll 20 Megapixel Sensor, Videos in 4K bei 60 Bildern pro Sekunde, FlightAutonomy-System, nach hinten gerichtete Sensoren und zwei Infrarot-Sensoren. Es könnte kaum einen größeren Gegensatz geben als modernste Technik über dieser heißen, staubigen Plantage in einem ländlichen Vorort der ivorischen Hauptstadt Abidjan. Doch die Arbeiter haben sich längst daran gewöhnt, dass die Kautschuk-Plantage „Tropical Rubber Côte d’Ivoire“, kurz TRCI, zu einem Hotspot für die Anwendung einer raffinierten Kombination aus Highend-Technologien geworden ist: Die Drohne des Startups WeFlyAgri zeichnet dank ihrer Kamera eine exakte Karte der Plantage, ein riesiges Gelände mit tausenden von bis zu 40 Meter hohen Kautschukbäumen.

Mittels Künstlicher Intelligenz soll künftig das Gespür der Plantagenbesitzer für die optimale Behandlung dieser riesigen Bäume unterstützt werden, damit der Anbau effizienter und die Ernte größer wird. Zudem soll die Kontrolle der Arbeiten einfacher werden: Die Bilder der Drohne werden von einer Software zusammen „genäht“ zu einem 360-Grad-Bild und auf ein Virtual-Reality-Headset übertragen: der Plantagenbesitzer wird dann durch die Augen der Kamera schauen können, die an der Drohne über seinen Feldern schwebt.

Es ist die gleiche Technologie, wegen der Google kürzlich kräftig Ärger bekommen hat mit seinen Mitarbeitern und daraufhin die Zusammenarbeit mit dem amerikanischen Militär eingestellt hat, das damit die Welt vermessen will. Automatisiert Sinn zu schöpfen aus Luftbildern, das könnte die Welt verändern: je mehr dieser Bilder es gibt, und je besser künstliche Intelligenz via Bilderkennung versteht, was auf dem Boden vor sich geht, umso besser kann in den Kriegen der Zukunft automatisiert entschieden werden, wo Bomben fallen sollen. Doch autonome Kriegsroboter kommen nicht gut an in der Bevölkerung. Aber die Technologie kann auch für das Gute eingesetzt werden.

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Eine große, futuristisch aussehende Drohne schwebt über den der Plantage. Im Hintergrund sind unscharf einige Bäume der Plantage zu sehen.
Die Drohne kartografiert bei ihrem Rundflug systematisch die gesamte Plantage.
Ein Arbeiter bei der Kautschukernte auf der Plantage. Er ist ganz in lila gekleidet.
Die Rückmeldungen der Arbeiter sind gut gemeint, doch ohne systematische Zuordnung oft nicht wirklich hilfreich.
Ein afrikanischer Mann im dunkelblauen Hemd steht mit zufriedenem Gesichtsausdruck in einem Feld seiner Plantage. Sein Blick geht in die Ferne.
Plantagenbesitzer Yao Boue Justin bei einem Rundgang durch die Plantage. Bald wird er das auch virtuell erledigen können.
Blick in die Kautschuk-Plantage: Ein Baum gleicht dem anderen.
Reihe 9, Baum 28?? Der dritte Baum von links, in der viert-letzten Reihe??? Ohne genaue Karten kann es hier schwierig werden den Überblick über den Zustand einzelner Bäume zu behalten.
Zwei Arbeiter laufen in Richtung eines einfachen weißen Hauses.  Zwei alte rote Anhänger stehen in der Gegend rum.
Eine Ansicht der Plantage
Ein junger Mann mit dunkler Haut, schwarzen haaren und Bart schaut links an der Kamera vorbei in die Ferne. Er trägt Polo-Shirt, Baseball-Cap und eine moderne Brille. Sein Blick hinter den vermittelt einen gewissen Stolz und eine gesunde Zuversichtlichkeit.
Joseph-Olivier Biley, der Sohn des Plantagenbesitzers und Gründer von WeFlyAgri.
Ein Mann steuert per Fernbedienung eine Drohne. Im Hintergrund stehen einige Kinder, die die Drohne beobachten.
Auch wenn es auf dem Bild anders scheint, die Drohne ist auf der Plantage längst Alltag.
Das Team von WeFlyAgri nimmt gerade eine Drohne in Betrieb
Joseph-Olivier Biley und sein Team von WeFlyAgri zusammen mit Yao Boue Justin (im blauen Hemd)
Eine Gruppe von Menschen lacht für das Foto in die Kamera. Eine Drohne darf natürlich auch auf diesem Bild nicht fehlen.
Joseph-Olivier Biley und sein Team mit Kindern von der Plantage
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Eva Wolfangel

Eva Wolfangel

Eva Wolfangel ist freie Wissenschafts- und Reportagejournalistin, Speakerin und Moderatorin und beschäftigt sich mit Zukunftstechnologien wie künstlicher Intelligenz und virtueller Realität, Ethik und Hirnforschung. Twitter: @evawolfangel 


VR-Reporterin

"Wir gehen virtuell" ist in der Corona-Krise schon zum geflügelten Wort geworden. Im digitalen Raum entstehen gerade ganz neue Realitäten, und sie führen zu einer verrückten Entwicklung: Digitales und Physisches rücken wieder näher zusammen, näher als je zuvor in der Geschichte der Computer. Und auch unser Realitätsbegriff steht in Frage. Virtuelle und digitale Welten sind ebenso Realität wie die materielle Welt. Unser aller Leben wird von den Vorgängen in diesem riesigen "Raum zwischen den Computern" bestimmt - von digitalen Meetings über die Algorithmen sozialer Netzwerke bis hin zu dreidimensionalen virtuellen Welten. Wie wollen wir in Zukunft leben in und mit diesen Realitäten?

VR-Reporterin Eva Wolfangel befragt Forscher und Entwickler, Philosophen und Nerds und sie schreckt vor nichts zurück: sie erweitert ihre Realität technisch, sie reist in die Virtuelle Realität und real um die Welt, um zu berichten, was Menschen auf diesem Planeten mit diesem neuen Raum anstellen. LeserInnen dieser Koralle können in Echtzeit zusehen, wie das Digitale unsere Realität verändert und welche Fragen das für unser Leben in Zukunft eröffnet.

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