So weit die Akkus tragen

E-Autos sind für den Stadtverkehr ideal. Doch taugen sie auch für eine Urlaubsreise? Wir probieren es mit einem Kleinwagen aus.

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Ein Auto steht auf einem Supermarktparkplatz, davor eine Ladesäule.

Der Pressesprecher bei Opel ist besorgt. Ein bisschen gemein sei das ja schon, ausgerechnet einen kleinen Corsa über die Autobahn jagen zu wollen.

„Elektroautos sind dafür einfach nicht gemacht“, sagt er. Und ergänzt: „Die glänzen vor allem im Stadtverkehr.“ Nach einem längeren Telefonat stellt der Konzern trotzdem ein Testfahrzeug bereit – verbunden mit dem dringenden Ratschlag, nicht schneller als 120 km/h zu fahren.

Gemein zu sein ist nicht das Ziel dieses Autotests. Stattdessen soll er herausfinden, ob man in einem elektrischen Kleinwagen auch über längere Strecken verreisen kann.

Keine Frage: Im Stadtverkehr sind E-Autos schon alltagstauglich, besonders dann, wenn man zu Hause eine eigene Ladesäule hat. Doch auch E-Auto-Besitzerïnnen möchten irgendwann einmal die Oma am anderen Ende des Landes besuchen oder in den Urlaub fahren. Und nicht jede® hat 100.000 Euro für einen „Tesla Model S“ (Norm-Reichweite: 610 Kilometer) übrig.

Daher die Frage: Geht ein solcher Langstrecken-Trip auch im Kleinwagen?

Blick durch die Frontscheibe eines Corsa-E. Zu sehen ist die Autobahn.
Das Navi zeigt zwar Ladestationen an, kann aber keine Ladestopps zur aktuellen Route berechnen. Deshalb muss vorab gut geplant werden.
Eine Europakarte zeigt eine Route von Bonn nach Freiburg über die A61 an.
Testlauf in Deutschland: Die erste Etappe führt von Bonn nach Freiburg.
Eine Hand hält eine Plastikkarte vor ein Kartenlesegerät.
Erste Lektion: Öffentliche Ladesäulen lassen sich nicht immer per App starten. Eine solche Ladekarte sollte man deshalb immer dabei haben – besser zwei oder drei.
Ein CCS-Stecker steckt in der Stromsteckdose eines Elektroautos.
Anstecken und los. Im Idealfall ist es so einfach, in der Praxis leider nicht immer. Vor allem dann, wenn man keine Ladesäule findet.
Ein Autofahrer dreht sich um und schaut in die Kamera
Immer fröhlich bleiben: Reporter Steve Przybilla am Steuer des Corsa-E
Ein Auto parkt vor einer Ladesäule.
Ladestopp in Baden-Baden. Ein Anruf beim Kundendienst bringt die Stromtankstelle wieder zum Laufen.
Ein Auto steht unter einem Holzdach, auf dem sich Solarzellen befinden.
Hier kommt Sonne ins Auto. Neben der Stromtankstelle Limburg-Süd an der A3 befindet sich eine Pizzeria. Gut zum Zeitvertreib!
Vier verschiedene Länder muss ich durchqueren. Sagt jedenfalls der Routenplaner. Am Ende kommt es anders.
Ein Mann mit Atemschutzmaske hält ein Stromkabel in der Hand.
Elektrische Rettung: Bei der Supermarktkette „Auchan“ dürfen Kundinnen und Kunden kostenlos laden.
Mehrere Autos parken neben einer Straße. Im Hintergrund ist eine Kathedrale zu sehen.
Direkt vorm Hotel in Boulogne steht eine städtische Ladesäule. Leider hat sie in der ersten Nacht ihren Dienst nicht verrichtet
Nahaufnahme eines Navi-Bildschirms.
Das Navi zeigt Strom-Tankstellen entlang der Route an. Manche gab es während der Testfahrt aber gar nicht
Blick in den Motorraum eines Opel Corsa-E
Der Verbrennungsmotor hat ausgedient. Doch eine Langstreckenfahrt im E-Auto ist noch immer mit vielen Hindernissen verbunden.
Ein E-Auto lädt an einer Schnellladestation
Die gute Nachricht: Selbst im Schwarzwald (wie hier in Kirchzarten) gibt es Schnellladestationen. Manchmal ist aber Geduld gefragt, wenn sie schon belegt sind

Verantwortlich im Sinne des Presserechts

Steve Przybilla


Stühlingerstraße 24
79106 Freiburg
Deutschland

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