Europas letzte Sklavenhändler: Die Schattenseite von Barcelonas Pracht

Obwohl der Sklavenhandel zwischen Afrika und Amerika seit 1821 verboten war, wurden danach über Spanien eine halbe Million Menschen verkauft. Die Gewinne aus dem lukrativen Geschäft flossen auch in die Umgestaltung der Touristenmetropole.

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Auf einem Platz in Barcelona ist ein leerer Sockel zu sehen.

Vor dem Postgebäude in Barcelona klafft eine Lücke. Der Sockel des Denkmals ist leer. Bis vor wenigen Jahren stand darauf eine überlebensgroße Statue von Antonio López y López (1817–1883), seines Zeichens Graf von Comillas, Gründer einer transatlantischen Schifffahrts- und einer Eisenbahngesellschaft, Großinvestor in eine der wichtigsten damaligen Banken – und Sklavenhändler. Das Denkmal wurde 2018 nach Protesten von SOS Rassismus auf Initiative der linken Stadtregierung entfernt.

Ein Mann steht mit verschränkten Augen vor einem Arkadengang in Barcelona und blickt in die Kamera.
José-Miguel Sanjuan Marroquin hat die Geschichte der Sklaverei in Barcelona erforscht.
Ein Arkadengang am Hafen. Als Relief sind über dem Bogen ein Korb mit tropischen Früchten und das Portrait eines schwarzen Sklaven zu sehen.
Tropische Früchte und ein schwarzer Sklave: In Barcelona verweist der Hausschmuck auf die Quelle des Wohlstands der Besitzer.
Touristen flanieren vor dem schmiedeeisernen Eisentor des Palau Güell in Barcelona
Der Palau Güell von Antoni Gaudí in Barcelona lockt Touristen aus aller Welt. Weniger bekannt ist die Geschichte seines Mäzenns.
Auf der Rambles in Barcelona flanieren Touristen, im Hintergrund ist die Kolumbusstatue zu sehen.
Die Kolumbusstatue am Fuß der Rambles verweist auf den Traum vom Reichtum in den ehemaligen spanischen Kolonien.

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