Zu viele Mücken? In Florida verspricht ein Konzern Abhilfe durch Gentechnik

In den USA werden gentechnisch veränderte Mücken freigelassen, die sich mit wilden Insekten paaren sollen. Der Widerstand vor Ort ist groß

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Ein Plakat zeigt eine riesige Mücke, die einem Menschen ins Auge sticht

Bei RiffReporter hat der Kollege Rainer Kurlemann bereits die Hintergründe zu Oxitecs Genmücken-Experiment recherchiert. Der hier folgende Text beschreibt die Situation vor Ort in Florida.

Wenn Bryon Elliot auf Mücken-Jagd geht, lässt er die Chemikalien erst mal im Auto. Stattdessen greift der Schädlingsbekämpfer zu einem Kescher und einem Eimer, in dem Silberkärpflinge schwimmen. Behutsam setzt er die Fische in einem Regenüberlauf-Becken aus.

„Die sind sehr nützlich“, sagt Elliot, „denn sie fressen Mückenlarven für ihr Leben gern.“

Es ist Mittagszeit auf den Florida Keys, einer Inselgruppe am südlichsten Zipfel der USA. Selbst im Winter klettern die Temperaturen hier regelmäßig über 25 Grad.

Die Luft ist warm und feucht – ein Urlaubsparadies, in dem sich Korallen tummeln, aber auch Insekten, die Krankheiten übertragen.

Mücken übertragen Krankheiten

Jeden Tag streift sich Bryon Elliot deshalb seinen weißen Pullover mit der Aufschrift „Mosquito Control“ über, um nach Brutstätten der Plagegeister zu fahnden.

Mücken sind in Florida seit jeher ein Problem. Doch je näher die Menschen an die natürlichen Sumpf-Landschaften heranrücken, desto akuter wird die Gefahr: Die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti), eine invasive Spezies aus den Tropen, breitet sich aus.

In den vergangenen Jahren kam es ihretwegen mehrfach zu Dengue- und Zikavirus-Ausbrüchen auf den Keys.

Um das Problem zu lösen, haben sich die Behörden vor Ort auf ein gewagtes Experiment eingelassen: gentechnisch veränderte Mücken. Es ist der erste derartige Großversuch in den USA.

Ein Mann hält einen Plastikeimer, in dem Fischlarven schwimmen, in die Kamera
Schädlingsbekämpfer Bryon Elliot setzt Silberkärpflinge aus. Die sollen Mückenlarven fressen.
Bryon Elliot geht mit einem Kescher durch ein Wohngebiet. Auf seinem Rücken steht „Mosquito Control“
Mücken brüten in Pfützen oder Überlaufbecken. Schädlingsbekämpfer Bryon Elliot setzt dort deshalb Silberkärpflinge aus. Diese sollen die Mückenlarven fressen.
Andrea Leal hält das Drahtmodell einer Stechmücke in der Hand.
Andrea Leal leitet die staatliche Behörde zur Schädlingsbekämpfung auf den Florida Keys. Sie befürwortet die Genmücken.
Zwei Helikopter stehen in einem Hangar, im Hintergrund hängt die USA-Fahne
Helikopter des staatlichen „Mosquito Control Districts“ warten auf ihren Einsatz
USA-Landkarte mit Markierung der Florida Keys
Weg vom Festland: Das Genmücken-Experiment findet auf den Florida Keys statt.
Ein Helikopter des „Florida Keys Mosquito District“ versprüht Insektizide
Ein Helikopter des „Florida Keys Mosquito District“ versprüht Insektizide
Einsamer Strand mit Palmen
Die Florida Keys sind ein Urlaubsparadies – von gelegentlichen Hurrikans und nervigen Mücken mal abgesehen.
Tierarzt Doug Mader im Kittel mit Hund neben sich
Tierarzt Doug Mader befürwortet das Oxitec-Projekt. Mücken könnten gefährliche Krankheiten übertragen und sollten deshalb mit allen Mitteln bekämpft werden.

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Steve Przybilla


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