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  3. USA: Woher kommt die Faszination für Ufos und Aliens?

Von Roswell bis Area 51: Was steckt hinter dem Interesse an Aliens?

In den USA reicht das Ufo-Fieber lange zurück. Genau wie das Misstrauen gegen die eigene Regierung.

19.07.2021
8 Minuten
Ein mit Aufklebern überklebtes Schild mit der Aufschrift „Extraterrestrial Highway“ steht nachts unter einem Sternenhimmel.

Viel erkennen kann man nicht. Ein körniges Schwarz-Weiß-Video, aufgenommen von der Infrarotkamera eines US-amerikanischen Kampfflugzeugs. Im Fadenkreuz ist ein heller Punkt zu sehen, der über den Wolken kreist.

„Guck dir das Ding an“, ruft der ungläubige Pilot über Funk. Ein anderer Ausschnitt zeigt eine blitzschnelle Kugel, die über den Himmel huscht. „Ich hab’s!“, jubelt der Pilot, als sein Zielsystem das Objekt erfasst. „Was zur Hölle ist das?“ What the fuck?

Die Videos, die derzeit durchs Internet geistern, sind schon älter, sie stammen aus den Jahren 2004 und 2015. Dass sie aktuell so viel Aufmerksamkeit erfahren, hängt mit einer Mitteilung des Pentagon zusammen: Das amerikanische Militär bestätigt darin, dass die Mitschnitte echt sind.

143 Sichtungen bleiben ungeklärt

Was darauf zu sehen ist, würden Außenstehende wohl am ehesten als Ufo bezeichnen. Doch das Pentagon wäre nicht das Pentagon, wenn es für die Objekte nicht eine neue, vermeintlich sachlichere Bezeichnung hätte: UAP, Unknown Aerial Phenomena, zu Deutsch: unbekannte Himmelsphänomene.

Über solche mysteriösen Vorfälle wird in den USA derzeit viel diskutiert. Das liegt an einem lange erwarteten offiziellen „Ufo-Report“, den die Geheimdienste Ende Juni veröffentlicht haben. Das Dokument trägt zusammen, was die Behörden über die UAP wissen. Und das ist nicht viel.

143 der Beobachtungen seit 2004 bleiben weiterhin unaufgeklärt. Viele Amerikanerïnnen hatten gehofft, dass der Bericht endlich einen Beleg für außerirdisches Leben bringt. Stattdessen reichen die verfügbaren Daten nicht aus, um daraus eindeutige Schlüsse zu ziehen. Sind nun Außerirdische unter uns oder nicht? Hier wird man nicht fündig.

Foto aus einem Video des US-Militärs, das aus dem Cockpit eines Kampfpiloten stammt. Im Visier ein kleiner schwarzer Fleck, der sich mit großer Geschwindigkeit bewegte.
Diese Aufnahme stammt von Kampfpiloten, die zum Flugzeugträger USS Theodore Roosevelt gehören. Die Videos solcher Beobachtungen von 2014/15 waren Anlass für eine neuerliche Untersuchung Unbekannter Flugobjekte.
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Zwei Männer mit Masken beugen sich über ein Krankenbett, in dem ein Alien liegt.
Nachgestellte Obduktion von Außerirdischen im Roswell UFO Museum. In Roswell soll 1947 ein Ufo abgestürzt sein. Das Militär machte damals selbst widersprüchliche Angaben.

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Ein Ufo aus Pappe liegt auf einem Feld. Daneben stehen Pappfiguren, die wie Farmer aussehen und dem Ufo „Starthilfe“ geben.
Ein bisschen Spaß muss sein: Nachgestellte Ufo-Landung in Roswell im US-Bundesstaat New Mexico
Ein Graffito zeigt Außerirdische, die eine menschliche Stadt angreifen.
Verschwörungstheorien als Spiel: An der Main Street in Roswell hat die Alien-Invasion schon begonnen.
Ein junger Mann steht neben einem Briefkasten, der wie der Roboter „R2D2“ aus Star Wars aussieht.
Post in ferne Galaxien: Autor Steve Przybilla vor einem Briefkasten in Roswell, New Mexico.
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Steve Przybilla

Steve Przybilla

Steve Przybilla (Jg. 1985) ist freier Journalist. Zu seinen Schwerpunkten gehören USA-Reportagen sowie Mobilitäts- und Datenschutz-Themen. Seine Texte erscheinen u.a. in der Süddeutschen Zeitung, der NZZ und bei FAZ Quarterly.


USA-Reporter

"Amerika ist wunderschön -- wenn nur die Amerikaner nicht wären." Als Steve Przybilla seinen ersten USA-Flug buchte, fasste ein Reisebüro-Mitarbeiter das Land mit genau diesem Satz zusammen.

Das Erlebnis ist lange her, das Reisebüro längst geschlossen. Was geblieben ist, ist Steves unstillbare Neugier auf dieses verrückte, unbekannte, uns Europäern oft fremde und gerade deswegen so faszinierende Land. Seit 15 Jahren bereist Steve für verschiedene Medien (u.a Süddeutsche Zeitung, Neue Zürcher Zeitung, Spiegel online) als Reporter die USA.

In seinem Online-Magazin nimmt Sie Steve mit auf seine Recherchen. In unregelmäßigen Abständen erscheinen hier Reportagen, die eine Perspektive jenseits der üblichen Klischees bieten. Wir entdecken Amerika, indem wir Washington hinter uns lassen. Indem wir Kifferïnnen interviewen, Separatistïnnen besuchen, einem Botox-Doktor aufs Skalpell schauen und "Black Lives Matter"-Aktivistïnnen auch dann noch begleiten, wenn ihre Demo längst vorbei ist. Waffenrecht, Todesstrafe und Abtreibungsstreit? Auch das ist Amerika. Aber eben nicht nur.

Durch dieses Eintauchen ins pralle Leben entsteht ein mehrdimensionaler und trotzdem kritischer Blick auf ein Land, das sich ständig wandelt. Und Sie sind dabei.

Willkommen im Magazin für USA-Reportagen. Welcome to USA Reporter!

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