Wie Hochkultur zu Pop wurde: Piet Mondrians Impact auf Kunst, Mode und Design

Eine Ausstellung über die posthume Erfolgsgeschichte eines radikalen Malers, dessen Kompositionen sogar in die digitale Welt ausstrahlen

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Ein Gitter aus schwarzen Latten, in deren Feldern Regale angebracht sind oder Bilder eingefügt sind.

Ludwigshafen am Rhein ist nicht New York, aber immer für eine Überraschung gut. Im dortigen Wilhelm-Hack-Museum wurde vor kurzem eine faszinierende Ausstellung eröffnet, die erstmals den enormen Einfluss der abstrakten Bilder Piet Mondrians auf Kunst, Mode und Design untersucht. Worin liegt das Geheimnis des Malers, das bis in die Gegenwart die Gemüter bewegt?

Es gibt Leute, die beim Anblick abstrakter Bilder einen jähen Blutdruckabfall erleiden: Wie langweilig, nichts zu erkennen außer Linien und Farben… Noch schlimmer ist es, wenn es sich ausschließlich um senkrechte und waagerechte Balken handelt, die wie ein Gerüst das Bildfeld gliedern, akzentuiert mit Farbfeldern in den Primärfarben Rot, Blau oder Gelb. Für die anderen konzentriert sich Mondrian schlicht auf universelle Gestaltungsgesetze und schafft auf diese Weise ungeheuer kraftvolle Bilder, in denen es für ihn nicht nur um Harmonie und Ausgewogenheit der Bildelemente geht, sondern auch um eine von Äußerlichkeiten befreite Welt.

Ein Gemälde, das schwaze senkrechte und waagerechte Balken zeigt sowie drei Farbfelder in Gelb Rot und Blau.
Zeitlos modern? Piet Mondrian malte diese „Komposition mit Rot, Schwarz, Blau und Gelb“ im Jahre 1928.
Eine schmale junge Frau, die ein Kleid mit pliessiertem Rock trägt, das aus einem Stoff mit einem aubwechselungsreichen Karomuster gefertigt ist.   Karomuster
Mondrian auf dem Laufsteg: Entwurf von Miuccia Prada aus dem Jahre 2011.
Teil eines Duschvorhangs vor beiger Kachelwand
Zitat des Zitats: Der Fotokünstler Jörg Sasse fotografierte 1991 einen Vorhang aus den 1950er Jahren, dessen Muster Mondrian zitiert.
Blick in die Ausstellung, links der Turm gestapelter IKEA-Tische in gelb, rot, grau und schwarz
Lässig und subversiv: Ryan Gander stapelte quadratische IKEA-Tische in Mondrian-Farben zu einem Turm übereinander.

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