Langer Atem

Das Historische Museum Frankfurt fiebert der Neueröffnung entgegen

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Ein Mann in Anzug und Krawatte steht lächelnd vor verpackten Objekten in einem großen hellen Raum.

Seit einiger Zeit wird in Deutschland viel geredet über das zeitgemäße Museum, auf Tagungen, bei den Verbänden auf Landes- und auf Bundesebene, in den Verwaltungen, in Buchpublikationen und in den sozialen Medien. Verwirklichen konnten das, was ihnen seit Jahren vorschwebt, bislang erst wenige. Meist bietet ein Neu- oder Erweiterungsbau die Chance, ein neues Kapitel aufzuschlagen, wie etwa im Fall des Historischen Museum Frankfurt , das im Oktober seine teilweise zusammen mit den Bürgern der Stadt gestalteten Dauerausstellungen im Neubau eröffnen wird.

Wer sich ein chaotisches Mitmach-Museum vorstellt, wo Kuratoren entmachtet und das Volk das Heft in die Hand genommen hat, der irrt. Der Wandel ist äußerst behutsam und durchdacht angegangen worden. Auf der Ebene „Frankfurt 1“, einem Objekt-Parcours auf 2.000 Quadratmetern, wird die Historie Frankfurts gezeigt, unterbrochen von interaktiven Elementen, etwa von „Studierzimmern“, die zur Vertiefung einzelner Themen einladen. Im 1.000 Quadratmeter großen Bereich „Frankfurt Jetzt“ hingegen ist die Arbeit der seit 2010 stattfindenden „Stadtlabore“ eingeflossen. Und es wird auch weiterhin Raum geben für temporäre Projekte, die für das Archiv des Museums dokumentiert werden sollen.

Am Anfang stand aber die rein technische Notwendigkeit eines Neubaus, den sich auch die Politik städtebaulich wünschte. weil der Sichtbeton-Bau aus den 1970er Jahren das Flair des rekonstruierten Altstadtkerns störte. Der Historiker Jan Gerchow, der seit 2005 an der Spitze des Hauses steht, ergriff die Chance, dem stadtgeschichtlichen Museum eine neue Richtung zu geben. Er brauchte auch nicht lange zu überlegen, was der zentrale Punkt der Neuorientierung sein müsste. Nicht nur die Sammlung digitalisieren, nicht nur relevante Themen aufgreifen, nicht nur die Vermittlung stärken, sondern an allererster Stelle, das Leitbild neu formulieren.

„Das Museum wird zum Ort der Information, Reflexion und Diskussion über Frankfurt und bietet differenzierte Erklärungen und Hintergründe der städtischen Geschichte an. Als Forum für die wichtigen Themen der Stadtgesellschaft trägt es zur Verständigung über die Gegenwart und Zukunft der Stadt bei. (…) Das Museum ist partizipatorisch ausgerichtet, es nimmt den Erfahrungs- und Wissensschatz seiner Besucher ernst und nutzt ihn als integrierten Bestandteil. Das neue Historische Museum Frankfurt spricht alle Bewohner/innen und Besucher/innen der Mainmetropole an. Es richtet sich in spezifischer Weise an die zahlreichen Neubürger aus den unterschiedlichsten Kulturen der Welt und an die internationalen Gäste am Messestandort und Verkehrsknotenpunkt Frankfurt.“
Das Frankfurter Museumsquartier am Römer aus der Luftperspektive.
Die neuen Gebäuderiegel des Historischen Museums Frankfurt sind unterirdisch mit den dem Saalbau und dem Stauferhof verbunden.
Das Foto zeigt die Seitenansicht eines rosafarbenen Sandstein-Neubaus mit Schrägdach.
Der Neubau des Historischen Museums Frankfurt geht über in den Saalbau, den ältesten Gebäudeteil der Hauses.

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