Auf die Barrikaden!

Das Badische Landesmuseum probt die Revolution

5 Minuten
eine rote Fahne flattert im Wind

Der Jugendbeirat tagt seit Dezember, ein Film ist entstanden, wo laut der FSJ-Mitarbeiterin „wirklich was zerstört wird“, außerdem sollen ein Graffiti-Workshop und „was auf Instagram“ realisiert werden. Revolution ist was anderes. Aber immerhin: die Ausstellung „Revolution! Für Anfänger*innen“ des Badischen Landesmuseums greift ihr Thema zeitgemäß, aber auch zeit- und länderübergreifend auf, schlägt einen Bogen von 1789 über 1848, die Novemberrevolution 1918 bis zur den „Farbenrevolutionen“ und zum „Arabischen Frühling“.

In der Ausstellung wird, nicht wie üblich, Geschichte chronologisch erzählt, sondern thematisch geordnet nach Ursachen, Auslösern, Mechanismen und Folgen von Revolutionen gefragt. Es sind weniger Exponate zusammengestellt worden als gewohnt, dafür aber viele Quellen zugänglich gemacht worden, über Hörstationen, Videos oder Smartphones. Und wer sein eigenes revolutionäres Potential testen will, kann das vor Ort tun: Ein Frage-Parcours spielt an einem Modellfall durch, was passieren muss, damit wir Deutsche auf die Barrikaden gehen.

„Revolutionen kommen überraschend“, schreibt Gero von Randow im Magazin zur Ausstellung. So sei der Streit um die Zusammenlegung der Schlafräume von Studentinnen und Studenten der Auslöser für den Pariser Mai 1968 gewesen. Ein wenig bedeutendes Ereignis bringt die Kugel ins Rollen, fast immer haben charismatische Führungspersönlichkeiten wie Robespierre, Lenin oder Che Guevara die Bewegung angeführt, und oftmals greift die revolutionäre Energie auf die angrenzenden Ländern über, etabliert sich nach dem Umsturz eine neue Ordnung. Auch ein spezieller Dresscode setzt sich durch und Lieder rufen zum Aufstand auf oder feiern die Helden. Diese Parallelen brachten den Direktor des Badischen Landesmuseums Eckart Köhne auf die Idee, einmal anders auf das Phänomen Revolution zu blicken.

Das Foto zeigt einen Maibaum und ein besprühtes Transparent; im Hintergrund ein schräg stehender Thronsessel.
Das Badische Landesmuseum nutzte für ihre Ausstellung „Revolution für Anfänger*innen“ eine experimentelle Szenografie.
Eine junge Frau vor einer Wand mit Texten und mehreren Monitoren, auf denen Videos laufen.
Die zeit-und länderübergreifende Ausstellung „Revolution für Anfänger*innen“ im Badischen Landesmuseum thematisierte auch den arabischen Frühling 2011.
Text, der von einem Smartphone angezeigt wird.
Hasta siempre, Comandante! – Informationen zum Che Guevara-Song lassen sich per Smartphone abrufen.
Aquarell, das im Hintergrund den Turm des Karlsruher Schlosses zeigt, auf dem die badische Flagge gehisst ist. Im Vordergrund zwischen Baumalleen Männer mit Fackeln.
Revolution in Karlsruhe: 1848 zogen Studenten mit Fackeln vor das Schloss. Heute ist dort das Badische Landesmuseum untergebracht.
Eine Frau betrachte ein Fallbeil mit Holzliege, Metallkorb und Seilwinde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden etliche Kriegsverbrecher zum Tode verurteilt. Die französische Besatzungsmacht benutzte zur Vollstreckung der Urteile die Rastatter Guillotine.

Verantwortlich im Sinne des Presserechts

Carmela Thiele


Jollystraße 47
76137 Karlsruhe
Deutschland

www: https://www.torial.com/carmela.thiele

E-Mail: ct@debattemuseum.de

Weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Redaktion: Maximilian Steinbeis

Faktencheck: Carmela Thiele