Spionage-Satelliten als Zeitmaschine

Ein halbes Jahrhundert lang versuchten die Supermächte USA und Sowjetunion sich gegenseitig mit Spionagesatelliten auszuforschen. Die historischen Archive sind mittlerweile nicht mehr geheim. Für Geowissenschaftler eröffnet sich ein Datenschatz.

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Satellitenbild Schwarzweiß des Vulkans, erinnert an eine Portion Schlagsahne von oben.

Der Kalte Krieg war eine Zeit hoher geopolitischer Spannungen, in der die Sowjetunion genauso wie die USA jederzeit bereit waren, die jeweils andere Seite mit einem nuklearen Erstschlag zu vernichten. Deshalb setzten beide Supermächte viel daran, den Gegner auszuforschen. Jahrzehntelang machten hunderte Spionagesatelliten Fotos fast der gesamten Erde. Diese Fotos liegen bis heute in den Archiven, aber das Ende des Kalten Krieges beendete Stück für Stück die Geheimhaltung – und die Archive wurden zunehmend freigegeben, was sie zunehmend interessant für Forschende macht.

„Dank dieser Bilder können wir in der Zeit zurückreisen“, sagt Livia Piermattei von der Universität Oslo. Die Forscherin arbeitet zusammen mit ihrem Team mit historischen Satellitenbildern, um die Folgen des Klimawandels zu erforschen. Denn eigentlich gibt es Bilder von Berggletschern und Eiskappen, die speziell für wissenschaftliche Zwecke in hoher Auflösung aus dem All aufgenommen wurden, erst seit den 90er Jahren.

Ein schwarz-weißes Satellitenbild, die dunkle kompakte Seeoberfläche mit einigen Schleierwolken darüber.
Der Aralsee am 22. August 1964: Noch war er da der viertgrößte See der Erde, heute ist er fast ausgetrocknet. Das Bild machte der US-Spionagesatellit KH-5 Argon.
Satellitenbild einer gelben Wüste, der See ist nur noch im Norden an einer Küstenlinie mit Wasser erkennbar, der allergrößte Teil ist weißlich-gelb gefärbte Wüste.
Der Aralsee am 15. Juni 2018, aufgenommen vom ESA-Satelliten Proba
Schwarzweiß-Satellitenbild, der untertassenförmige Gletscher am Rand
Der Malaspina-Gletscher, aufgenommen 1977 oder 1978 vom US-Spionagesatelliten Hexagon KH-9
Satellitenbild mit schnee-/eisbedeckten Bergen, südlich mit halbrunder und Gletscherzunge
Malaspina liegt im Südosten Alaskas und gehört zu den größten Vorlandgletschern der Erde. Hier aufgenommen vom Satelliten Landsat 8 am 24. September 2014.

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