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Der zerbrechliche Planet

Die Erde aus Raumfahrersicht

18.06.2020
18 Minuten
Der Planet Erde, ein wahrlich blauer Planet aus Sicht der drei NASA-Astronauten Neil Armstrong, Buzz Aldrin und Michael Collins auf ihrem Flug zum Mond im Juli 1969.

Egal welcher Nationalität, egal welcher Religionszugehörigkeit, egal ob Frau oder Mann: Raumfahrer beschreiben ihre Sicht auf unseren Heimatplaneten mit auffällig ähnlichen Worten. Nun sind Raumfahrer keine geborenen Lyriker oder Umweltschützer. Und doch scheinen Aufenthalte außerhalb der Erdatmosphäre in ihrem Denken und Empfinden Erstaunliches bewirkt zu haben, wie ein Blick auf dieses „Nebenprodukt“ der Raumfahrt zeigt.

Die Erkenntnis ist nicht neu, dass sich Raumfahrer während oder nach ihren Missionen in ähnlicher Weise äußern. Im Jahre 1987 benannte der amerikanische Journalist Frank White dieses Phänomen als „Overview-Effect“. Seither wird – auch mit schmunzelndem Blick – immer mal wieder die Frage aufgeworfen, ob Ausflüge in den Erdorbit, oder damals zum Mond, aus manchen Raumfahrern „Linke“ gemacht haben oder machen. Ich will das nicht deuten, vielmehr einige der Zitate, die ich im Laufe der Jahre sammelte, für sich stehen und sprechen lassen. Natürlich ist die Auswahl, die ich hier präsentiere, subjektiv. Aber: In vielen Jahren habe ich keinen einzigen Ausspruch eines Raumfahrers gefunden, der nicht in dieselbe Richtung ginge wie die hier präsentierten Aussagen. Es gibt höchstens wortkargere Raumfahrer, von denen kein einziges Interview und nicht einmal einzelne Aussagen überliefert sind. Die sozialen Medien, von den Raumfahrtagenturen öffentlichkeitswirksam genutzt, sind da ein Glücksfall: Viele Besucherinnen und Besucher der internationalen Raumstation ISS zeigen sich in den vergangenen Jahren besonders auskunftsfreudig, teilweise mit sehr persönlichen Worten und Bildern. Oder ist es andersherum? Sehen wir nur mehr ihrer Aussagen über unseren Heimatplaneten, weil ihre oft mit eindrucksvollen Fotos illustrierten Aussagen durch die sozialen Medien präsenter sind? Wie auch immer, auch Tweets, Facebook-Posts oder Instagram-Bilder sind es wert, eine Sammlung von Raumfahrer-Zitaten aufzuwerten.

Anne McClain lässt ihren Talisman aus der ISS auf die Erde schauen: Ja Kumpel, das ist deine Mutter Erde. Ist sie nicht schön?
Yes buddy, that's your Mother Earth. Isn't she beautiful? – Anne McClain kreiste zwischen Dezember 2018 und Sommer 2019 203 Tage lang mit der ISS um die Erde – und lässt ihren Talisman auf die Erde schauen.
Anne McClain lässt ihren Talisman aus der ISS auf die Erde schauen: Ja Kumpel, das ist deine Mutter Erde. Ist sie nicht schön?
Yes buddy, that's your Mother Earth. Isn't she beautiful? – Anne McClain kreiste zwischen Dezember 2018 und Sommer 2019 203 Tage lang mit der ISS um die Erde – und lässt ihren Talisman auf die Erde schauen.
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Der Mond vom Erdorbit aus fotografiert, im Vordergrund die blaue Erdatmosphäre.
Der Mond, fotografiert vom deutschen Raumfahrer Alexander Gerst während seiner ersten Mission auf der ISS 2018, im Vordergrund die blaue Erdatmosphäre.
Der italienische Raumfahrer Paolo Nespoli zitiert in einem Tweet vom 11. Juni 2020 Juri Gagarin: „Von hier oben ist die Erde wunderschön, ohne Grenzen oder Begrenzungen.“ Auf seinem Foto zu sehen ist der Süden Italiens.
Tweet des italienischen Raumfahrers Paolo Nespoli vom 11. Juni 2020 mit einem Bild, das den Süden Italiens zeigt. Im zweiten Teil seines Tweets schreibt er: „… Und ich werde an Gagarin erinnert: 'Von hier oben ist die Erde wunderschön, ohne Grenzen oder Begrenzungen.'“
Der italienische Raumfahrer Paolo Nespoli zitiert in einem Tweet vom 11. Juni 2020 Juri Gagarin: „Von hier oben ist die Erde wunderschön, ohne Grenzen oder Begrenzungen.“ Auf seinem Foto zu sehen ist der Süden Italiens.
Tweet des italienischen Raumfahrers Paolo Nespoli vom 11. Juni 2020 mit einem Bild, das den Süden Italiens zeigt. Im zweiten Teil seines Tweets schreibt er: „… Und ich werde an Gagarin erinnert: 'Von hier oben ist die Erde wunderschön, ohne Grenzen oder Begrenzungen.'“
Dieses Foto zeigt Nordeuropa – und die dünne, zerbrechlich wirkende Atmosphäre, die Ulf Merbold beschreibt. Gut zu sehen ist auf dieser Aufnahme auch der zerbrechliche Nationalpark Wattenmeer, von den Westfriesischen Inseln über die Kette der Ostfriesischen Inseln bis Nordfriesland und Dänemark.
Auf diesem Foto, aufgenommen von Alexander Gerst während seines ersten ISS-Aufenthaltes 2014, sind Nordeuropa zu sehen – und die dünne Atmosphäre, die Ulf Merbold beschreibt. – Sehr schön erkennbar ist auf dieser Aufnahme auch der zerbrechliche Nationalpark Wattenmeer, von den Westfriesischen Inseln über die Kette der Ostfriesischen Inseln bis Nordfriesland und Dänemark.
Ein Sonnenaufgang, vom Erdorbit aus vom deutschen Raumfahrer Alexander Gerst fotografiert. Über der aufgehenden Sonne die dünne, orange-blaue Erdatmosphäre, darüber die Schwärze des Weltalls.
Der deutsche Raumfahrer Alexander Gerst nahm diesen Sonnenaufgang während seines zweiten ISS-Aufenthalts im Jahre 2018 auf, und schrieb dazu: „Ich kenne keine Worte in keiner Sprache, welche die Schönheit eines orbitalen Sonnenaufgangs beschreiben könnten.“
Neil Armstrong mit einer X-15, einem Raketenflugzeug, das viele Rekorde einflog.
In seinem Tweet vom 8. Juni 2020 erinnert Buzz Aldrin, der zweite Mann auf dem Mond, an die Flüge, die sein Kommandant Neil Armstrong mit dem Raketenflugzeug X-15 absolvierte.
Neil Armstrong mit einer X-15, einem Raketenflugzeug, das viele Rekorde einflog.
In seinem Tweet vom 8. Juni 2020 erinnert Buzz Aldrin, der zweite Mann auf dem Mond, an die Flüge, die sein Kommandant Neil Armstrong mit dem Raketenflugzeug X-15 absolvierte.
Der blaue Planet Erde, aus Sicht der drei NASA-Astronauten der Mission Apollo 15 David Scott, Alfred Worden und James Irwin.
Der blaue Planet Erde – aus Sicht der drei NASA-Astronauten der vierten Mondmission Apollo 15 vom Juli 1971: David Scott, Alfred Worden und James Irwin. Sie landeten an der Hadley-Rille und es war die erste von drei Missionen, die mit einem Mondauto einen wesentlich größeren Radius um ihre Landefähre erkunden konnten.
Zu sehen auf diesem Bild ist ein endlos erscheinendes Meer. Die Meeresbiologin und Astronautin Jessica Meir schreibt dazu in ihrem Tweet vom 9. Juni 2020: „Aus unserer Sicht @Space_Station ist es klar, dass unser Planet wirklich ein blauer Planet ist. Erinnern wir uns daran und tun wir unser Bestes, um uns um die Ozeane unseres Planeten zu kümmern.“
Die Meeresbiologin und Astronautin Jessica Meir verbrachte vom 25. September 2019 und 17. April 2020 204 Tage an Bord der ISS. In ihrem Tweet vom 9. Juni 2020 schreibt sie: „From our view @Space_Station it's clear that ours is truly a blue planet. Let's remember that and do our best to take care of our planet's oceans. #WorldOceansDay #EarthStrong“ – „Aus unserer Sicht @Space_Station ist es klar, dass unser Planet wirklich ein blauer Planet ist. Erinnern wir uns daran und tun wir unser Bestes, um uns um die Ozeane unseres Planeten zu kümmern.“
Zu sehen auf diesem Bild ist ein endlos erscheinendes Meer. Die Meeresbiologin und Astronautin Jessica Meir schreibt dazu in ihrem Tweet vom 9. Juni 2020: „Aus unserer Sicht @Space_Station ist es klar, dass unser Planet wirklich ein blauer Planet ist. Erinnern wir uns daran und tun wir unser Bestes, um uns um die Ozeane unseres Planeten zu kümmern.“
Die Meeresbiologin und Astronautin Jessica Meir verbrachte vom 25. September 2019 und 17. April 2020 204 Tage an Bord der ISS. In ihrem Tweet vom 9. Juni 2020 schreibt sie: „From our view @Space_Station it's clear that ours is truly a blue planet. Let's remember that and do our best to take care of our planet's oceans. #WorldOceansDay #EarthStrong“ – „Aus unserer Sicht @Space_Station ist es klar, dass unser Planet wirklich ein blauer Planet ist. Erinnern wir uns daran und tun wir unser Bestes, um uns um die Ozeane unseres Planeten zu kümmern.“
Ein legendäres Foto der Mission Apollo 11: die Erde winzig klein hinter dem Mondhorizont – und im Vordergrund die Landefähre „Eagle“.
Ein legendäres Foto der Mission Apollo 11: die Erde ganz klein, der Mond ganz groß – und im Vordergrund die Landefähre „Eagle“.
Es gibt keinen Planeten B – Die Erde als blauer Planet. Ein wunderschönes Symbolfoto von Alexander Gerst, der damit Bezug nimmt zur Klimakonferenz der Vereinten Nationen, die im Dezember 2018 im polnischen Kattowitz stattfand, und schreibt: „Jetzt steht alles auf dem Spiel. Während sich 20 000 Experten aus 90 Ländern in Kattowitz zum größten Klimaforum der Welt COP24 versammeln, müssen wir uns alle daran erinnern, dass es keinen Planeten B gibt.“
Es gibt keinen Planeten B – Alexander Gerst nahm dieses Bild während seines zweiten ISS-Aufenthalts auf, und schreibt dazu: „Jetzt steht alles auf dem Spiel. Während sich 20 000 Experten aus 90 Ländern in Kattowitz zum größten Klimaforum der Welt COP24 versammeln, müssen wir uns alle daran erinnern, dass es keinen Planeten B gibt.“ Er nimmt damit Bezug zur Klimakonferenz der Vereinten Nationen, die im Dezember 2018 im polnischen Kattowitz stattfand.
Die Meeresbiologin und Astronautin Jessica Meir schreibt in ihrem Tweet: "From up here, it is easy to see that we are truly all in this together.
Jessica Meir kreiste 205 Tage lang an Bord der ISS um die Erde. In ihrem Tweet vom 16. März 2020 schreibt sie: „From up here, it is easy to see that we are truly all in this together. #EarthStrong“
Die Meeresbiologin und Astronautin Jessica Meir schreibt in ihrem Tweet: "From up here, it is easy to see that we are truly all in this together.
Jessica Meir kreiste 205 Tage lang an Bord der ISS um die Erde. In ihrem Tweet vom 16. März 2020 schreibt sie: „From up here, it is easy to see that we are truly all in this together. #EarthStrong“
Zum Earth Day 2020 präsentiert die Astronautin Christina H. Koch vier Bilder: Hawaii, Alpen, Sahara, Australien.
Zum Earth Day 2020 präsentiert die Astronautin Christina H. Koch – vom 14. März 2019 bis 6. Februar 2020 328 Tage auf der ISS – vier Bilder, mit Dank an die Arbeit der NASA: „From Hawaii to the Alps to the Sahara to Australia, Earth unites and inspires us. NASA's work helps us know how to keep our planet strong. Thank you, @NASAEarth and @NASAGoddard! Happy Earth Day to all!“
Zum Earth Day 2020 präsentiert die Astronautin Christina H. Koch vier Bilder: Hawaii, Alpen, Sahara, Australien.
Zum Earth Day 2020 präsentiert die Astronautin Christina H. Koch – vom 14. März 2019 bis 6. Februar 2020 328 Tage auf der ISS – vier Bilder, mit Dank an die Arbeit der NASA: „From Hawaii to the Alps to the Sahara to Australia, Earth unites and inspires us. NASA's work helps us know how to keep our planet strong. Thank you, @NASAEarth and @NASAGoddard! Happy Earth Day to all!“
Zum Earth Day 2020 präsentiert die Astronautin Christina H. Koch vier Bilder: Hawaii, Alpen, Sahara, Australien.
Zum Earth Day 2020 präsentiert die Astronautin Christina H. Koch – vom 14. März 2019 bis 6. Februar 2020 328 Tage auf der ISS – vier Bilder, mit Dank an die Arbeit der NASA: „From Hawaii to the Alps to the Sahara to Australia, Earth unites and inspires us. NASA's work helps us know how to keep our planet strong. Thank you, @NASAEarth and @NASAGoddard! Happy Earth Day to all!“
Zum Earth Day 2020 präsentiert die Astronautin Christina H. Koch vier Bilder: Hawaii, Alpen, Sahara, Australien.
Zum Earth Day 2020 präsentiert die Astronautin Christina H. Koch – vom 14. März 2019 bis 6. Februar 2020 328 Tage auf der ISS – vier Bilder, mit Dank an die Arbeit der NASA: „From Hawaii to the Alps to the Sahara to Australia, Earth unites and inspires us. NASA's work helps us know how to keep our planet strong. Thank you, @NASAEarth and @NASAGoddard! Happy Earth Day to all!“
Zum Earth Day 2020 präsentiert die Astronautin Christina H. Koch vier Bilder: Hawaii, Alpen, Sahara, Australien.
Zum Earth Day 2020 präsentiert die Astronautin Christina H. Koch – vom 14. März 2019 bis 6. Februar 2020 328 Tage auf der ISS – vier Bilder, mit Dank an die Arbeit der NASA: „From Hawaii to the Alps to the Sahara to Australia, Earth unites and inspires us. NASA's work helps us know how to keep our planet strong. Thank you, @NASAEarth and @NASAGoddard! Happy Earth Day to all!“
Frankreich im Dürresommer 2018: Der Großraum Paris ist nach wochenlanger Trockenheit und ausbleibendem Regen braungrau.
Frankreich im Dürresommer 2018. Aus dem Erdorbit ist auf erschreckende Weise sichtbar, wie verdorrt der Großraum Paris nach wochenlanger Trockenheit und ausbleibendem Regen ist. Das Bild wird ein Symbol für den gesamten, nach Regen lechzenden Kontinent.
Startbild des ESA-Videos mit Alexander Gerst: „An meine Enkelkinder“.
Alexander Gerst: „An meine Enkelkinder“, 19.12.2018.
Bild aus dem ESA-Video mit Alexander Gerst: „An meine Enkelkinder“.
Alexander Gerst: „An meine Enkelkinder“, 19.12.2018.
Bild aus dem ESA-Video mit Alexander Gerst: „An meine Enkelkinder“.
Alexander Gerst: „An meine Enkelkinder“, 19.12.2018.
Bild aus dem ESA-Video mit Alexander Gerst: „An meine Enkelkinder“.
Alexander Gerst: „An meine Enkelkinder“, 19.12.2018.
Buzz Aldrin, 1969 fotografiert von Neil Armstrong auf dem Mond. We came in peace for all mankind.
We came in peace for all mankind. – Tweet vom 2. Juni 2020 von Buzz Aldrin.
Buzz Aldrin, 1969 fotografiert von Neil Armstrong auf dem Mond. We came in peace for all mankind.
We came in peace for all mankind. – Tweet vom 2. Juni 2020 von Buzz Aldrin.

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Stefan Oldenburg

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Stefan Oldenburg ist Wissenschaftsjournalist, Fotograf und Amateurastronom.


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