Neue Daten von der Arktis bis zum Kaukasus

Für den nächsten Vogelatlas sind Tausende Beobachter quer durch Europa gereist.

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Ein Mann mit Fernglas in einer hohen grünen Wiese.

903 Seiten dick und über drei Kilogramm schwer: Der erste europäische Vogelatlas war nicht nur haptisch ein herausragendes Werk, sondern auch wissenschaftlich. Denn zum ersten Mal zeigte er auf, welche Brutvogelarten in ganz Europa wie häufig anzutreffen waren. Dieser Atlas war Grundlage, um den Gefährdungsgrad von Vogelarten zu bestimmen und daraus Schutzmassnahmen abzuleiten. Zudem diente er der Forschung, zum Beispiel um den Einfluss des Klimawandels auf die Verbreitung der Vögel zu erkunden. 513 Arten sind in diesem Buch aufgeführt mit Verbreitungskarten, Häufigkeitstabellen sowie erläuternden Texten zu den Befunden. Als Zeichen der kulturellen Vielfalt Europas sind die Artnamen zudem in 14 Sprachen angegeben.

Bei allen Superlativen bleibt ein gravierendes Problem: Der Vogelatlas ist in die Jahre gekommen. 1997 ist er erschienen. Die Daten, mit denen er gefüttert wurde, stammen sogar aus den späten 1980er Jahren. Zudem klaffen in Osteuropa grosse Lücken. Es ist also höchste Zeit für eine Neuauflage, haben sich doch in den vergangenen drei Jahrzehnten Landschaft und Klima in Europa stark gewandelt. Um neue Schutzmassnahmen einzuleiten oder bestehende anzupassen, sind gute Informationen notwendig. Die Daten dafür soll ein neuer europäischer Vogelatlas liefern.

Der erste europäische Vogelatlas war ein Meilenstein. Doch er mit seinen 30 Jahren ist er veraltet.
Verena Keller, Mitarbeiterin der Schweizerischen Vogelwarte, leitet das Vogelatlas-Projekt.
So könnte eine Verbreitungskarte im neuen europäischen Vogelatlas aussehen, hier eine der Samtkopf-Grasmücke.

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