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KlimaSocial beteiligt sich an einer internationalen Initiative von Medien

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Eine Grafik von Windrädern über einem stillen Ozean, in Farbtönen von Orange bis Rot: das Logo der Aktion #CoveringClimateNow

Die Medien berichten insgesamt zu wenig über die Klimakrise. Das gilt auch für Deutschland, vor allem aber für die USA. Dort hat sich nun eine Initiative gebildet, die es auch kleinen Sendern und Blättern mit schlechter Personaldecke ermöglichen und sie ermuntern soll, das Thema qualifiziert und spannend aufzugreifen. Zu den vielen Medien, die sich außerhalb der USA angeschlossen haben, gehört von Anfang an KlimaSocial.

Vom 16. bis 23. September 2019 machen wir bei KlimaSocial einen Zwischenspurt: Unser Angebot wird vom üblichen Fast-immer-einmal-die-Woche-Rhythmus auf eine höhere Schlagzahl gehen. Dafür gibt es mehrere gute Gründe:

  • In Deutschland steht am 20. September die Ankündigung des Klimakabinetts der Bundesregierung bevor, mit welchen Maßnahmen Deutschland seine Klimaziele 2030 erreichen will. Die Zeit des Pillepalle – um ein von Kanzlerin Angela Merkel überliefertes Wort zu benutzen – soll dann enden.
  • Ebenfalls für den 20. September ist ein internationaler Klimastreik geplant. Sicherlich werden Schüler und Studierende aus der Fridays-For-Future-Bewegung in besonders großer Zahl auf die Straßen gehen, doch der Aufruf richtet sich an alle Generationen. Sogar Gewerkschafts-Chef Frank Bsirske hat die Mitglieder von Verdi aufgerufen mitzumachen – wenn auch in ihrer Freizeit. Das ist ein wichtiges Signal, weil die Klimabewegung bisweilen einige Kommunikationsprobleme mit den Gewerkschaften hatte.
  • Am 23. September beginnt in New York der UN-Gipfel zur Global Climate Action. Generalsekretär António Guterres hat die Staatsoberhäupter aufgerufen, keine Rede mitzubringen, sondern einen Plan. Der deutsche Plan dürfte dann – siehe oben – gerade erst wenige Tage alt sein.
  • Wir bei KlimaSocial haben uns darum verpflichtet, bei der internationalen Aktion #CoveringClimateNow mitzumachen.

Diese Aktion möchte ich hier etwas genauer erklären.

#CoveringClimateNow ist vom Branchenblatt Columbia Journalism Review und dem Wochenmagazin The Nation in den USA initiiert worden. Sie dient vor allem dazu, die Medien dort dazu anzustiften, der Klimakrise (der „defining story of our time“, wie es im Aufruf heißt) endlich den ihr gebührenden Platz einzuräumen. Besonders das Fernsehen dort macht viel zu wenig, weil climate change eine im Land umstrittene und politisch kontroverse Causa ist.

Man könnte nun fragen, was uns die Defizite der amerikanischen Presse angehen – und darauf gibt es eine doppelte Antwort. Erstens ist es natürlich wichtig, ob eine Weltmacht ihre Scheuklappen abwirft und die ganze Kraft ihrer Gesellschaft, ihre Gabe für Innovation und Problemlösung sowie die über Jahrzehnte demonstrierte Verantwortung für die Weltgemeinschaft wiederfindet, um der Klimakrise entgegen zu treten.


Zweitens können wir in Deutschland oder anderen Staaten uns auch nicht zurücklehnen im Bewusstsein, es viel besser zu machen. Wir haben auch Nachholbedarf. Aus dem Blickwinkel von KlimaSocial sind vor allem die vermeintlich weichen Aspekte der Klimadebatte, die Psychologie, die sozialen Bewegungen, viele Aspekte von Wirtschaft und Politik in den Medien unterbelichtet. Aber auch handfeste, von den Naturwissenschaften behandelte Themen kommen zu kurz. Im Augenblick haben offenbar viele das Gefühl, die deutsche Presse mache zu wenig über die Waldbrände in Brasilien, ihre Vorgeschichte, Bedeutung und Folgen.

Offenbar gibt es solche Gefühle in vielen Staaten. Darum machen bei #CoveringClimateNow Blätter, Webseiten, Sender und einzelne Journalisten aus bisher mindestens 25 Ländern mit. Die neueste Liste enthält Einträge aus Argentinien, Australien, Belgien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Dänemark, Großbritannien, Indien, Irland, Italien, Japan, Kanada, Nepal, Neuseeland, den Niederlanden, Portugal, Schweden, der Schweiz, Singapur, Südafrika, der Türkei und Vietnam. Darunter sind die britische Zeitung The Guardian, die gewiss keinen Nachholbedarf hat, die Magazine Rolling Stone und Vanity Fair, der Sender TG1/RAI aus Italien, das TV-Nachrichtenmagazin Politically Aweh aus Südafrika, die Huffington Post und Ojo al Clima aus Costa Rica, die Wissenschaftsmagazin Nature und Science, und viele andere. Aus Deutschland machen Klimafakten.de und der Clean Energy Wire, das Netzwerk Weitblick, Spektrum der Wissenschaften und wir mit.

Es geht darum, zunächst in der Woche vom 16. bis 23. September das Angebot deutlich zu intensivieren. Außerdem können die beteiligten Medien Inhalte von anderen übernehmen. Für uns bedeutet es, da wir ja nichts anderes als Klima machen, eben mehr davon anzubieten. Wir bereiten schon einige Geschichten und Interviews vor. Wenn Sie als Leser:in etwas haben, das Sie dazu immer schon mal sagen wollten, oder eine Fragestellung, die wir unbedingt aufgreifen sollten, dann schreiben Sie uns bitte unter: info@klimasocial.de.

Wir versuchen das zu begleiten und zu analysieren – es wäre toll, wenn Sie uns dabei unterstützen, mit Ideen und (das müssen wir leider immer wieder sagen) auch mit Geld. Dazu gibt es unten rechts den roten Knopf.

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Christopher Schrader

Christopher Schrader

Christopher Schrader, einer der Gewinner des AAAS Kavli Prize for Science Journalism, war 15 Jahre Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung, bevor er sich 2015 mit den Themen Klimaforschung, Energietechnik, Umwelt, Physik und Geowissenschaften selbständig machte.


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