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„Ohne Privatsphäre gibt es keine freie und offene Gesellschaft“: Edward Snowdens dramatischer Appell

Der überwachte Mensch ist längst Realität. Doch es kommt schlimmer: Der gläserne Bürger wird zum totalüberwachten Menschen. Edward Snowden kennt ein Mittel dagegen: Verschlüsselung

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Überwachungskamera vor einer Lagerhalle

„Privatheit ist Macht“, so hat Edward Snowden kürzlich seinen Impulsvortrag auf einer Veranstaltung der Internet Society zum Thema Verschlüsselung eingeleitet. Und diese Macht müsse die Macht des Einzelnen sein. „ Sie soll uns vor den institutionellen Giganten schützen, die in den Städten unserer Zeit marschierten“, erklärt Snowden.

Bedrohung durch Daten-Giganten

Diese Giganten, das sind Internet-Konzerne, Sicherheitsbehörden und Datenhändler. Die einen wollen unsere Daten, um viel Geld damit zu verdienen. Die anderen wollen uns überwachen, um ihre Macht abzusichern. Und Regierungen machen dabei begeistert mit. Sie führen Vorratsdatenspeicherung ein, schwächen Verschlüsselung und bauen Hintertüren für Ausspähaktionen in Software ein.

Vor allen Dingen aber setzen sie auf De-Anonymisierung. Dazu werden riesige zentrale Datensammlungen aufgebaut. Durch entsprechende Big-Data-Anwendungen, also Inferenzanalysen auf Basis dieser Daten werden die Bürger gläsern und ihr Verhalten kann extrem präzise prognostiziert werden.

„Wir haben es hier mit einem Problem der Intermediären, der Vermittler zu tun“, beschreibt Snowden. „Sie buchen das Hotel für Dich, wickeln die Zahlung an der Tankstelle ab, kennen die Lebensmittelgeschäfte, in denen Du einkaufst“. Datenlieferanten sind die Zahlungsdienstleister, Internet-Provider und Telekommunikationsfirmen. Sie liefern uns den Datenhändlern aus, so dass jeder Mensch vollkommen transparent wird.

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Peter Welchering

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Peter Welchering Technik- und Wissenschaftsjournalist

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