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Dieser süße Eisbär berichtet selbst über den Klimawandel

Wie Sie eine Spielzeugfigur zum Sprechen bringen können

10.11.2018
4 Minuten
Eisbär vernetztes Spielzeug über Klimawandel

Sie können beliebige Dinge zum Sprechen bringen. Glauben Sie nicht? Geht! Wir nutzen dazu die Toniebox, ein innovatives Audio-System für Kinder. Um Gegenstände auf der Box zum Klingen zu bringen, müssen Sie den Dingen erst ein digitales Herz einpflanzen. Alles was Sie dazu benutzen ist ein Wasserkocher, ein Bohrer und etwas Kleber. Nehmen Sie zum Beispiel das Redaktions-Maskottchen, um zu testen, wie Leserinnen auf sprechende Gegenstände reagieren. Welches Ding passt zu ihrer Redaktion, ihrer Stadt? Gibt es bei ihnen einen Bären wie in Berlin, einen Stint wie in Lüneburg oder ein Walross wie in Hamburg?

Sie brauchen als Ausgangsmaterial einen Kreativ-Tonie aus dem Spielwarenhandel für etwa 12 Euro. Das ist eine Figur, die Sie mit eigenen Inhalten bespielen können. Es folgt eine kleine Operation, bei der Sie den Chip aus einer Kreativ-Tonie-Figur in eine eigene Figur einsetzen. Diese Operation in „Zaubertonie“ ist unter Eltern populär. (Hinweis: Solche Zaubertonies dürfen nicht kommerziell verwendet werden. Für einen Redaktions-Tonie müssen Sie sich mit dem Hersteller der Figuren einigen.)

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Akkuschrauber, Klebstoff, Tobnie-Figur, Spielzeug-Eisbär
Alle Zutaten um ein Spielzeug zum sprechenden Reporter zu machen

Zutaten

  • Ein Kreativ-Tonie (Aussehen egal, wird zerstört)
  • Eine Hartplastikfigur, die ihre Geschichte erzählen soll (hier: ein Eisbären-Junges)
  • 1x Bohrer 5mm
  • Sekundenkleber
  • Toniebox
  • (optional) kleiner Neodym-Magnet
  • (optional) Acrylglas-Scholle

SCHRITT 1: Tonie-Figur registrieren

Sie brauchen ein Benutzerkonto auf tonies.de und eine Toniebox. Drücken Sie ein Ohr der Toniebox 5 Sekunden, bis die Plattform blau leuchtet. Stellen Sie den Tonie auf die Box. So ist der neue Kreativtonie registriert.

Eine Tonie-Figur im Wasserbad wird zum Zaubertonie
Tauchgang: Das heiße Wasser löst den Klebstoff der Tonie-Figur

SCHRITT 2: Tonie-Figur kochen

Legen Sie die gekaufte Tonie-Figur in warmes Wasser. Es sollte etwa 85 Grad warm sein. Warten Sie 12 Minuten. Die Figur besteht aus zwei Teilen, dem Kopf und dem Körper. Die Wärme löst den Klebstoff.

Spielzeug Tonie wird senkrecht auseinandergezogen
Stretchbank: Der Tonie wird senkrecht – ohne Biegen – auseinandergezogen

SCHRITT 3: Sensorkapsel entnehmen

Ziehen Sie vorsichtig den Kopf vom Fuß der Tonie-Figur auseinander. Das warme Wasser sollte den Kleber gelöst haben. Ziehen Sie senkrecht, biegen Sie die Teile nicht! Beim Auseinanderziehen sollten Sie die kleine schwarze Sensorkapsel sehen, die das Herz der Tonies ist. Sie sieht aus wie eine Spule. Nehmen Sie diese vorsichtig heraus. Diese werden wir in eine neue Figur einpflanzen.

Eisbär mit Bohrer, der ein Loch hineinbohrt
Operation im gang: In die Spielzeugfigur wird ein Loch gebohrt

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SCHRITT 4: Reportertonie bauen

Überlegen Sie, wo die Kapsel in der neuen Figur sein könnte. Ein optimaler Platz ist ein Sockel. Dort bohren Sie ein Loch hinein. Dann geben Sie einen Tropfen Sekundenkleber hinein.

Spielzeugeisbär mit RFID-Chip
Bär werde schlau: Die Sensor-Kapsel wird in das Loch eingesetzt

SCHRITT 5: Kapsel einsetzen

Die kleine schwarze Kapsel ist ein RFID-Chip. Die Kapsel muss senkrecht in der Figur sitzen und darf höchstens fünf Zentimeter vom Boden weg sein. Auch muss sie richtig herum eingesetzt werden.

TIPP: Die Originalfiguren tragen einen kleinen Neodym-Magneten im Fuß. So halten sie auf der Box.

Screenshot Tonie-Cloud
In der Toniecloud werden alle vernetzten Figuren verwaltet

SCHRITT 6: Inhalte für einen Kreativ-Tonie bearbeiten

Legen Sie sich einen Account unter meine.tonies.de an. Loggen Sie sich ein. Suchen Sie den Kreativ-Tonie. (Das Vorschau-Bild zeigt, wie die Tonie-Figur vorher aussah.) Geben Sie ihm den Namen seines aktuellen Aussehens. Im Beispiel: „Karl Klimabär“.

Jetzt kommt der Journalismus: Laden Sie eigenen Audio-Inhalt hoch. Tonie verarbeitet Audio-Inhalte in den Formaten MP3, M4A, M4B, WAV, OGG, WMA.

Eisbär auf Tonie-Box
Natürliches Habitat: Auf der Audio-Box fühlt sich Karl Klimabär am wohlsten

SCHRITT 7: Testen

Der neue Klimabär-Reportertonie ist einsatzbereit. (Bild: Jakob Vicari)

Testen Sie ihren neuen Reportertonie, am Besten mit Kindern. Dann schauen Sie auf tactile.news vorbei und gucken, was wir gerade mit Spielzeugen anstellen.

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Dr. Jakob Vicari

Dr. Jakob Vicari

Jakob Vicari ist Wissenschaftsjournalist und Lead Creative Technologist bei tactile.news. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt im Journalismus der Dinge: Für den WDR produzierte er das Sensorjournalismus-Projekt Superkühe. Er hat die Nachrichtentasse Newsmug erfunden und den Storytrolley, einen vernetzten Einkaufswagen für Verbraucherjournalismus vor dem Kühlregal. Mit Unterstützung von Google Digital News Initiative hat er den Prototypen eines smarten Nachrichtenmöbels gebaut. Mit dem Start-up tactile.news entwickelt er journalistische Formate im Internet der Dinge. Das WDR-Projekt #bienenlive wurde mit dem Deutschen Reporterpreis 2019 ausgezeichnet. (Foto: Heinrich Holtgreve, Styling Ines Könitz)


Jakob Vicaris Journalismus der Dinge

Wir leben in einer Welt der vernetzten Dinge. Was heißt das für den Journalismus? In meiner Riff-Reporter-Koralle mache ich mich auf die Suche nach neuen Geschichten, Strategien und Prototypen für den Journalismus von Morgen. Als erster Aussichtspunkt in diese Zukunft hat sich hier die Koralle für den “Journalismus der Dinge” (Journalism of things, JoT) festgesetzt. Schön, dass Sie da sind!

In dieser Koralle werde ich Reporterinnen, Leserinnen und Redaktionen das Basiswissen für den Journalismus der Dinge liefern. Vom kostengünstigen Projekt für die Lokalredaktion bis zum Großprojekt fürs Fernsehen: Wie können vernetzte Gegenstände den Journalismus bereichern? Wie sehen Formate, Dramaturgien und Stories von und mit Gegenständen aus? Wie kann Journalismus für das Nachrichtenmobiliar von Morgen funktionieren? Hier ist jede Woche ein neuer Beitrag aus der Welt der vernetzten Dinge geplant.


Kontakt: / @jot_labsKostenlose Leseprobe / Journalismus der Dinge jetzt abonnieren / Newsletter Sensorenpost / Probleme beim Bezahlen?

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Redaktion: Astrid Csuraji
Faktencheck: Astrid Csuraji
Fotografie: Franciska Nowak
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