Russlands Geheimoperationen in Lateinamerika: Liebesgruß aus Moskau im Geldteppich nach Guatemala

Russland streckt seit 2014 seine Fühler nach Lateinamerika aus. Die Wirtschaftsbeziehungen sind bescheiden geblieben. Wichtiger sind Schattengeschäfte.

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In Lateinamerika stehen vor allem die autoritären, sozialistischen Bruderländer hinter Russland. Sie kaufen Waffen, dienen aber auch als Brückenkopf für Angriffe gegen Rechtsstaat und Demokratie.

Zuerst kam die Medien-Offensive

Der Zeitpunkt, an dem sich Russland wieder für Lateinamerika zu interessieren begann, lässt sich recht genau datieren: 2014. Fünf Monate nach der Annexion der Krim reiste Präsident Vladimir Putin erstmals auf den Subkontinent. Er machte dem ehemaligen Bruderland Kuba, aber auch Argentinien und Brasilien seine Aufwartung. Im gleichen Jahr nahm der spanischsprachige Dienst der offiziellen russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti (heute Sputnik) seine Berichterstattung in Lateinamerika auf, gefolgt vom Propagandasender Russia Today (RT).

Westliche Medien interpretierten dies damals vor allem als eine Bemühung um Diversifizierung der geopolitischen und wirtschaftlichen Beziehungen. Russland erließ Kuba die noch aus der Sowjetzeit stammenden – ohnehin kaum einzutreibenden – Schulden aus Erdöllieferungen. Flugzeughersteller Sukhoi verkaufte der mexikanischen Fluglinie Interjet Passagierflugzeuge. Die russische Gazprom investierte in Boliviens Energiesektor, und die Föderale Agentur für Atomenergie Rosatom baute für 300 Millionen US-Dollar einen nuklearen Forschungsreaktor in der Nähe von La Paz.

Die spanische Seite der russischen Plattform Russia Today
Argentiniens Präsident Alberto Fernández mit Wladimir Putin im Februar 2022 in Moskau
Venezuelas verstorbener Präsident Hugo Chávez spricht mit Russlands Präsidenten Vladimir Putin beim Besuch eines russischen Militärschulschiffes in La Guaira/Venezuela

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