Warum Ostern und Lämmer zusammengehören

und warum Schafe einfach glücklich machen

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Ein Mutterschaf liegt auf der Weide. Drei Lämmer spielen in seiner Nähe.

Kaum ein Spaziergänger kommt an der Weide vorbei. Die schwarzen Lämmer ziehen alle Blicke auf sich. „Sind die süß!“, ist der häufigste Kommentar am Weidezaun. Was ist so faszinierend an neugeborenen Schafen? Das feine weiche Fell? Die Stupsnase? Der wacklige Gang? Oder das kindliche Blöken nach der Mutter? Der Anblick von Lämmern rührt jedenfalls das Herz und ruft archaische Erinnerungen wach. Schließlich ist das Schaf ein uralter Begleiter des Menschen und eines der ersten domestizierten Tiere überhaupt. Schafe machen glücklich. Nicht nur an Ostern.

An Ostern machen Schafe besonders glücklich

Schon in der Bibel tauchen Lämmer auf. Zum jüdischen Pessachfest schlachteten die Gläubigen Lämmer als Opfergabe. Jesus Christus wird wegen seines Opfertodes am Kreuz als „Lamm Gottes“ bezeichnet und noch heute gibt es den Brauch, aus süßem Hefeteig ein Osterlamm zu backen. Jenseits aller religiösen Deutungen genügt jedoch schon der Zeitpunkt des Ablammens, um die Freude über Lämmer zu begründen: Lämmerzeit und Ostern markieren den Beginn des Frühlings, der an sich schon alle von Mantel, Schal und Mützen beengte Herzen von der Bürde des Winters befreit. Der Anblick von Lämmern in der Landschaft ist jedoch selten geworden.

Um 1900 gab es fast zehn Millionen Schafe in Deutschland

Das Schaf war damals landschaftsprägend und landschaftspflegend. Manche Schafrassen – wie das Rhönschaf – sind eng mit bestimmten Landschaften verknüpft und an Klima und Bewuchs angepasst. Schafe gestalten Landschaften, knabbern die Triebe junger Bäume ab und halten dadurch die Landschaft offen. Schafe liefern Fleisch, Milch und Wolle. Das lohnt sich heute kaum noch. Gerade die Wolle bringt weniger, als die Schur kostet. Der größte Teil der in Deutschland anfallenden Schurwolle muss als Müll entsorgt werden. Schaffleisch wird im Supermarkt kaum nachgefragt, und wenn, dann stammt die Lammkeule aus Neuseeland. Ziegenfleisch wird sogar noch weniger nachgefragt.

Eine Ziege mit sandfarbenen Fell, gelb-grünen Augen und der typischen rechteckigen Pupille
Ziegen können hervorragend klettern, sind Spezialisten für steile Hänge und fressen auch holzige Triebe junger Bäume
Ein schwarzes Lamm auf dem Arm des Schafhalters. Kinder wollen das Fell streicheln.
Von einem Kuscheltier kaum zu unterscheiden. Dieses Lamm ist Liebling der Kinder.
Fotoproduktion I wish: Gerhard Richter, 57, Schriftsteller und Naturvermittler. „Unser Umgang mit der Natur ist größtenteils barbarisch. Ich bekomme davon regelrecht Bauchschmerzen. Mit jedem entwurzelten Baum zerstören wir einen Teil von uns selbst. Ich wünsche mir deutlich mehr Respekt vor jedem einzelnen Lebewesen und dessen – sagen wir ruhig – Heiligkeit!“
Land Brandenburg, Wittstock, 29.10.2021

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