Rektorenpräsident zu Russland: „Wir setzen unsere Prinzipien außer Kraft“

Wegen des Ukrainekriegs stoppen Hochschulen Kooperationen mit Russland. „Wir wollen den russischen Staat treffen“, sagt Peter-André Alt, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz.

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Foto eines großen Universitätsbaus im Zuckerbäcker-Stil mit hohen, spitz zulaufenden Türmen und kleinen Fenstern.

Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine betrifft auch Hochschulen massiv. Als Reaktion hat sich die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zusammen mit anderen Wissenschaftsorganisationen für das Aussetzen aller Kooperationen mit russischen Universitäten ausgesprochen. Auch die Zusammenarbeit mit anderen autoritär geführten Ländern wie China steht seit kurzem auf dem Prüfstand, sagt HRK-Präsident Peter-André Alt im Interview.

Haben Sie einen Überblick, wie es den Wissenschaftlerïnnen in der Ukraine geht sowie auch regimekritischen Kollegïnnen in Russland?

Wir wissen über unsere Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine relativ wenig: Die Kommunikation ist durch die Kriegssituation sehr erschwert, die Hochschulen sind geschlossen. Die HRK hat im Augenblick keine offiziellen Kontakte beispielsweise zur ukrainischen Rektorenkonferenz. Diese ließen sich bei Bedarf schnell reaktivieren. Wir wissen aber, dass deutsche und ukrainische Kooperationspartner im Austausch miteinander stehen. Auch mit Russland gibt es nur informelle Kommunikation. Wir hören von vielen Hochschulen, dass russische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler anfragen, ob sie in Deutschland arbeiten können. Man merkt, dass regimekritische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Optionen ausloten, das Land zu verlassen.

Porträt von Peter-André Alt, mittelalter kurzhaariger Mann mit grauem Anzug und Krawatte
Peter-André Alt ist Präsident der Hochschulrektorenkonferenz.

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Lektorat: Christine Prussky