Tierwanderungen: Warum das soziale Miteinander sie prägt – und den Tieren in der Klimakrise hilft

Wenn die innere Uhr von Tieren klingelt, gehen sie auf Wanderschaft. Der Erfolg ihrer Migration hängt auch von sozialen Interaktionen ab. Das Miteinander könnte künftig noch wichtiger werden, wenn die Tiere mit rasant sich wandelnden Landschaften konfrontiert sind.

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Foto einer Echten Karettschildkröte, die im Meer vor Belize schwimmt.

Der Weg ist das Ziel? Klar, wenn man eine Echte Karettschildkröte ist. Die Tiere müssen weite Strecken im Meer zurücklegen, wenn sie nach der Paarung und Eiablage zu ihren „Weidegründen“ unter Wasser zurückkehren. Eilig haben sie es aber nicht, sondern ziehen teils weite Kreise bei ihrer Wanderung. Laut einer aktuellen Studie benötigte ein Exemplar gut 1.300 km zu einem Zielort, der eigentlich weniger als 200 km entfernt war. Diese Art der Migration, also Wanderung von Tieren, mag verpeilt wirken, spricht aber für eine gewisse Flexibilität im Verhalten – die in der Ära der Klimakrise mehr denn je zum Überlebensfaktor werden könnte.

Denn ohne massive Anpassung wird es nicht gehen: Wandernde Tiere werden sich immer wieder neu einstellen müssen, wenn sie in Landschaften unterwegs sind, die sich beständig verändern. Dabei könnte ihnen ein bislang unterschätzter und weitgehend unerforschter Faktor helfen, der von flexiblem Verhalten abhängt: die soziale Interaktion. Zwei aktuelle Übersichtsarbeiten zeigen, dass Migrationen überraschend stark vom Miteinander geprägt sind. Wie gut sind Tiere auf großer Reise für eine ungewisse Zukunft gerüstet?

Heuschreckenschwarm, der über ein Feld hinwegzieht mit der Sonne im Hintergrund.
Schwarm der Wüstenheuschrecke Schistocerca gregaria, der im Februar 2020 über Samburu County in Kenia zog.

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