Glitschiges Gedärm und faulende Kürbisse: Halloween als Ekelfest – und wie uns diese Emotion hilft

So richtig gruselig ist die Nacht der lebenden Toten selten, aber widerlich kann es schon werden. Das Spiel mit der Abscheu hat – von Shakespeare bis Stranger Things – eine lange Tradition und könnte unserem Körper sogar helfen.

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Drei Kürbisse stehen in einer Reihe. Der dritte ist bereits schwarz und verfault.

Die lange Geschichte von Halloween beginnt beim keltischen Totenfest Samhain und endet zumindest vorläufig mit der modernen und arg kommerzialisierten Gruselparty. Mit einer Industrie, die Jahr für Jahr auszieht, uns alle das Fürchten zu lehren, ob mit künstlichen Spinnennetzen als Deko, Zombieschminke oder blutgetränkten Horrorfilmen. Aber Hand aufs Herz, wer hat noch richtig Angst an Halloween? Doch selbst wer über billige Gruseleffekte nur müde lächelt, muss an Halloween nicht leer ausgehen, weil das Fest gleich zwei Emotionen bedient: Angst und Abscheu. Zerfallende Zombies schleimen, selbst noch so gut präparierte Halloween-Kürbisse schimmeln, und wo Hollywoods Psychopathen ihre Opfer niedermetzeln, bleibt glitschiges Gedärm zurück. Zu wissen, dass hier Gruseldeko, Schminke und Requisiten eingesetzt werden, hilft nicht, wenn sich der Magen schon umgedreht hat. Woher kommt der Spaß am Ekel? Und wozu ist Abscheu eigentlich gut?

Ein für Halloween geschnitzter Kürbis mit gruseligem Gesicht hat angefangen zu faulen und ist schimmlig.
Halloween ist ein Fest des Ekels – und nicht nur wenn die zu Gruselgesichtern geschnitzten Kürbisse faulen und schimmeln.
Von einem Kind aus einer Klorolle gebastelte schwarze Fledermaus als Halloween-Deko.
Bis das Blut gefriert? Nun ja. Das keltische Totenfest Samhain hat im Zuge seiner Domestizierung fast jeden echten Horror und Schrecken verloren. Spaß kann Halloween trotzdem machen.

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